| unser
spannendes Tagebuch 2007 |
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| Tagebuch 2006 |
Januar 2007
28. Januar: Tja, erstmal musste ich mir ein neues Tagebuch
anlegen und irgendwie ging das immer wieder vergessen. Aber heute,
heute war ein wunderbarer Tag! Ich habe mir den Luxus gegönnt
und mir einen Gymnastikkurs mit Bahadur gebucht! Eine bessere neurologische
Überprüfung gibt es kaum, das bestätigte mir sogar
mein Tierarzt und was soll ich sagen? Lange schreiben oder kurz
und prägnat?
Bahadur hat NICHTS vergessen!
Bahadur weiss noch alles!
Ich hatte zwar ziemliches Muffensausen und immer
wieder holte mich die Nervosität ein, aber - wir sind gesprungen.
Linien, im Trab, im Galopp und Bahadur lebte total auf, war hochmotiviert
und glücklich. Ich hab uns immer wieder ausgebremst, lange
Schrittreprisen eingelegt, damit er wieder bisschen ruhiger wurde,
ausschnaufen konnte - aber am liebsten wäre er einfach durchgesprungen,
durchgalopppiert, Seitengänge, alles machen los, bitte.
Herrlich - mir fehlen die Worte :-) ich war und
bin einfach nur glücklich.
Und dann haben wir heute Nachmittag gemeinsam nach
einem Ziel gesucht, dass ich mir vor Augen halten soll und Carin
hatte eine hervorragende Idee: Das Jagdspringen ohne Sattel am CSI
in Genf im Dezember!
Ich werde im Dezember schreiben was daraus wurde,
ich finde es ein geniales Ziel!
zurück zur Monatsauswahl!
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Februar 2007
18. Februar: Meinte Güte wie die Zeit schon wieder
rast. Irgendwie düsen diese Tage an mir vorbei und wenn ich
mir dann wieder mal Zeit nehme sind ja schon wieder soviele Tage
vergangen. Wir waren am CSI in Zürich, eine erfolgreiche Ausstellung,
an welcher wir viel zum Sattel erzählen konnten und den ersten
Sattel verkaufen! das hat mich besonders gefreut und ich bin schon
gespannt wie der neue Besitzer dann damit klar kommt.
Dann habe ich wieder ein Berittpferd, einen Youngster, Pinto, 3
Jahre alt. Sehr gut vorbereitet, so dass das arbeiten mit ihm grossen
Spass macht. Ich konnte bereits die ersten Male draufsitzen, was
er so selbstverständlich hinnahm, wie es eben eigentlich sein
sollte.
Mit Bahadur ziehe ich meine Runde, auch wenn sie immer noch nicht
so weit gehen wie ich gerne möchte. Ich merke und spüre,
wie wir beide das reiten vermissen! Heute haben wir die Pferde eingeladen
und sind zur Schafmatt hoch um mal in einer 'fremden' Gegend zu
reiten. Herrlich diese Aussicht, auch wenn leider Nebel über
dem Mittelland lag, sonst hätten wir die Alpen gesehen. Aber
die Aussicht auf die Jurakette hat mich ebenfalls entschädigt.
Wir hatten dann noch kurz einen Adrenalinschub, als wir einen vermeintlichen
Berg hochgeritten sind und sich die Kuppe oben als Grat entpuppte,
dem wir ziemlich schubmässig entgegenkamen. Dank Roger, der
im letzten Moment noch Stop schreien konnte (weil er schon oben
war), konnten wir abwenden, statt drüber auf der anderen Seite
grad runter zu fliegen...das wäre fliegen gewesen, so steil
wie es war, hups. Aber Badu ist ja ein guter und denkt auch gut
nach, er hat super reagiert und so standen wir denn auf dem Grat
:-)
Die ersten Stutenbesitzer waren da und haben sich Bahadur angeguckt,
mal sehen was daraus wird. Ebenfalls haben sich bereits die ersten
Stunden angemeldet und - wir haben einen Plan entworfen, wie unser
Stall besser wird. Ich denke wenn alles klappt, lassen wir mal die
LAG kommen, denn dann sind wir sicherlich LAG-mässig :-)
Und dann war ja noch dies - mein USA-Aufenthalt rückt unhaufhaltsam
näher. Hui wie ich mich freue, wenn alles klappt, kann ich
sogar einen kleinen Distanzritt drüben reiten. Ich bin ja schon
soooooo gespannt!
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März 2007
4. März: Kurzfassung: Vor Mittag losreiten auf die
Schafmatt hoch, spontan entscheiden weiter nach Rohr zu reiten…Kenny
arbeiten und wieder nach Hause reiten….tot auf der Couch liegen....
Langfassung: Tolles Wetter, also aufstehen und in den Stall. Mama
und Papa haben gesagt, sie hüten David gerne damit wir lange
ausreiten gehen können. Endlich hoch auf die Schafmatt. War
das eine Traumstrecke, durch den Wald, rechts steil abfallend zu
einem Bach runter, wilde Gegend mit Felsen und Bergen’. Oben
auf der Schafmatt angekommen (ich schätze mal 1'000 m.ü.M)
hatten wir eine sensationelle Aussicht auf die Alpen, den Jura und
den Schwarzwald. Poah!!!!! Da oben hatte es ein nettes Beizli, also
hat Roger uns eine Zwischenverpflegung geholt. Beide Pferde waren
am grasen, auf einmal sieht Phöenix dass man da ja eigentlich
sauweit sieht – und fertig war mit Ruhe! Der hat doch echt
einen Knall J fing der an zu hypern, zu nervösen, hin und her
und her und hin…..war nicht mehr ruhig zu kriegen. Und dann
immer dieser total abwesende Blick in die Ferne. Lasst mich zu den
Alpen rennen….. als wir fertig waren, sind wir wieder los,
beim runterlaufen denk ich, also wenn wir schon hier sind, können
wir doch gleich nach Rohr runter? Roger nur, ok. Also gut, Weg gesucht
und dann sehr direkt nach Rohr runter, ich dachte grad bisschen
mit Schaudern dass wir hier wieder hochreiten sollten?? DAS war
ganz schön steil (Muskelkater in den Beinen vom runterlaufen
lässt jetzt schon grüssen, mir tut alles weh). Wir waren
zackig da unten, Roger hat gewartet, Yvonne hat ein paar schicke
Bilder gemacht von Badu und ich ging mit Kenny longieren.
Und dann das Ganze wieder hoch, das war ein Kletterweg der Extraklasse!
Sowas, in dieser Länge hatten wir nicht mal drüben in
Bennwil!! Holla ging das da aber hoch und dann eben so lange. Phöenix
wie ein Irrer ab, der hatte wohl immer noch die Alpen vor seinem
inneren Auge. Hab die dann ziehen lassen und bin mit Badu bequem
hinterher. Oben wurde Phöenix dann doch etwas gelassener, kein
Wunder, die Alpen waren hinter uns *grins*. Wieder denselben Weg
zurück, ok fast, diesmal einen Parallelweg unten im Tälchen,
war auch superschön. Jacken ausgezogen es war warm und wie!
Und irgendwo in Zeglingen hatte ich dann echt keine Lust mehr, weil
ich langsam alles gespürt habe und ich will einen 3-Tagesritt
machen????? Na auf jedenF all waren wir nach 4.5 Stunden wieder
zuhause mit mindesten einem zufriedenen Pferd (Badu) und einem zufriedenen
Reiter (ich), die beiden anderen waren bisschen durch den Wind
Ich hab die Fleecehose testgeritten, ui die ist klasse!!!! Ok, danach
viel zu warm, aber heute morgen mit dem kalten Wind und oben auf
der Schafmatt war die Hose echt absolut genial und sehr bequem zum
reiten! Und Roger hat seine Ultimate ausprobiert und war auch hochzufrieden
damit!
Tja und nun sitz ich hier und mir tut echt alles weh *prust* ich
geh mal gleich Arnica einwerfen! Na das kann ja heiter werden……
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April 2007
20. April: Ich bin wieder da :-) das waren herrliche Ferien,
ich habe viel geritten, junge Pferde eingeritten, ein tolles Reitgelände
kennen gelernt und überhaupt. USA macht eben Spass. Eines der
Pferde wurde dann noch verkauft nach Jordanien, ich bin ja schon
sehr gespannt, ob man von ihm noch was hören wird. Ich hab
ihn während der vier Wochen dressurmässig noch bisschen
ausgebildet und ich mochte ihn wirklich sehr sehr gerne.....ich
bin gespannt.
Hier noch eine Bilderauswahl
Ja und zuhause ist auch viel passiert. Unser Stall ist erweitert
worden, ich kann nun endlich zuhause arbeiten und longieren. Der
Stall wurde sozusagen zu einem Laufstall umfunktioniert, aber so,
dass ich das abtrennen kann und fremde Pferde aufnehmen kann. Sei
es Deckstuten, oder Berittpferde! Das ist sooooviel wert, ich bin
total glücklich. Dann hab ich auch noch gleich zwei Pferde
im Jura geholt. Sahira, eine junge Stute von Bahadur aus der Sissi,
die ich einreiten werde. Schicke kleine Stute die mir sehr gut gefällt.
Und den Shagir (den wir dringend umbenennen müssen, hihi, ich
finde den Namen so doof), der bei uns bleiben kann, wenn er sich
benimmt. Ist eine lange Geschichte, vielleicht erzähl ich die
mal, wenn ich sehe, dass er wirklich bleiben kann. Er ist ebenfalls
ein Shagya, von Saphir aus der Ubayan, ich bin sehr gespannt, was
ich da vorholen kann. Wäre schade, wenn man den nicht mehr
reiten könnte!
Und dann das heute morgen :-)
Heute morgen bin ich in den Stall, dauert nun ganz schön bis
alles gemacht ist, aber ich wollte es ja so ?, na auf jeden Fall
war David wirklich ganz toll und geduldig, hat mit seinen Sachen
gespielt, gut aufgepasst wenn ich mit Sahira gearbeitet habe, geholfen
wenn er konnte und auf einmal sagt er – so jetzte David auffen
Badu reiten! Ich guck ihn an, hä? Wirklich? Ja Dadid möchte
auffen Badu reiten, miten Sattel…… noch bisschen ungläubig
hol ich Badu, putz ihn, den Trekker drauf (da kann er sich so toll
festhalten), David kam fast angerannt und hoch mit dem David. Ihr
hättet das Gesicht sehen sollen, der hat gestrahlt über
alle Ecken und Kanten und fing sofort an Badu zu flattieren. Mama,
spaziern gehen mitte Badu undem Dadid…..!!!! okeeee….wenn
er das möchte, hab immer gesagt, dann darf er, ich werde ihn
nie von mir aus aufs Pferd setzen. Ja und dann sind wir ca. 10 Minuten
spazieren gegangen, Badu sozusagen alleine, weil ich David gehalten
habe, er hat super auf mich gehört (Badu mein ich!) auf meine
Körperzeichen und ist so was von brav gelaufen, wow –
ich war begeistert von beiden! Und David hat sich wirklich super
gefreut und gelacht immer und immer wieder, das war richtig schön!
Tja – das war so noch das Zückerchen dazu! Denn gestern
Abend hat mich mein Pferd ebenfalls begeistert! Und mein Papa auch!
Ist der doch gegangen und hat bei Roger während meiner Abwesenheit
Reitstunden genommen! Und gestern Abend laufen wir in den Stall,
kommt ein Pferd von unten her, denk ich, das ist doch Badu? Sag
es noch laut, das ist doch Badu – aber wer soll den schon
da reiten? Gedanke weg, das Paar kommt näher, ich denk mir,
das ist doch Rogers Helm?!? Roger aber neben mir, Paar kommt noch
näher, sitzt mein Papa auf Badu, hat ihn alleine gesattelt
und gezäumt, alleine vier Hufschuhe angezogen, alleine vom
Stall her losgeritten Richtung Dorf!
Könnt ihr ahnen wir stolz ich auf die beiden bin? Auf die
drei eigentlich, Roger war ja auch mit von der Partie….toll!!!!!!
Hat Badu eine neue Aufgabe?
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Mai 2007 ENDLICH WIEDER ONLINE....
Unser Hosting-Server wurde gewechselt und wir hatten davon
leider keine Kenntnis, darum solange keine Einträge, aber nun
geht endlich alles wieder!
5. Mai: Horseathlon! Das war unsere Aufgabe an diesem Samstag.
Ich wollte mit Bahadur was machen um gleichzeitig seine neurologischen
Fähigkeiten zu testen und diese neue Prüfungsart schien
mir sehr geeignet zu sein dafür. Die Aufgaben waren toll, überhaupt
war alles sehr liebevoll auf dem grossen Springplatz arrangiert,
auch wenn es aus Eimern schüttete (was unser Gras freute, aber
musste das heute sein?). Bahadur hat alles ganz toll mitgemacht,
sogar die Wippe war kein Problem, obwohl nie mehr geübt. Aber
am besten fand er halt den Minisprung, danach war er kaum noch zu
bremsen. Bei der GLP war ein Teddy ganz schrecklich :-) wie der
soll an mich ran? Wusste grad nicht, dass mein Pferd so grosse Augen
machen kann?!?
Habe soeben erfahren, dass wir den tollen 2. Rang belegt
haben! Wow, bin ich erst Recht stolz auf mein Pferd.
8. Mai: Die ersten Deckstuten ein und wurden bereits
gedeckt, auch hier scheint Bahadur wieder vollkommen genesen zu
sein, deckt er die Stuten doch souverän und wie immer - was
sind wir alle froh!
Und dann präsentiere ich doch gerne mal unseren
Nachwuchs, denn so wie es aussieht bleibt er doch für immer
bei uns!
Shagir, Shagya, 1998 geboren, Schimmel, von Saphir
aus der Ubayan, gezogen von Regula Zwicky aus Goumois....
Wir arbeiten derzeit viel am Boden, Führarbeit
und sanft wieder an den Sattel dran, leider wurde da beim einreiten
vieles 'verbockt', er duldete leider keine Reiter mehr im Sattel,
aber das ändert sich moment zum Glück. Er vertraut uns
allen immer mehr und bald kann ich ihn sicher auch wieder reiten
:-)
12. Mai: Ob das der kleine grundstein
für unser Comeback war? Ich war heute an der Shagya-Schau mit
Bahadur und Shagir (wer gibt dem endlich einen neuen Namen?). Nachdem
meine Männer sehr lange (zu lange) gepennt haben, wir endlich
im Stall waren (zu spät) kam glücklicherweise Yvonne schon
an und hat mir beim waschen der Pferde geholfen. Interessanterweise
fand Schimmel das gar nicht schlimm, der stand still und liess sich
von oben bis unten waschen, bis er wirklich schneeweiss und blendend
aussah. Dann wollte ich Badu eigentlich nur den sandigen Schweif
waschen und fand, nö, mach ich alles, hihi und hab den auch
runtergewaschen. Danach haben wir die beiden schon mal nebeneinander
angebunden, die sollten ja zusammen im Hänger stehen. Noch
alles eingepackt und dann endlich los. Naja, was soll ich sagen,
unterwegs fing dann der eine oder andere (wahrscheinlich ja der
Schimmel) im Hänger an zu hüpfen und zwar so, dass wir
immer langsamer werden mussten. Und so kamen wir genau um 12.25
an!! Und um 12.30 fing die berittene Schauklasse an, hahahah. Hab
Bescheid gesagt, dass ich gleich da bin. Ich glaube so schnell (nämlich
in zehn Minuten!) hab ich noch nie mein Pferd eingeflochten, gesattelt,
gezäumt und gleichzeitig mich in die Turnierkleider gestürzt…..
Dem sagt man Handicap oder? Die guten müssen
ohne abreiten eine Prüfung reiten *grins*. Also rein, 5 Minuten
Schritt und los geht’s! Ja was soll ich sagen, Badu lief toll.
Dummerweise mussten wir hinter Kouhnama laufen (die wir vor zwei
Tagen gedeckt haben und Hengst ist ja nicht doof, haha) und so lief
Badu immer wieder mit 5 Beinen rum! Der wird heute abend auch blau
angelaufen sein….das fünfte Bein mein ich..
Er war noch bisschen verspannt, wollte lieber der Stute hinterher,
aber im Galopp dann *schmacht* lief er echt wie Butter. Wow, so
toll ist der ja schon lange nicht mehr galoppiert (ich hab ja ab
und an einen Galopp gemacht in letzter Zeit), so weich, so gesetzt,
ohne dass ich gross was machen musste und interessanterweise fanden
die Leute auch den Galopp super von Bahadur. Der eine oder andere
sah wohl eine Unregelmässigkeit im Trab, denn in kleineren
Wendungen läuft er mit seinem krummen Becken, das hoffentlich
nicht mehr krumm ist schon bisschen komisch ABER NICHT LAHM! Juhui….und
der Boden hat ihm wohl auch gut gepasst. Er lief dann auch immer
flockiger und leichter, hach war das schön! Ich will da bitte
weitermachen und aufbauen und aufbauen und starten und überhaupt…..jaja
ich spinne. Aber das einfach mein Ding, und Bahadur seins auch.
Turniere! Dressur, Springen, Vielseitigkeit…..ohja ich möchte
wieder weitermachen….
Bei der Exterieurbeurteilung kam dann der eine
Richter und hat mich ganz charmant angesprochen. Wie alt denn der
Bahadur sei? Ja 16. Wie schon? Oooooh, dieser tolle Hengst wird
immer älter, aber sie sehen immer gleich jung aus *lach* ooooh
dankeeeeeee……und dann zack Typ 9, Körper 8, und
was war noch? Auf jeden Fall auch eine 9……
Dann kam schon die Siegerehrung und er hat gewonnen,
ex equo mit Amon (gezogen von Ursula Rahm), den ich vor 14 Jahren
eingeritten habe!!!! Sowas…..
Dann schon raus, und Badu nach hinten, den Schimmel
rausholen, nochmal bürsten, Zaum anziehn und nach vorne hechten.
Wir waren zu dritt, zwei Wallache und ein Hengst. Shagil kam als
erster dran und die haben diskutiert und diskutiert und geredet,
ich dachte, die zerpflücken das Pferd in seine Einzelteile.
Naja lange Rede kurzer Sinn, er hat ihnen sehr gut gefallen und
er erhielt auch tolle Noten, Typ, Kopf je eine 8, Schritt 7 (weil
er zu zapplig war), Trab 9 (wäre sogar eine 10 wert gewesen,
so flog der), Fundament und Hals 6 (gebe ich Recht), also ich war
zufrieden mit den Noten. Und eben, er gefiel ihnen sehr gut….ein
Richter meinte sogar, er habe tolle Augen, einen tollen Ausdruck….
Ja – somit ein gelungener Tag, wir sind dann
bald nach Hause gefahren, weil David ganz doof von einem Bänklein
rückwärts runtergeflogen ist und kaum mehr zu beruhigen
war. War auch besser für die Pferde denk ich. Das fahren ging
übrigens auf dem Heimweg problemlos, bis auf einmal war es
ganz still dahinten….
Ich fands toll und freue mich schon, was da noch auf uns zukommt
und träume derweilen ein bisschen…
20. Mai: Wer mich heute hätte mit dem Schimmel arbeiten sehen,
hätte wohl gedacht, dass ich nun den totalen Dachschaden habe
:-). Da er ja immer noch sehr schreckhaft tut, mache ich Schrecktraining
mit ihm. Kenner der Szene sagen heute dazu wohl Dual-Aktivierung.
Damit ich weiss was ich mache *grins* hab ich mir mal das Buch ausgeliehen,
muss sagen, sehr interessanter Aspekt und eine logische Erklärung.
Nun hab ich die Erklärung warum ich das schon jahrelang mache
und es funktioniert. Ok, meine Fahne ist eine rot/weisse Schweizerfahne
und nicht gelb oder blau, aber es funktioniert auch. Na auf jeden
Fall, hab ich ihn heute longiert, mit Longierpeitsche und mit Fahne,
eben wegen der Aktivierung. Dann habe ich Roger und das Treppchen
geholt und dann ging's los. Erst auf der Treppe neben Shagir rumhüpfen
wie ein Derwisch, mit den Armen fuchteln, Pferd immer wieder anfassen
und betatschen, von der Treppe runterhüpfen und damit es richtig
arg wird - hat David auch noch immer Beifall geklatscht (DAS fand
er gar nicht lustig). Irgendwann stand er dann da, und liess es
sozusagen über sich ergehen und war auch endlich entspannt.
Also eine Stufe weiter, erst Bein auf die Kruppe, mit dem Knie in
den Bauch, an den Hals, Pferd immer wieder abklopfen. Drüberliegen,
dabei gleichzeitig mit den Armen fuchteln und den Beinen auf der
anderen Seite rumschwingen....auch das war irgendwann langweilig.
Also, nochmal runter und dann von rechts aufsteigen (extra, denn,
bisher verbindet er das schlimme reiten mit links!). Erst still
sitzen, in den Bauch atmen und dann, Roger los. Shagir wurde noch
kürzer (wer ihn kennt, weiss dass das schlich unmöglich
ist, weil er schon sehr kurz ist) und war verspannt. Aber durch
zureden konnte er dann doch entspannen. Soweit, dass ich mich dann
wieder traute mit den Armen zu fuchteln, meine Beine zu schwenken,
auch seinen Bauch berühren (was mit einem kurzer Hüpfer
quittiert wurde) und dann immer mehr Bewegung in den Reiter bringen.
Er hat das toll gemeistert und war wirklich entspannt - für
seine Verhältnisse sogar sehr! Ich hab mich riesig gefreut
und mache nun täglich weiter mit dem Fuchtelprogramm....
Danach war ich herrliche drei Stunden ausreiten, rauf auf den Wisenberg.
Und ich frage mich schon wieder, wieso ich bloss sowenig auf diesen
Berg reite? Das sind herrliche Kletterwege, die das Pferd so richtig
zum atmen bringen und ein tolles Muskeltraining. Steil und sozusagen
gerade hoch auf den Gipfel und dann in Schlangenlinien und gemässigt
wieder runter. Und das bei dem tollen Wetter, hach ja....
Dann ist die Deckstute wieder nach Hause gefahren, jetzt gilt es
dann Ernst, wenn wir Shagir in die Männertruppe eingliedern.
Jolly und Floh sind schon mit ihm gemeinsam auf der Weide, damit
Jolly gleich mal klarmachen kann, dass ER der unangefochtene Chef
der Herde ist. Danach wird dann Phöenix dazukommen und nach
der Decksaison Bahadur. Der hat immer noch das Gefühl, Shagir
sei eine Stute :-) obwohl er schon mehrfach mit ihm schnobern konnte,
am Seil und unter unserer Kontrolle. Irgendwie sind die Hormone
wohl noch durcheinander.
25. - 28. Mai
es ging darum eine Strecke von 206 km in drei Tagen
zurück zu legen. Der Start war bei Lindenau (das ist etwas
nördlich von Ulm) und das Ziel war in Ellwangen (gehört
zur Gemeinde Rot a.d. Rot in der Nähe von Bad Wurzach). Die
Streckenführung war identisch der letztjährigen, bis auf
die letzten Zehn Kilometer, da das Ziel nicht mehr am gleichen Ort
war. Also sollte es kein so enormes Problem sein, den Weg zu finden.
Der Ritt ist ja nicht markiert, jeder kann sich seinen eigenen Weg
suchen, es müssen einfach alle Kontrollpunkte und Vet-Checks
angeritten werden.
Wir sind also nach einer fünfstündigen
Fahrt am Freitag nachmittag am Start angekommen, ich hatte uns diesesmal
einen besseren Weg gesucht, damit wir alles auf Bundesstrassen fahren
können. So machten wir uns daran den Paddock aufzustellen,
damit sich Phöenix die Beine vertreten und grasen kann. Kaum
hatten wir das geschafft, stellten wir Phöenix noch einmal
in den Anhänger rein und blieben auch gleich selber drin stehen...
da kam grad ein heftiges Gewitter runter. Ein Blitz hatte und alle
erstarren lassen, denn dieser schlug unweit von uns irgendwo ein.
Es dauerte nicht lange und denn war es auch schon vorbei. Phöenix
stand im übrigen die ganze Fahrt super ruhig in seinen neuen
Anhänger! Dann konnten wir Phöenix der Tierärztin
vorstellen und alles war bestens.
Am nächsten Morgen war Start um acht Uhr auf
die erste Etappe von 68 km. Erst gab es aber noch ein 'Cüpli',
offeriert von der Schirmherrin. Da stand Phöenix zu meiner
Überraschung absolut ruhig. Bevor es dann los ging, haben wir
uns etwas von der Gruppe entfernt, damit wir dann in aller Ruhe
hinterher starten konnten, auch da blieb er ganz ruhig. Ich habe
ihn dann am Anfang ein bisschen gewähren lassen, damit er sich
austoben kann, und habe die eine oder andere Alternative geritten,
damit wir bald alleine waren, denn dann geht das mit Phöenix
einfach besser. Beim ersten Stop waren wir dann auch nur knapp (zwei
Minuten) hinter der führenden Vierergruppe. auf dem nächsten
Teilstück habe ich diese Gruppe denn auch fast eingeholt, weil
aber Phöenix dann mit Pullen anfing, hab ich mich auch entschieden
eine Alternative zu reiten, damit wir die vier nicht dauernd sehen.
in dieser Alternative haben wir dann wieder ein bisschen Zeit verloren,
denn wir lagen beim Hauptstop drei Minuten zurück. Dafür
war Phöenix ruhig geblieben. Dann führte die Strecke durch
das brühmt-berüchtigte Vögeletal. die meisten reiten
dort nicht der Strecke nach, weil das ein Umweg ist. Ich wollte
aber alleine sein und vorallem wollte ich diesesmal den richtigen
Eingang in das Tal finden, den hatte ich die beiden letzten Male
nicht gefunden. So verlor ich mehr Zeit (etwa eine halbe Stunde)
auf die jenigen, welche ausserhalb des Tales ritten. Also wurde
ich von einem Duo und einer fünfergruppe überholt, allerdings
konnten wir die fünfergruppe noch einholen um dann gemeinsam
in die letzte Pause zu reiten. Phöenix lief gut, ausser dass
er sein linkes Hinterbein nicht immer richtig hob. Das letzte Stück
bestritten wir dann zu Beginn mit der Fünfergruppe, was aber
nicht lange ging, denn Phöenix konnte einfach nicht in einer
Gruppe laufen an diesem Wochenende, also ritt ich davon und holte
das Duo noch kurz vor dem Ziel ein und wir ritten dann zu dritt
ins Ziel! Bei der Schlusskontrolle sah man dann eben, dass Phöenix
das Bein hängen lies, jedoch sagte die Tierärztin, dass
er nicht lahm ginge sondern einfach erschöpft sei. Also 68km
in der Wertung in Tempo 14.07 km/h! :-) Das Wetter an diesem Tag
war sehr heiss (ca. 30°) und schwül.
Am nächsten Morgen wurde der Start um eine
Stunde vorverlegt, da es wieder so heiss werden sollte und 80km
auf dem Programm standen. Also um sieben los. Bevor wir jedoch starteten
haben wir Phöenix noch einmal der Tierärztin vorgestellt
um zu sehen wie er läuft. Er lief Prima! Wieder bin ich zuhinterst
gestartet und hab denn mal alle anderen überholt, ausser der
führenden Vierergruppe. Es hat mehrere Vorteile zuhinterst
zu starten: Phöenix bleibt ruhiger und man sieht alle Konkurrenten
mindestens einmal am Tag! :-) Ziemlich bald hatte ich die Vierergruppe
denn eingeholt gehabt und eigentlich auch überholt, aber die
wollten sich nicht abhängen lassen, so sind wir zu fünft
weiter geritten, wobei ich meist die Führungsarbeit übernommen
hatte, weil eben Phöenix nicht in der Gruppe laufen konnte,
und so wenigstens einigermasse ruhig lief. wir ritten bis kurz nach
dem Hauptstop (dem Zweiten an diesem Tag) zusammen, dann wollte
und musste ich etwas ruhiger gehen. Beim Zweiten Stop hörten
wir so Geschichten, dass nach uns eine riesige Lücke sei, und
dann kämen schon bald die beiden Fyords, welche aber nicht
wirklich zu den schnellsten gehören. Wir witzelten, dass sich
die anderen wohl veritten hätten, und so war es dann auch.
die Aussagen gehen auseinander: zwischen sechs und dreissig Kilometer
wurden zuviel geritten von den Betroffenen. Zurück zu uns,
da Phöenix nun wieder damit begann das Hinterbein hängen
zu lassen, wollte ich eben ruhiger reiten, das ging aber nicht in
der Gruppe. Nicht wegen der gruppe sondern wegen Phöenix, also
zog ich die Notbremse und suchte kurzerhand eine alternativroute,
damit ich die anderen 'verlor'. Das hat auch geklappt, aber die
hatten dann kurz später Mühe den Weg zu finden und so
traf man sich wieder... also musste ich noch mehr Notbremse machen,
und das ausgerechnet an einer Stelle, wo Sabine und die Betreuer
der anderen warteten und uns von weitem gesehen haben. Ich lies
die vier ziehen und wartete einfach mit Phöenix, stieg dann
ab und führte ihn zu fuss den Hügel hoch. Die vier hatten
wohl gewettet, ob ich nun ruhiger reiten möchte (Stefan Zöller)
oder eine Abkürzung nehme (Heike Blümel, Nicola Ohnemus).
Stefan bekam dann Abends ein Weizen! Danach konnten wir dann endlich
ruhiger reiten, was auch gut war. Im nächsten Stop bei 60km
haben wir dann aufgehört, weil Phöenix eben das linke
Hinterbein hängen liess, und es mir/uns wichtiger war am dritten
Tag noch einmal reiten zu können. So haben wir an diesem Tag
60km in der Wertung in einem Tempo von 14.13 km/h gemacht. Total
also 128km. Das Wetter war, wie erwartet, gleich wie am Vortag.
Nachdem wir dann ins Ziel gefahren sind, den Paddock aufgestellt
hatten und alles eingerichtet kamen dann die ersten vier.... und
danach etwa zwei oder drei Stunden (wenn's reicht) keiner mehr...
da hätte ich die restlichen zwanzig Kilometer auch zu Fuss
machen können. Aber die Entscheidung war richtig!
am dritten Tag, nach dem es die ganze Nacht geregnet
hatte, wurde ebenfalls um sieben gestartet, auch an diesem Tag zeigten
wir Phöenix noch vor dem Start und auch hier lief er gut, ausser
einer leichten Verspannung wegen der nassen Kälte. Die Tierärztin
meinte, der müsse geritten werden. Mit der Vierergruppe hatten
wir am Abend vorher vereinbart, dass sie mich ziehen lassen, da
ich ja nun keine Konkurrenz mehr war, willigten sie ein. Einfach
nur, damit Phöenix ruhiger blieb. Er lief sehr schön an
jenem Tag. einzig, dass er ab und an zeigte, dass er keine Lust
hat alleine bei dem Wetter, denn es schüttete ununterbrochen.
Dennoch war es sehr schön mit ihm... am hängenden Zügel
in aller Ruhe! Wir machten die ganzen 58km alleine. nach etwa 48km
freute ich mich noch über den Umstand, dass mich ein Betreuer
gesehen hatte als ich den Kontrollpunkt pasierte, denn dort war
noch keiner. Wie ich dann später erfuhr wurde der auch nicht
besetzt. Kurz vor dem Ziel (etwa drei Kilometer) ritt ich eine Strasse
runter (wie eingezeichnet) und da kam eine fünfergruppe (die
sich am Vortag so verritten hatte) von rechts auf einer Landstrasse
auf der sie nicht sein konnten, wenn sie auch den Kontrollpunkt
angeritten wären. Zudem hatten sie beim letzten Stop etwa eine
halbe Stunde Rückstand auf mich. Ich ärgerte mich ein
bisschen und dachte, das passiert wenn man die KPs nicht besetzt.
Ich kam dann nach dieser fünfergruppe, aber noch vor der führenden
vierergruppe ins Ziel. Ich war froh und überglücklich!
Froh, weil ich einfach nur noch kalt hatte, und überglücklich,
dass Phöenix das alles geschafft hatte! Durch einen Protest
einer Betreuerin, welche lange Zeit am KP gewartet hatte, wurde
ich dann doch noch Tagessieger. Den ganzen Ritt habe ich als 14.
mit 186km in einem Tempo von 13.16 km/h in der Wertung beendet!
Somit haben nun Phöenix und ich 3388
km in der Wertung und Phöenix hat sich in die "Alltime
Top Ten der Schweizer Distanzpferde" gelaufen (im Moment)!!!!
zurück zur Monatsauswahl!
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Juni 2007
6. Juni: Wir kommen immer besser voran. Mittlerweilen sass
ich schon dreimal auf unserem grossen Schimmel, zweimal davon ganz
alleine. Er ist immer noch sehr unsicher und man merkt ihm an, dass
der Gurt nicht wirklich das ist, was ihm am besten gefällt,
aber er vertraut mir. Mehr oder weniger. Longieren lässt er
sich mittlerweilen absolut klasse, auch über Stangen treten
macht er toll. Plastiksachen und das ganze Schrecktraining zeigen
auch immer mehr Erfolg, er kann das ganz cool über sich ergehen
lassen. Mal sehn, Mitte Juni gehen wir mit beiden Grossen an einen
weiteren Horseathlon. Ich werde Bahadur reiten und den Schimmel
zu Fuss führen. Ich bin gespannt. Die ersten Stuten sind auch
tragend, was mich natürlich besonders freut. Und die ersten
Fohlen sind auch geboren worden. Ich habe bisher einige ganz tolle
Rückmeldungen erhalten und freue mich immer wieder, wenn sich
die Züchter über die tollen Fohlen freuen und sich Bahadur
bereits für das kommende Jahr reservieren lassen, toll.
10. Juni: Gestern habe ich Bahadur ausgiebig Dressur gearbeitet
und siehe da, er weiss noch viel, er bietet viel an und wir haben
heute viel Muskelkater :-o. Dafür bin ich dann früh aufgestanden
und wir haben eine wunderbare Tour durch die Berge gemacht. Immerhin
vier Stunden waren wir unterwegs und ich finde immer schönere
Reitwege, je weiter wir uns von unserer Heimat entfernen. Heute
bin ich wieder zur Schafmatt hoch (leider keine Alpen zu sehen,
nur Suppe) und dann weiter Richtung Anwil. Hab dann doch einen Weg
zurück genommen, weil ich ja nicht übertreiben wollte
mit unserem Muskelkater. Aber das nächste Mal reite ich weiter,
da oben lässt es sich wunderbar reiten. Stellt euch vor, Wiesenwege!
Und Wege mit Mittelstreifen aus Gras, wow. Bahadur war auch jeden
Fall happy, und ich auch!
17. Mai: Ja, genau, heute bin ich Stolz! Stolz auf meinen Bahadur
und eigentlich noch stolzer auf Shagir (wir gewöhnen uns langsam
an den Namen, hihi). Wir waren heute mit Bahadur zum zweiten Mal
am Horseathlon und mit Shagir zum ersten Mal. Badu war bei der Bodenarbeit
nicht ganz so souverän wie das letzte Mal, allerdings waren
es noch fordernde Aufgaben. Toll fand ich wie er auf das Podest
ist, über die Brücken, in den Hänger rein (wenn wundert's
- aber ich weiss was ich gestern gesehen habe! Ein Hänger in
der Halle ist nicht unbedingt das was Pferde wohl mögen), oder
durch den Stangensalat. Im L hatte er wahrhaft einen Beinsalat,
egal wie ich es machen wollte, er wollte gar nicht geradeaus rückwärts
gehen. Komischerweise kann man OHNE Begrenzung super geradeaus und
um Ecken, aber das nutzt mir ja nichts. Und bei der Vorhandwendung
hat er mir alles 'versaut' mit ich weiss was du willst :-) und statt
der eine Wendung macht, piaffiert er :-o, beim zweiten Anlauf und
nur mit Körperzeichen ging es ohne Piaffe :-). Ach ja, alles
was in irgendeiner Form seitwärst ging hat er natürlich
super gemacht.
Die Gelassenheitsprüfung fand ich genial! So tolle und interessante
Aufgaben, dazu seht ihr die Bilder. Erst durch zwei Frösche
über einen blauen Plastik, heja. Dann zwei Säcke zusammengebunden,
gefüllt mit Raschelheu über den Rücken legen und
um eine Pilone laufen. Knifflig wurde es bei No. 3 da wollte Badu
zwar durchlaufen (war eine Plastikwanne) aber partout nicht stehen
bleiben, dass ich dann auch noch um ihn rum sollte, fand er nicht
lustig, hat es dann aber doch noch gemacht. Und der PET-Flaschen
Vorhang ist auch eine Herausforderung :-) dafür fand er das
Peitschenschlagen um den Kopf rum sowas von gähnend langweilig
und durch den Ballonkanal war auch gäääääähn,
hihi. Nägel einschlagen? Pff...und? Oder mit der Fackel rumlaufen?
Und?
Dann gab es eine Geländeprüfung mit Wall hoch und runter,
durch Wasser, dass ein riesiges Schlammloch war und über einen
Graben! Was fand Badu dazu? Der ärmste ist wohl so auf Entzug,
der zog alles an :-)))))))) und nach dem Graben kam das grosse Gebuckel
und die Schuhe flogen :-))))))
Ausreiten war dann eher etwas hengstig *räusper* und dann
gabs nochmal Geländeprüfung, einen Tiefsprung *hüstel*
etwa 20 cm und einen Sprung *nochmehrhüstel* von etwa 20 cm
- in seiner Verzweiflung ist Badu alles in bester Manier gesprungen!!!!
Herzig...also, ab ins Springtraining!
Ach Jaaaaa.....Trail war ja noch :-). Das hat er eigentlich alles
toll gemacht, ausser dass er schon wieder nicht stehenbleiben wollte,
damit ich den Ast wieder aufhängen konnte und als ich die Mühle
auf einem Teppich, natürlich auf dem Pferd, machen musste,
ging es gut, bis ich beim letzten Dreher war, da ist er mir weggelaufen
der Sepp. Aber über die Brücke dafür superschön.
Durch die Pilonen sowieso, rückwärts auch gut....ich war
sehr zufrieden.
Dann hab ich Shagir vorgezogen. Wir haben neben einer Eisenbahnstrecke
geparkt und haben das nicht realisiert, der war total wuschig bis
wir zurück gekommen sind. Hab ich also gebeten, dass ich vorher
gehen kann. Auch wegen David, damit wir nicht solange dort sein
mussten. Ich war ja gespannt wie ein Flitzebogen wie er sich anstellt!!!
Anfangs war er total rüpelig und ich musste ziemlich schroff
sein, damit er mich wahrgenommen hat, aber dann war gut. In der
Halle war er soooooo konzentriert und hat zweimal eine Herzbaracke
:-). Da lag der Teppich vom Trail auf der anderen Seite, Gott konnte
er den angucken *lach*. Aber - er ist mit mir um die Schirme getrabt,
mit mir über die Brücke gelaufen, beim zweiten Anlauf,
durch das Tor ohne mit der Wimper zu zucken (wo Jarni, für
die, die ihn kennen, einen Flug genommen hat!), über die engen
Stangen ganz toll. Rückwärst laufen in einem L war auch
nicht sein Ding, aber wenigstens die eine Hälfte. Seitwärts
war ganz super und Vorhandwendung auf und sogar auf das Podest ist
er hoch!!!! Ohne dass wir das je geübt hätten! Ja und
dann hat er mich echt erstaunt, der ist nach ganz kurzem Zögern
in den Hänger rein, stillstehen ohne was und wieder raus -
WOW!!!!! Super Pferd!!!
Und dann draussen bei der GLP, auch ganz toll. Über den Plastik
ohne was, die Säcke rumgetragen DARAUF WAR ICH BESONDERS STOLZ!.
In die Wanne rein und sofort stehengeblieben, allerdings hab ich
zwei Anläufe gebraucht, bis er auch stehenblieb als ich um
ihn laufen sollte :-o, durch die Pet durch und dann wieder Herzbaracke
(Peitschen hat er super gemacht), huuuuuch die Ballone bewegen sich
ja, waaaaas da durch? OK.....und lief mir hinterher. Alles andere
war wieder ohne was! Problemlos....genial!!! Der wird immer besser.
Ja und die Geländehindernisse haben wir dann zu Fuss gemacht,
was soll ich sagen? Wall hoch und runter, durch den Matsch ohne
zu zögern und sogar über den Graben OHNE ZU GUCKEN! Den
Wall hoch und runter ohne was und über das nette Hüpferchen
gesprungen! Ohne einmal zu zögern....boah.... Wie gesagt ich
bin stolz! Auf mich und auf die beiden Pferde...
Und nun geniesst die Bilder :-)
über das Brückchen
Podest
Ballon Zickzack
rauf mit den Säcken
Petflaschenvorhang...
26. Juni: Picasso ist tot - Überfahren….
Nachdem wir unseren Garten ausbruchsicher eingezäunt hatten,
alle Schlupflöcher zugemacht, alle Katzen den Zaun respektiert
UND akzeptiert hatten….wir dachten uns wirklich auf der sicheren
Seite!
Findet dieser dumme Kater ein Schlupfloch… nicht mal unser
Ausbrecherkönig, Spike, seines Namens Bauernkater hat Schlupflöcher
gefunden!
Haut vorgestern Abend ab….
Gestern Abend reg ich mich so auf, weil er noch nicht wieder aufgetaucht
ist, dass ich beschlossen hatte, heute mach ich einen Termin ab
fürs kastrieren (wollte ich sowieso, er war in letzter Zeit
einfach zu doll auf Hormone, zu unruhig, das gefiel mir nicht mehr,
ausserdem wäre sowieso Pause gewesen bei den Damen bis in den
Herbst) ironisch oder?
Fahr ich heute morgen ausnahmsweise mit dem Auto (sonst immer mit
dem Fahrrad, da fahr ich einen anderen Weg) und seh ihn liegen.
An einer sehr übersichtlichen Stelle, sozusagen mitten auf
der Strasse! Im Dorf, eigentlich 50, aber frühmorgens kann
‚man’ ja Gas geben. Ich behaupte, wäre ‚man’
50 gefahren, hätte ‚man’ Kater gesehen! Wäre
ich früher aufgestanden und mit dem Auto gefahren, wäre
er vielleicht noch am Leben, dann hätte der oder die Fahrerin
langsamer fahren müssen wegen mir. Picasso war noch ganz warm,
als ich ihn gefunden und aufgehoben habe! Nicht mal angehalten hat
man, zum Kater auf die Seite zu legen, oder zu gucken ob er noch
lebt. Totfahren und weiter fahren *schimpf*
Dieser dumme kleine Kater, so unter Hormone *seufz* und irgendwie
ahnte ich gestern Abend schon fürchterliches. Normalerweise
kam er IMMER nach Hause (ist uns ja ohne Zaun vorher schon einige
Male abgehauen)! Und wenn sie so stromern, dann wird es gefährlich,
egal ob Kater oder Kastrat! Das weiss ich leider aus Erfahrung…..
Nun hat Roger ihn in unserem Garten begraben, mit Sicht auf den
Berg, damit er immer in die Weite gucken kann *heul* und als ich
zur Arbeit fuhr, begleitete mich ein riesig, dicker Regenbogen!
*heul*
Dich vergessen wir nie Picasso, vor allem in deiner eigenen Art
wie du mit David, unserem Sohn umgegangen bist. Das war einmalig
und wird es immer sein. Auch als Deckkater warst du einmalig, ein
Kater der mit den Zuchtkatzen und den Kastraten friedlich zusammenlebt
- und nicht markiert! Einen grösseren Glücksfall gibt
es schon gar nicht. Dazu warst du souverän in deiner Art und
hast dich nie gross auf Streitigkeiten eingelassen..ach Picasso,
was machen wir nur ohne dich?
zurück zur Monatsauswahl!
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Juli 2007
8. Juli: Mensch was war ich nervös und fertig mit
den Nerven am Freitag! Ich hatte wirklich grosse Angst vor der Voruntersuchung,
lassen sie mich starten? Sehen sie, dass Bahadur wirklich keine
Schmerzen hat? Sehen Sie dass er leicht ataktisch läuft? Viele
Fragen und lange keine Antworten. Hab mich dann am Zoll noch geärgert
ohne Ende, diese Dummbatzen haben uns nach hinten geschickt, in
die LKW-Abfertigung!!!!!!!!!! Vorne nix los! Resultat? 50 (!!!!)
Minuten anstehen, für zwei lächerliche Stempel. Im Vergleich
dazu, heute die Rückreise = in 8 Minuten durch alles durch!!!
Dann wars noch turbulent auf der Hinreise, weil
sie kurz vor dem Zielort Umleitung so schlecht ausgeschildert hatten,
dass wir im Nirgendwo gelandet sind, war auch lustig, haha. Dann
aber endlich da, Pferde auspacken, Paddock bauen und Pferde zeigen
gehen. Erst Phöenix, hach a was soll man dazu sagen? Alles
klar, alles A, alles top. Dann Bahadur, ich erzähl wegen Schädelbruch.
Dann vortraben, ja man würde es sehen, er läuft schräg
und mit dem rechten Hinterbein irgendwie nicht so wie er soll, kriegt
ein B ich darf starten! Uff….viele Steine runter!
Am nächsten Morgen David übergeben, Christine hat sich
freundlicherweise zur Verfügung gestellt und hat David mitgenommen,
so toll. Dann haben wir uns Zeit gelassen und sind erstmal prompt
in die falsche Richtung geritten, hihi, Roger hat den Start nicht
wirklich gefunden, dann aber endlich los. Wir sind keinen Kilometer
weit gekommen, zosch, der erste Schuh runter und zwar weil er sich
drauf getreten ist, im locker leichten Trab, habs gehört. Hab
Roger angeguckt, bin abgestiegen, hab den zweiten Schuh auch ausgezogen
und gesagt, mal gucken wie weit wir kommen. Die Wegen waren und
sind schlichtweg sensationell, man kann da wirklich barhuf reiten!
Wiesenwege ohne Ende, kilometerweit, sandige Wege, nicht tief, sondern
richtig toller, fester Sand. Dazwischen mal bisschen Schotter im
Wald, mal Teer oder Beton aber nicht der Rede wert. Es war einfach
nur unsagbar wunderschön, herrlich, nicht in Worte zu fassen
so schön. Ich hätte immer wieder heulen können. Galoppieren!
Ich mit Bahadur! Wow…..Gänsehautfeeling. 15 km lang!
*prust* und dann guck ich Roger an und sag nur, ich hab mich nicht
mehr erinnert wie anstrengend Distanzreiten ist *grins*. Roger war
nur am grinsen, Frechdachs. Und von da an hab ich mich wirklich
von Kilometer zu Kilometer 'geackert’. Konnten wir lange galoppieren
ging es mir sensationell (vor allem mit dem Trekker, den Sattel
geb ich nie wieder her!!!!! Soviel tausend Mal komfortabler als
alles was ich bisher auf Badu an Distanzritten hatte!!), im Schritt
sosolala, weil Badu nicht wirklich Schritt lief, im Trab gings auch,
aber irgendwann sagten da meine Knie und Fussgelenke autsch….trotz
der weichen Bügel…hab heute rausgefunden dass zumindest
die Fussgelenkschmerzen von den Schuhen kamen. Mist, schon wieder
neue Schuhe suchen….
Dann, endlich, nach 25 km die erste Pause. Ach
ja, am Abend vorher hiess es, dass die Strecke um einiges länger
ist, weil sie a) eine Autobahnbrücke abgebrochen hatten!!!
Und wir einen Umweg reiten mussten und b) einige Wege durch den
vielen Regen so verschlampt und versumpft waren auch da Umwege.
Sprich statt 82 km waren es auf einmal 90 km! Aber eben, Pause,
und oh Schreck, eine dritte Tierärztin! Ich also hin, wieder
erklären (zum Glück stand das auch in der Karte), sie
untersucht Badu, vortraben, sie guckt mich an und sagt nur –
also der geht eindeutig klar und sauber, taktrein, einfach bisschen
schräg (das hat er schon immer gemacht beim vortraben!). Wie?
Ehrlich? Ja, der geht sauber und gut….hab ich während
dem reiten ja gemerkt, dass er von Galopp zu Galopp durchlässiger
und weicher und runder wurde und vor allem die Vorderbeine weiter
nach vorne gegriffen haben. Also hatte ich Recht! Hab ja gesagt,
der braucht Galopp und zwar kilometerlang. Na gut, Pause, danach
ging es mir besser und ich war bereit für die nächsten
19 km aber ohweh, schon ziemlich früh haben uns die ersten
und schneller 40 km Reiter überholt und da war dann vorbei
mit lustig. Ich hatte ein Monster unter mir, dass sich rechts so
hart machte, mir fällt heute noch mein rechter Arm ab. Aber
nein, ich war sturer und hab gekämpft und gezogen und irgendwann,
so 5 km vor der nächsten Pause hatte ich wieder den angenehmen
Badu. Und verlier nochmal nen Schuh (hatte wieder alle angemacht).
Diesmal kein umdrehen, ich wusste wo er lag und ins Ziel, bevor
uns noch mehr überholten und ich wieder ein Monster hatte.
Bei 45 km dann Pause. Wieder untersuchen, Pulswerte
waren immer toll und schnell unten (für Bahadurs Verhältnisse)
und vortraben. Sie guckt und meint, hmm, hinten um 50% BESSER als
gestern im Voruntersuch aber nun hält er sich vorne links bisschen
in der Schulter fest. Aber ich soll nur weiter. Das tut ihm gut.
Pause, bisschen sitzen, viel trinken (wir hatten einen super sonnigen
Tag, mit immer wieder mal sehr heiss und glücklicherweise immer
wieder mal Wolken). Dann wieder Schuhe anziehen (also den, den ich
verloren hatte) und los. Ihr glaubt es nicht, keine 500 m schwups
der erste Schuhe runter. Ich guck Roger an, ok, ich zieh den wieder
an und dann machen wir folgendes, nur noch Schritt und Galopp! Kein
Trab mehr, ich kann den traben wie ich will, er hat keine Chance,
er ist zu kurz, der Trab zu gross, der tritt sich von hinten auf
die Schuhe und die fliegen. Also gut. Das ging sogar hervorragend
und siehe da – keine Schuhe mehr verloren es war der helle
Wahnsinn!!! Und Badu mochte das irgendwie. Das war sowieso enorm
erstaunlich, der lief und lief und lief und lief. Gar nicht so wie
von 'früher’ gewohnt, dass er sagt, das stinkt mir, nein
er wollte laufen! Dann aber, so gegen Ende, also kurz vor der dritten
Pause stolperte er immer öfters und ich bin öfters Schritt
gegangen, also Roger natürlich auch (brauch euch kaum zu sagen,
dass Phöenix etwas angestinkert war, dass er so langsam gehen
musste, hihi), Badu war müde….durfte er ja auch. Bin
dann in die Pause reingelaufen und meinte zur Tierärztin, ich
möchte mit ihr entscheiden ob weiter oder nicht. Er ist müde…aber
wie sich das auswirkt?!? Es wirkte sich aus, er lief nun wieder
deutlich schlechter und man sah das Hinterbein wieder komisch laufen.
Also gleich zusammen beschlossen, aufhören, jetzt und vor allem
IN DER WERTUNG! In der Nachuntersuchung, nach 20 Minuten lief er
dann wieder deutlich besser. Fazit, er braucht langes laufen, aber
wenn er dann müde wird, sieht man es wieder besser.
Ich war so stolz, ich mein, es waren 71 km!!!!!
Nach zwei Jahren eher nichts tun und erst seit wie vielen Wochen
wieder Konditionsaufbau????? Klar, wir waren viel am Berg (was wieder
mal bestätigt, dass Berg, hoch und runter und klettern im Schritt
super ist für den Konditionsaufbau!) und alles, aber trotzdem,
das ist nicht selbstverständlich in meinen Augen. Als ich dann
mit Badu am grasen war, kamen sie, die Tränen, Erleichterung,
Glück, alles zusammen. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, man
vergisst fast wie toll das ist!!!! Ja und dann durfte Phöenix
endlich noch flitzen, 19 km über wieder tolle Graswege, an
Deichen entlang und kleinen Bächlein, der sah richtig happy
aus als er ins Ziel trabte. Wir sind zeitgleich angekommen, der
liebe Klaus hat uns abgeholt. Hach da waren so viele nette Leute
die uns geholfen haben, echt der Hammer…..
Ja und so ist Phöenix über 90 km gelaufen
und Bahadur über 71 km. Wir waren beide die Schlusslichter
im Klassement, aber das ist so was von egal….ich freu mich
einfach nur….
In der Transportfreigabe donnerte Phöenix
dann wieder los und Bahadur hat wohl Muskelkater wie ich auch und
war bisschen steif, aber nicht so schlimm….
Wir machen weiter, wir geben nicht auf!
Wir werden aber Ende Juli nun sicher in Marbach
starten, denn da sind wieder dieselben Tierärzte, ich denke
es ist von Vorteil, wenn diese Bahadur kennen. Dann sieht man sicher
auch die Fortschritte, die er hoffentlich machen wird.
Einziger Wermutstropfen…..David ist krank,
wahrscheinlich Hitzschlag, hat Fieber, einen hochroten Kopf, klagt
immer wieder über Bauchweh und schläft eigentlich seit
gestern Abend 21 Uhr. Manchmal wacht er auf und weint, dann wieder
schlafen. Nun hat er ein Zäpfchen gekriegt und schläft
seelig.
21. Juli: Freitag im Stau anreisen, Paddocks aufbauen, wenig Platz,
weil sie am bauen waren. Die ersten Meckerer waren schon fleissig
am meckern. Wir konnten dann noch eine klasse neue Karte kaufen
und haben einen weiteren, interessanten Weg gefunden und abends
ALLE gefragt (inklusive optischem Zeigen des Weges), traut ihr euch
da hoch zu reiten? Sehr steiler Weg! Ja klar, das machen wir!
Am nächsten Morgen also los, das war ein richtiger
Alpweg, ausgetreten, sehr schmal, im Zickzack sozusagen gerade den
Berg hoch (Roger ahnte, dass es um die 900 Höhenmeter auf 2
km seien!). Dann kam der erste Zaun, das war nicht wirklich lustig,
acht Pferde im Berg anhalten, einer macht den Zaun auf. Weiter über
eine Wiese, das ging ja noch alles, dann wurde der Pfad zusehends
schmaler, abschüssiger, eine Seite Berg, eine Seite abschüssiges
Tal!! Dann auf einmal wieder Zaun und dahinter kein Weiterkommen
mehr mit den Pferden, wir haben also entschieden wieder umzudrehen
und den 'normalen’ Weg zu reiten. Runter ging das viel einfacher
(andere empfanden das nicht so, ich schon). Ich war superstolz auf
mein Pferd und mich auch, hab ja echt eine Phobie bei solchen Wegen….
*schluck*
Der Weg nach Hospenthal war super, sehr eben, mal
dem Fluss entlang, dann ganz schmal über viele kleine Brücken,
dann Wiesenweg, hat mir super gefallen. Kurz vor Hospenthal, dann
wieder phobischer Weg und dazu stolperte Badu dann noch 2 x *schluck*,
dann eine supertolle Brücke, das hat mir gefallen. Auch das
durchreiten des Dorfes war lässig.
Und dann ab auf die alte Strasse den Gotthard hoch.
Rein von der Steigung her war das ja Pipifax, aber diese engen Pfade,
diese Schlängelei, manchmal über Felsen, dicke Steine,
Sumpflöcher usw. das war echt anspruchsvoll. Bei manchen Passagen
hat es die Reiter allerdings mehr geschafft als die Pferde! Ich
glaube allgemein, haben die Pferde das alles besser weggesteckt
als die Reiter! Deren Nerven manchmal heftig flatterten, wie meine
auch. Vor allem als mein Hengst 3 x Anfälle hatte vom Gröbsten!
Hengstanfälle! Einmal dachte ich, nun ist es vorbei, nun stürzen
wir da die Schlucht runter!!!!! Mitten im Hang, mitten in den Steinen
fing der an abzudrücken, wollte den anderen hinterher (dabei
waren wir MITTEN im Pulk) und liess sich nicht mehr halten, hat
total durchgedreht, eben so hengstig!! Ich kann und will es nicht
mehr beschreiben, aber es war SEHR lebensgefährlich! Beim dritten
Anfall bin ich runter gehüpft und hab mein Pferd ziemlich 'verhauen'!!!!
Danach war dann endlich Ruhe und er konnte den Rest des Tages genial
laufen….ich weiss bis heute nicht, weswegen er ausgerechnet
diesem einen Pferd nachrennen musste….ja es war eine Stute,
aber er hatte noch eine andere Stute bei sich! Die war wohl anscheinend
nicht die richtige…?!?
Na egal, optisch war der Ritt eine Augenweide und
absolut beeindruckend! Was man alles mitkriegt, wenn man zu Pferde
unterwegs ist, wow!! Phantastisch. So hatten wir ein Abenteuer mitten
in der Schweiz und wenn ich den Aufstieg mit den Videos vom Tevis
Cup, genauer dem Cougars Rock vergleiche - dann steht der Aufstieg
dem in gar nichts nacht, wenn wir nicht sogar noch schwierigere
Passagen hinter uns gebracht haben. Unsere Pferde haben das riesig
gemeistert und wir dürfen mit Recht alle auf unsere Vierbeiner
stolz sein!
22. Juli: Heute ist er eingezogen! Unser neuer Kater. Taiyoukai's
Ju Shou, ein blue point Kater, gezüchtet von Caroline Skirl,
aus Oranienburg, D. Danke Carolin für diesen genialen Kater.
Er lebt sich sehr gut ein, spielt schon mit Mary-Lins Kitten und
macht langsam Damenbekanntschaft :-). Er ist absolut menschenbezogen
und so freundlich, ich hoffe sehr, dass er das behält. Wir
sind schon super gespannt wie er sich dann mit unseren Damen vererbt.
28. Juli: Und er läuft und wird geritten und ist brav und läuft.
Ja, die Rede ist von Shagir, ich staune nur. Nachdem wir nun sehr
lange an der Longe gearbeitet haben, auf dem Platz geritten sind,
habe ich mich in den letzten Tagen auf die Stoppelfelder gewagt.
Erst nur im Schritt, viele Figuren, am zweiten Tag dann auch im
Trab. War der erste Trab noch sehr unsicher und schwankend, war
es am nächsten Tag schon deutlich besser und er zeigte, was
für ein enormes Potential in ihm steckt. Wenn wir die Nerven
in den Griff kriegen, dann geht es ab ins Viereck. Naja, immer ruhig
mit den jungen Pferden :-) aber darauf freue ich mich schon. Desweiteren
wird er immer öfter an der Hand mitgenommen. Da flegelt er
zwar heftig rum - aber auch das wird immer besser. Ich bin ja gespannt
wie das weitergeht.
zurück zur Monatsauswahl!
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August 2007
4. August: Schutzengel ohne Ende hatten wir heute….
Das Schreckgespenst überhaupt, davor, wovor ich Angst ohne
Ende hatte…ist uns heute passiert…
In Kürze das wirklich supergute (vielleicht morgen noch mehr,
ich muss irgendwie meinen Schock per Mail verarbeiten, sorry). Roger
und Phöenix sind heute in der Schweiz an einem 100 km Rennen
gestartet und wurden tolle Dritte. Es waren sehr schwere Bedingungen,
Strecke länger als vorgegeben (irgendwo zwischen 112 und 120
km), Wetterbedingungen sehr schwer – erst Nebel, dann Sonne,
drückend schwül, in der Sonne bis zu 32 Grad (und die
mussten viel in der Sonne reiten) und sehr harter Boden, obwohl
es in der Nacht vorher viel geregnet hatte, dennoch war alles steinhart.
Phöenix ist hervorragend wie eine kleine Uhr gelaufen. Darüber
haben wir uns alle riesig gefreut.
Dann war noch die Transportfreigabe, auch da alles besten…
Roger hängt den Hänger an….
Ich biete Roger an zu fahren, weil er wirklich sehr müde war….
Wie fahren los…
Reden und unterhalten uns….
Kommen in Zürich an, sind also ca. 50 km….oder mehr,
keine Ahnung….
Spür ich was am Auto und denk noch, Phöenix nein, nicht
nun auch im neuen Hänger so spinnen….
Seh ich im Rückspiegel wie der Hänger nach rechts ausschert,
immer weiter weg vom Auto ist, sich überschlägt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Bin ich schon nur noch am Kreischen, abbremsen, anhalten, wir sind
beide aus dem Auto rausgesprungen, Hänger bleibt seitlich liegen,
Dach weggeschleudert und nur noch hinten dran….mir schiessen
Tränen in die Augen und ich schreie wie doof….. Komm
ich an, versucht Roger Phöenix loszumachen, ist wohl ebenso
unter Schock wie ich, ich kann das Seil lösen, hol mir einen
riesigen Schnitt am Finger….egal Phöenix steht!!! Phöenix
lebt!!!!! Er hat eine Schramme über dem Auge die blutet und
zwei, drei Schrammen am Körper. UND SONST NICHTS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Also nichts offensichtliches…….
Wenn ich das so schreibe wird mir grad wieder schlecht und ich
könnte einfach nur kotzen……
Was war? Keine Ahnung! Polizei denkt, dass Roger den Hänger
nicht richtig angehängt haben. Heja, wir fahren mehr als 50
km mit nicht korrekt angehängtem Hänger und da fällt
ihm ein, er könnte von der Kupplung springen????????????????????
Nun geht er zum CSI Zürich und wird untersucht mitsamt unserer
Kupplung, um sozusagen zu beweisen, dass WIR die fehlerhaften sind.
Die Polizisten meinten alle nur, ja wissen sie wie oft wir das sehen?
Wie oft deswegen Unfälle passieren? Worauf wir beide gesagt
haben, wozu ist dann der Sicherheitsriegel, der einschnappen MUSS
damit man fahren kann? Man sieht es sofort, dass die Kupplung nicht
richtig dran ist, wenn das Ding nicht runtergeht UND DAS WAR ZU!!!!!!
Wäre das nur oben auf der Kupplung gelegen, wäre der spätestens
in Winterthur vom Auto weg gewesen, bei der steilen Steigung…..
nein das kann nicht sein…..
Ja und wer sich nun fragt wie wir denn heimgekommen sind? In meiner
Panik fiel mir Brigit grad ein, ich ruf an, kann vor lauter heulen
aber nicht reden und überge Roger das Telefon. Ja klar kein
Problem wir kommen. Also hat Brigit wieder angehängt (obwohl
sie auch seit vier Uhr auf war und erst heimgekommen ist, sie war
ebenfalls als Groom unterwegs gewesen in Frauenfeld), und ist mit
Dani zur Unfallstelle gekommen. Wir überlegten noch alle, wie
kriegen wir Phöenix in den Hänger, aber da gab es nichts
zu überlegen, der ist eingestiegen als wäre nichts gewesen,
so ein braves Pferd. Und dann haben sich Dani und Brigit für
uns sozusagen die Nacht um die Ohren geschlagen, weil sie uns begleiten
mussten, da unsere Anhängerkupplung eingezogen wurde von der
Polizei!!!
HIER EIN RIESIGES DANKESCHON AN UNSERE BESTEN FREUNDE BRIGIT UND
DANI! DANKE, DASS IHR UNS GEHOLFEN HABT, DAS VERGESSEN WIR EUCH
NIE!
Fazit? Hänger kaputt, Totalschaden, Versicherungsfall und
die Ferien mit unseren Pferden? Mal gucken, erzwungen wird nun nichts!
Aber Hauptsache Phöenix ist gesund, mein Gott ich darf nicht
denken. Und wisst ihr was das schlimmste war? Das ist auf einer
Brücke passiert! Als der Hänger so rausscherte hab ich
nur noch Panik geschoben, dass der von der Brücke fliegt………..
Oh Mann….
Was das nur wieder soll??????????????????????????
12. August: Schon wieder ein kleiner Horseathlon, diesmal
sozusagen im Nachbardorf. Ich habe beschlossen, dass ich mit Bahadur
und Shagir als Handpferd rüberreite, wenn es schon so nah ist.
Der direkte Weg wäre auch einfach gewesen, wäre da nicht
der Monsun gewesen. Wir hatten sozusagen auf den Weg dahin schon
Horseathlon! Erst über eine Brücke, einzeln, dann schmale
Wege, dann viele Baumstämme (durch den Regen umgefallen) und
irgenwann waren es soviele Baumstämme, dass ich auf dem schmalen
Pfad nicht mit Handpferd weiterreiten wollte. Also umdrehen und
alles aussen rum, über Tecknau nach Oltingen. Als dann in Tecknau
auch noch so böse Alpacas daher kamen war es mit den Nerven
von Shagir vorbei :-/ oh mein Gott was ist denn das????? Der konnte
sich bis nach Oltingen nicht mehr beruhigen, tssss. Wir sind dann
gleich in die GLHP, Roger hat derweilen Bahadur gehalten und versucht
gleichzeitig auf David aufzupassen. Shagir war sehr abgelenkt, es
war alles im Freien und gleich auf drei Plätzen rundherum war
Action angesagt, Trail und Bodenarbeit. Naja, er hat seine Sache
nicht schlecht gemacht, aber eben, wäre er etwas mehr bei mir
gewesen, hätte er vieles besser machen können. Danach
haben wir Bodenarbeit gemacht und da hat er mich dann ein bisschen
erfreut, weil er verschiedene Aufgaben sehr gut gelöst hat,
obwohl noch nie geübt. Bsp. das L, die Stange zwischen Vorder-
und Hinterbeine und dann seitwärts treten, etwas was Bahadur
auch mit grossem üben heute immer noch nicht wirklich macht,
hat er gleich gemacht, als hätten wir nie was anderes gemacht.
Und seine zwei Vorderhufe hat er auch relativ schnell in die Reifen
gepackt. Er konnte sogar bei Pylone B stehen bleiben und warten
bis ich gerufen habe, und dann zu mir und Pylone A laufen, wow....
Bahadur war auch etwas neben der Rolle, sein fünftes
Bein war ziemlich in Fahrt und vieles vom Gehirn war eher triebgesteuert
:-o. Aber ich glaube er war eines der einzigen Pferde, der durch
den Wassergraben gelaufen ist mit Ballons und weissen Flocken drinnen
:-)). Und einmal hatte ich auch einen Vorteil, dass ich einen Hengst
habe. Ins Viereck stellen, stehenbleiben und mit einer klingenden
Kuhglocke runderhum laufen. Was ein Glück lag da ein frischer
Pferdehaufen *lach* so wurde da geschnuppert und man stand wie angewachsen
:-))). Bodenarbeit hat er auch prima gemacht, bis eben auf das Stangen-L
und Hufe in die Reifen, das mag man auch nicht so. Aber das alleine
neben einem laufen, stehenbleiben und auf Zuruf kommen, das hat
er genial gemacht - da hab sogar ich gestaunt!
Der 'Geländeritt' wurde dann von uns nur auf der Spazierroute
gemacht. Es war elend heiss, wir hatten enorm Verspätung, viele
Stechviecher und die Organisatoren waren dankbar, dass wir die kurze
Runde gemacht haben.
Letztlich wurden wir dann also 5te mit Bahadur und 8te mit Shagir
(diesmal nicht mehr letzte, hihi). Und dann wurde ich freundlicherweise
nach Hause gefahren (Danke Marcel!) und musste nicht noch durch
diese Hitze nach Hause reiten.
zurück zur Monatsauswahl!
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September 2007
16. September: Wo fliegt nur die Zeit hin? Jetzt waren
wir schon zwei Wochen in Ferien und sind auch schon wieder eine
Woche zuhause. Irgenwie komm ich gar nicht mehr dazu hier ausführlich
zu schreiben, dabei gibt es doch sovieles zu erzählen. Aber
die Arbeit, der Shop (der super läuft, was uns sehr freut),
David, die Pferde, einen Mann hab ich auch noch, die Vorbereitungen
für die Schweizer Meisterschaft, es ist einfach viel los. Daneben
möchte der Haushalt geführt werden und der Garten ist
ja auch noch. Den haben wir gestern wieder auf Vordermann gebracht,
ächz war das eine Schufterei. Und als Belohnung gab es heute
einen fast 5-Stündigen Ausritt mit einem topfitten Bahadur.
Dem haben die Stadumer Ferien mehr als gut getan. Nichts als Sandwege,
viele Galoppaden, kilometerland, dann der Inselritt, es war einfach
nur herrlich. Das Wetter war nicht gerade optimal, aber man kann
ja nun mal nicht alles haben - oder?
Da Bilder mehr sagen als Worte, hier eine Auswahl unserer Ferienbilder:
Stadum 2007
Ich hab in etwa 500 Bilder gemacht, dauert also ein Momentchen bis
die alle drauf sind :-( macht sich ja leider nicht von alleine...
28./29. September: SCHWEIZER MEISTERSCHAFT IN HÜNTWANGEN
Aus der Sicht des Grooms :-)
Freitag Abend bei richtig ätzend kaltem Wind war das offizielle
vortraben vor den Richtern und den Tierärzten. Die Crew rund
um Gabi und Ueli hatten eine tolle Anlage hergerichtet, die der
Schweizer Meisterschaft mehr als gerecht wurde. Das Ambiente stimmte
von Anfang an :-) nur dieses Wetter am Freitag nicht. Phöenix
lief leicht verkrampft, da er ja so kälteempfindlich ist. Ausserdem
sah er nun gar nicht ein, weswegen er ruhig traben sollte beim vortraben.
Der ist so losgestiefelt, dass Roger sich sputen musste. Aber wir
erhielten grünes Licht, alles klar. Die metabolischen Werte
wurden zuvor in den Boxen genommen, was für Phöenix absolut
klasse war, denn er war noch am schlafen und entsprechend die Werte
:-)
Wir hatten alles auf diese Meisterschaft vorbereitet. Phöenix
sehr dosiert eingesetzt dies Jahr, viel trainiert, alles optimiert
in Sachen Fütterung und Beschlag, somit waren wir sehr gut
in Schuss - wir haben uns riesig gefreut, als wir das go von den
Tierärzten erhielten.
Am nächsten Morgen waren wir um sechs im Stall, haben Phöenix
gesattelt (er hatte nachts super gefressen, keine Spur von einer
Nervosität) und ich ging mit ihm laufen, oder eher er mit mir?
Na egal, Hauptsache uns wurde warm dabei. Um 6.45 ist Roger dann
aufgestiegen, hat Phöenix noch etwas getrabt und kurz galoppiert,
um sich dann hinter dem Zelt zu 'verstecken'. Es hat sich nun einfach
bewährt, dass er hinter dem Feld wegstartet. Er musste noch
kurz abwarten, da noch jemand hinten weg startete und dann machten
sich die beiden auch auf den Weg. Glücklicherweise konnte ich
David bei einer Freundin lassen, denn, wie sich bald herausstellen
würde, war es doch sehr stressig. Die Organisatoren hatten
sich viele Groompunkte ausgedacht, sozusagen alle 8-10 km einen,
da musste man sich als Autofahrer schon ziemlich sputen. Anfangs
konnte ich noch Brigit und Stefan hinterher fahren...aber...dazu
kommen wir später.
Am ersten GP angekommen, hatte sich bereits ein Spitzenduo gebildet,
bestehend aus Urs und Astrid. Bald dahinter kamen Rafael und Vroni.
Es folgten Elisabeth und Tanja und dahinter dann Roger mit einer
Maschine, er wollte den anderen hinterher und wie. Eine Flasche
Wasser, das wars und schon ging es weiter. Wir fuhren der Strecke
entlang und ich war nur am staunen, wunderschöne Wege wurden
da ausgesucht, der Grasweg der Thur entlang war absolute spitze.
Beim zweiten GP angekommen, warteten wir und warteten, kommt auf
einmal Roger angaloppiert! Wie? Roger? Und wo sind die anderen?
Grosses Rätselraten und bei mir aufkommende Verzweiflung, das
heisst ja, ich muss alleine weiterfahren? Brigit meinte nur, benutz
das Road Book, es ist super gemacht! ok, Buch vorgeholt, gelesen
und in der Tat, grosses Kompliment, es war wirklich sensationell!
Für jemanden der alleine fährt, gleichzeitig Karte lesen
muss, war dieses Road Book einfach nur sensationell! Also ab zum
nächsten GP, auch hier Roger alleine und zwar mit gutem Abstand.
Die anderen hatten sich verritten. Irgendein Witzbold hatte die
Streckenfahnen umgesteckt, Roger hatte dies noch realisiert, die
anderen nicht.
So kam Roger als erster ins erste Vetgate, dicht gefolgt von Urs
und Astrid. Urs zeigte dann auch schneller. Aber es war ja auch
erst das erste Vetgate. Phöenix zeigte sich hier superlocker
und die Tierärzte bemerkten dies wohlwollend, er sehe deutlich
besser aus als gestern Abend! Uff, da fiel der erste Stein, denn
ein wenig hatte mich das schon beschäftigt. In der Pause knabberte
Phöenix mal da und mal dort, aber so richtig abspannen konnte
noch nicht, ja kein Wunder, nach grad mal knapp 30 km :-) da ist
man doch erst warm :-)
Auf der zweiten Runde sollte das Feld etwas ausgebremst werden,
es gab zwei gute Anstiege, aber die Pferde liefen diese Runde sehr
regelmässig und in gutem Tempo durch, so sah die Reihenfolge
nach der kurzen 18 km Runde bei Ankunft wieder fast so aus, wie
zuvor. Urs, Astrid, danach Rafi mit Vroni und dann Roger. Er wollte
die anderen ein bisschen ziehen lassen, damit Phöenix seinen
Rythmus finden kann. Auch hier zeigte sich Phöenix wieder superlocker
und erhielt sehr gute Noten, hatte auch sehr gute Werte :-)
Dann ging es auf der längsten Runde (35 km) wieder zurück
nach Hüntwangen. Phöenix hat wieder gut Tempo gemacht,
aber dann, kam er nicht an der gewohnten Stelle? Was war? Und da
fing das Nervenflattern dann schon an *lach*. Nach bangem warten
kam er angetrabt, die Kinnkette des Hackamores war aufgegangen!
Bis er das Pferd sozusagen ohne was gebremst hatte UND die Kette
wieder zugekriegt hatte, mit zittrigen Fingern, wurde er von einigen
überholt (mittlerweilen waren auch Pferde der kürzeren
Rennen auf der Strecke) und so habe das eben gedauert. Diese kostbaren
Minuten (fast 10) wurden danach noch kostbarer...er konnte dennoch
gut weiterreiten und wir erreichten das Vetgate. Phöenix absatteln,
kühlen, pulsen, alles in Ordnung, rein und zeigen. Beim vortraben
war wieder alles in Ordnung und auch die metabolischen Werte sogar
sehr gut. Er hatte fleissig getrunken, die Darmmotorik war schon
fast unheimlich normal, was will man mehr? Diesmal konnte man schon
etwas ruhiger fressen, mal da ein Hälmchen und dort ein Körnchen
und Äpfel, meine Güte was wollte das Pferd Äpfel
fressen.... dann sind Vroni und Rafi auf die Strecke und ich wunderte
mich schon, aha, hatten sie Astrid und Urs überholt? Kurz drauf
ging Astrid auf die Strecke, aber Urs? Wir erkundigten uns, er wurde
leider eliminiert im Vetgate - schade - ich mochte diese Stute gut
leiden, sie ist wirklich schön gelaufen.
Bald war auch für uns wieder Zeit und so wurde gesattelt und
Roger machte sich auf den Weg, die zweitletzte Runde, 28 km. Anfangs
sah alles gut aus, aber dann ging das grosse Warten los und das
Loch zwischen den ersten drei und Roger wurde grösser und grösser....ja
und weil er ja eigentlich so gut im Rennen lag, da fängt man
ja so an zu träumen, rechnet aus und ich dachte immer nur,
komm, nun komm doch. Aber irgendwie hatten auch alle hinter Roger
mit dieser Runde zu 'kämpfen' denn der eine Anstieg ging den
Pferden mehr in die Knochen als sich wohl alle erahnten! Kenner
dieser einen Runde meinten dann nur, das hätten sie erwartet!
Denn nach fast 100 km so eine Runde, das gehe an die Substanz. So
war es denn auch bei Phöenix UND Roger...bei ca. km 100 hatten
die beiden ein Loch, das schlimmste daran war, dass beide nicht
mehr so mochten. Wir haben sie angefeuert wie wir es konnten :-)
und Phöenix mit Futter vollgestopft, denn auf einmal hatte
er Hunger und wie. Einmal liessen wir ihn mehrere Minuten pausieren,
weil er einfach nur fressen wollte. Sollte er eben, das war wichtiger!
So ging auch diese nervenaufreibende Runde zu Ende und die beiden
waren wieder in Hüntwangen. Schnell runterkühlen, zeigen,
alles in Ordnung. Diesmal gab es einen Re-Check nach 40 Minuten.
Endlich konnte Phöenix abspannen und sich erholen, er hat gut
gefressen, was da so rumlag (waren ja nur fünf verschiedene
Futtersorten *lach*) und liess es sich gut gehen. Wir haben ihn
dann für den Re-Check gesattel, weil ich dachte, ist sicher
besser für die Psyche, sonst denkt er noch, jetzt ist fertig.
Gamaschen angezogen wie immer, da fiel mir auf, dass das rechte
Vorderbein etwas 'schwammig' war, hmmm, komisch. Naja, nicht dran
denken, weiter, vortraben, angucken. Meinte die TA, hmmm, vorne
rechts, ganz wenig....ich nur erschreckt - kann das von den Gamaschen
sein? Phöenix hat so Schalen, vornedurch mit einem Gummizug
und hatte die noch nie auf so einem langen Ritt an...ja könnte
schon reizen...also ausziehn, aber sofort. Die hinteren sind die
wichtigen. Nicht dass da was reizt.
Wieder auf die Strecke, wieder banges warten (der erste GP war erst
nach 14 km!), aber dann kamen die beiden an, in Begleitung von Angi,
die ihn eingeholt hatte. Zu zweit reitet es sich eben doch besser.
Phöenix lief super und das Bein war nicht mehr schwammig, sehr
guter Entscheid, hatten wir die Gamaschen ausgezogen! Er hat getrunken,
gefressen und weiter ging es. Beim nächsten Punk durften wir
uns wieder länger gedulden, oder sagen wir so, nicht länger,
aber in so einem Moment denkt man, man steht ewig da! Andere Pferde
kamen vorbei, aber weder Angi noch Roger. Dann, der erlösende
Ruf, sie kommen. Ja, aber nur Angi....doch, uff, gleich dahinter
Roger. Phöenix wollte wieder kurz was fressen und dann waren
die beiden wieder weg. Bei Phöenix war wieder Feuer in den
Augen, die da vorne, die will ich noch. Tja, und dann ab ins Ziel
fahren, alles vorbereiten, ans Ziel und was war? Angi kam ins Ziel,
dicht gefolgt von Roger, knappe xx (muss ich noch nachgucken, hihi)
Sekunden hier ihr. Ich dachte innerlich, och schade, aber egal,
Hauptsache durch und gesund und vor allem SO MUNTER! Und nun noch
die Schlussuntersuchung bestehen, die gehört ja dazu. Wir haben
und diesmal ein bisschen mehr Zeit gelassen, aber nicht zuviel,
damit Phöenix noch bisschen Adrenalin hat :-)
Tja und dann kam er, der Krimi, der, der einem weisse Haare wachsen
lässt, denn.....Phöenix wird untersucht, metabolisch,
dann vortraben, dann getuschel und es werden Zettel verteilt! Wie
Zettel verteilt? War da was nicht in Ordnung? Ach du Scheisse, nicht
jetzt, nein bitte nicht, Panik, nasse Augen...denn, was ich NICHT
WUSSTE!!!!!!! Das ist nun normal bei internationalen Ritten, dass
drei Richter abstimmen, von vornherein schon!!!!! Hätte ich
das gewusst, wäre ich sicher nicht in so ein Loch geflogen.
Das schlimme war dann aber, er musste nochmal traben (also doch
irgendwas nicht....ich wollte gar nicht dran denken) und dann ENDLICH
das erlösende Wort von Juliette PASSED!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
*kreisch* ich bin weinen und jubelnd zu Roger gerannt und hab die
beiden umarmt, was für ein tolles Pferd (ja klar der Reiter
auch *grins* aber das Pferd ist alles gerannt), die beiden hatten
die Bronzemedaille gewonnen in der Schweizer Meisterschaft und waren
fünfte im Open.....
Wir sind raus, haben uns gegenseitig beglückwünscht, von
den Rängen wurde lange applaudiert, ich lief mit Phöenix
noch rum und denk auf einmal, seltsam, es ist so still! Denn das
Pferd von Angi ist nach uns in die Kontrolle. Ich lauf zu Roger,
hast du Applaus gehört? Nein, die anderen auch nicht. Also
drück ich Roger Phöenix in die Hand und sag ihm, ich gehe
mal fragen. Lauf zu Angi hoch und seh sie schon mit nassen Augen,
och nein....eliminiert, lahm...
Wie heisst es? Des einen Leid, des anderen Freud - denn das hiess
hiermit, dass Roger und Phöenix VIZE Schweizer Meister wurden,
also die Silbermedaille geholt hatten!!!!!!!!!!! Und vierte im Open
wurden. Der kleine Schimmel mit dem grossen Kämpferherz, der
alles gibt wenn er kann!
JUHUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!
Und heute morgen erhielt er viel Lob, weil er wieder
so locker lief und einer der Tierärzte sagte nur, dass würde
er an Phöenix so schätzen, dass er immer laufen will,
dass er 'angreift' sozusagen und sich nicht hinterher ziehen lässt....
ein tolles Lob. Solche Pferde wären wahre Werbung für
diesen Sport, da fehlen mir die Worte, was für ein schöneres
Kompliment kann man erhalten?
Es gäbe noch sovieles zu erzählen. Es war eine sehr tolle
Veranstaltung, in einer wirklich angenehmen Atmosphäre, mit
tollen Reitern und noch tolleren Pferden. Das ganze hatte enorm
internationales Flair, vor allem der letzte Check bei bereits eingeschaltenem
Flutlicht war einfach nur super und erinnerte mich an meine internationalen
Starts. Ich genoss den Erfolg genau so wie Roger, denn ich weiss,
dass ich viel dazu beigetragen habe - das ist fast so gut wie selber
reiten :-)
*******************************************************************
Aus der Sicht des Reiters: am Freitag sind wir angekommen und die
ganze Zeit über dachte ich: hoffentlich fühlt sich Phöenix
im Stallzelt wohl, denn zu oft haben wir schon das Gegenteil erlebt,
und dann war alles umsonst. Als wir ihn in seine Box gestellt hatten,
zeigte sich sofort, dass er sich tatsächlich wohlfühlte.
Dies wurde auch bei der metabolischen Untersuchung in der Box bestätigt,
denn Phöenix hatte noch äusserst selten einen Pulswert
von 38 Schlägen. Beim Vortraben waren die Tierärtze nicht
ganz zu frieden, weil Phöenix etwas steif gelaufen war, am
Samstag zeigte sich dann, dass er sich wohl verkrampft hatte wegen
des sehr kühlen Windes am Abend der Voruntersuchung. Am Freitagabend
war dann noch Vorbesprechung, in der Gabi immer wieder darauf hingewiesen
hat, dass es eine schnelle Strecke sei. Danach fuhren wir zu Daniela,
wo wir freundlicherweise die beiden Nächte schlafen durften.
Am Samstagmorgen ging es dann also los: der Start
geschah in aller Ruhe, dennoch liess ich sie alle gewähren
und startete wieder am Schluss des Feldes, damit auch wir in Ruhe
starten können. Schon ziemlich bald hatte ich fünf meiner
Konkurrenten ein- bzw. überholt, noch bevor das wohl schönste
Stück der ganzen Strecke (auf dem Grasufer des Rheins) zu absolvieren
war. Dann geschah es, irgendjemand hat zwei Markierungen umgestellt,
so dass ich erst den falschen Weg gewählt hatte. Jedoch nur
so lange bis ich wieder auf den nächsten Weg kam, wo ich der
Meinung war, dass da eine Markierung fehlen würde, also habe
ich umgedreht und bin noch einmal zurück, schaute mir die ganze
Sache noch einmal an und nam dann den richtigen Weg. Beim nächsten
Betreuerpunkt, wurde ich gefragt ob ich mich denn nicht veritten
hätte, worauf ich sagte doch, und Andy meinte dass sei halt
schon gut, wenn man die Symbole lesen kann. Ich fragte mich noch
was diese Bemerkungen sollen, ritt aber unbeirrt weiter bis ins
erste Vetgate. Als ich dort angekommen war merkte ich dann was passiert
war: alle die vor mir geritten waren, hatten sich wohl etwas mehr
Zeit gelassen, bis sie merkten, dass sie falsch waren, so dass ich
als erster im Gate angekommen bin. Weil ich dann aber weniger hektisch
bin als andere benötigten wir dann länger bis zum Tierarzt
als diese. So lag ich also auf dem dritten Platz im ersten Vetgate.
Nun kam die "taktische Schlaufe", diese
war sehr anspruchsvoll, immer wieder hoch und runter, genau das
was ich mag. Wir ritten hinter den Führenden. Phöenix
wäre zwar lieber etwas zügiger den Berg hoch, ich hielt
es aber für besser, wenn wir dahinter bleiben, denn sonst würden
sich alle drei Pferde überanstrengen. Immer wieder liess ich
die beiden etwas davon ziehen und holte sie dann wieder ein, als
sie an einem Brunnen die Pferde saufen liessen. Leider konnten sie
dann jeweils nicht solange warten bis auch Phöenix gesoffen
hätte sondern galoppierten sofort davon, als sie fertig waren.
Zum Glück konnte ich Phöenix doch noch dazu bringen Wasser
zu tanken. Als es dann wieder abwärts ging bin ich abgestiegen
und gejoggt, dass war dann der Zeitpunkt als ich den Anschluss entgültig
verloren hatte. Trotzdem waren wir auch diesmal als dritte im Vetgate,
welches im übrigen sehr schön war. Die nächsten beiden
Reitenden war aber ganz knapp hinter uns, so dass sie vor mir beim
Tierarzt vorstellig wurden. In dieser Pause hatten wir die Zäumung
auf Hackamore gewechselt.
Zu Beginn der dritten Etappe ritten wir zusammen
mit beiden oben erwähnten bis sich (kurz nach den ersten Groompunkt)
die Kinnkette des Hackamores ausklinkte, so dass ich diese erst
wieder einmal reparieren musste. Dies zu tun, wenn Phöenix
voren Pferde weglaufen und hinten Pferde (EVG) näher kommen
sieht, ist nicht wirklich einfach und so verbrauchte ich viel Zeit
dafür. Da diese Etappe wieder eine schnellere war, hatte ich
auch kaum Chancen den dadurch entstandenen Rückstand wieder
aufzuholen. Somit war ich als fünfter in der nächsten
Pause, jedoch mit guten fünf Minuten Rückstand.
Nun galt es zweimal die gleiche Etappe noch zu
überstehen. Da nun kein Pferd mehr vor uns lief und diese Etappe
einen äusserst kräfteraubenden Anstieg beinhaltete, fiel
Phöenix in ein Loch (Kräftemässig) und da ich dann
keinen Weg fand ihn noch einmal zu motivieren, hatte ich schon beinahe
aufgegeben und dachte das war's. Die einzige Hoffnung die ich noch
hatte, war dass er wieder motivierter läuft, sobald wir auf
das Stück (die letzten zehn Kilometer) kommen, das wir auf
der letzten Runde schon einmal geritten sind. So war das dann auch,
sodass wir die letzten zehn Kilometer wieder mit mehr Schwung hinter
uns bringen konnten. In der letzten Pause lagen wir dann auf Rang
vier, da einer der Führenden ausgefallen war. In dieser Pause
gab es einen obligatorischen Recheck, sprich zehn Minuten vor dem
Abreiten muss das Pferd noch einmal vorgeführt werden und kann
auch dann noch aus dem Rennen genommen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt
wurde am Gang von Phöenix nichts bemängelt, aber beim
Recheck hatten ihn wohl die vorderen Gamaschen gestört, woraufhin
Sabine diese ausgezogen hat um nichts zu riskieren.
Der Beginn der letzten Etappe lief Phöenix
wie beim erstenmal, bis zu dem Anstieg, nach etwa einem drittel
bin ich abgestiegen und zu Fuss hoch gelaufen, denn Phöenix
konnte nicht mehr, bis wir von einer Konkurrentin eingeholt wurden,
dann ging es wieder besser, ich habe sie gefragt ob wir den beiden
Pferden helfen möchten und zusammen reiten, worauf sie einwilligte
und noch meinte, sie wolle einfach keinen Finish reiten. So sind
wir dann etwa fünfzehn kilometer zusammen geritten ehe es dann
wieder einmal abwärts ging, ich abgestiegen bin und sie davon
ritt. Nungut, wir werden es dennoch ins Ziel schaffen. Phöenix
war weiterhin motiviert und lief fantastisch. Auf der Zielgeraden
kamen wir ihr dann doch wieder ziemlich nahe, sodass am Schluss
vielleicht eine halbe Minute fehlte um als vierter im Ziel zu sein.
Jetzt noch einmal sauber durch die Tierarztkontrolle!
Die metabolischen Werte waren okay, es besammelten sich drei Tierärzte
und wir trabten. Einer der Tierärzte wünschte sich jedoch
noch ein weiteres Vortraben, ich dachte nur: Ohje! Wir sind also
noch einmal vorgetrabt, die Tierärzte haben ihr Votum auf Zettel
geschrieben und der Jurypräsidentin gegeben, sie schaute es
sich an und dann kam das erlösende: OKAY! Ich fiel Phöenix
um den Hals und Sabine uns beiden! Wir sind durch! in der Wertung!
und auf dem fünften Platz in der Open-Wertung, sprich dem Bronze-Platz
in der Schweizer Meisterschaft.
Kurz darauf ging die Konkurrentin, welche uns begleitet
hat, mit ihrem Pferd zur Kontrolle, sie kam wieder raus, da war
kein Applaus, was denn nun? Leider wurde sie wegen einer Lahmheit
in der Hinterhand aus der Wertung genommen. Ohne jetzt schadenfreudig
zu wirken, haben wir uns dann natürlich über den vierten
Rang in der Open-Wertung und die Silbermedaille in der Schweizer
Meisterschaft gefreut!
Es war ein Tag an dem nun einfach alles passte!
Nun bleibt mir nur noch allen zu danken, die uns
diesen Erfolg ermöglicht haben, also meinen Grooms, den Veranstaltern,
den Helfern, den Konkurrenten, den Offiziellen und am meisten meinem
Phöenix... die Gefühle, die ich im Moment ihm gegenüber
empfinde sind einfach nicht zu beschreiben!
Es gibt da noch zwei Fakten, die Phöenix'
Leistung noch ein bisschen (oder sogar viel) grösser machen:
Er war der kleinste (vom Stockmass her) und der älteste Teilnehmer
an dieser offenen Schweizer Meisterschaft! Dafür hat er aber
die längste Erfahrung mit bald 4000 Wettkampfkilometer in der
Wertung!
zurück zur Monatsauswahl!
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Oktober 2007
13. Oktober: Also eines vorneweg, das war der genialste
Ritt meines Lebens, bzw. meiner bisherigen über 1'000 Wettkampflkilometer-Distanzkarriere...
Ich weiss nun, weswegen gewisse Leute total vernarrt
sind ins Distanzreiten! Und – irgendwie habe ich Blut geleckt,
mal gucken wie lange es anhält, hihi.
Die Strecke in Viernheim wurde geändert, man
reitet sie nun in entgegen gesetzter Richtung, was den Ritt noch
schneller macht (bei gutem Wetter) und noch schöner, keiner
weiss so Recht wieso, aber es ist so (für mich war es klar,
das Teer war nun am Anfang und nicht am Ende des Rittes und die
Wege steigerten sich an Schönheit bis ans Ende!). Ich hatte
mir vorgenommen, dass ich Bahadur einfach laufen lasse und dann
gucke was passiert. Mag unvernünftig tönen, aber ich hatte
keine Lust auf Streitereien mit Bahadur und wollte, dass er sich
austoben konnte (er fing bereits wieder an, dass wir ihn nicht einfangen
konnten auf der Weide! Trotz gutem Training). Ausserdem hatte ich
ihn konditionell ja nun sehr gut vorbereitet, also sollte das gehen.
Wir sind ziemlich am Anfang gestartet, nachdem er ein A im Gang
bei der Tierärztin erhalten hat – sie hatte ihn Anfang
Jahr gesehen und fand, er habe tolle Fortschritte gemacht. Und Roger
durfte das Tempo bestimmen. Ich hab einfach mein Hirn ausgeschaltet,
weil für mein Hirn war das ja schon schnell J aber Badu fand
das toooolllllll…… so liefen die beiden recht harmonisch,
beim ersten Pulsmessen musste Badu gut gekühlt werden, weil
er eben noch nicht so profimässig abschalten kann – wir
sind davor gut Schritt gelaufen, aber eben. Und wurden da von einigen
überholt, was Badu gar nicht lustig fand. Als wir dann weiter
sind, kam von hinten ein schwarzer Traber an (hab heute gesehen
es war ein WALLACH!!!!!!!) und da ist mein Hengst ausgetickt. Dieser
einer, dieser schwarze, der musste eingeholt werden! Die anderen
liess er anstandslos vorbei, auch wenn er gemosert hat, aber ich
konnte ihn jeweils gut zurücknehmen. Aber nachdem der Traber
an uns vorbei lief, wollte der mich erst runterbocken, dann hat
er sich voll reingelegt, riss mir die Trense aus den Händen,
zickte rum, aber Hallo (darum hab ich heute Muskelkater und wie!),
bis in die Pause rein konnte der sich nicht erholen und ich hab
geflucht auf dem Pferd wie ein Dachdecker, boah hat mich dieser
Hengst aufgeregt. Entsprechen kam er dann nur langsam im Puls runter,
hat nur nach dem Traber Ausschau gehalten – bis dahin dachte
ich ja noch, es sei eine Stute, hahahahaha…..
Vetkontrolle war dann alles prima, ausser dass
er mit fünf Beinen lief und die TA meinte, sie würde ihn
ja gerne mal nur mit vier Beinen laufen sehen, aber sei alles i.O.
Dann weiter, ein Traumstück von Strecke, 14
km zurück zum Start, durch Heidelandschaft, sandige Wege, kringelige
Wege, und endlich wieder ein entspannter Badu. Egal ob wir überholt
haben, egal ob welche an uns vorbeiritten (im Trab sind wir halt
'langsamer’), er war einfach cool…..und wir waren schnell,
wir konnten fast alles galoppieren, hach herrlich *träum* da
bin ich echt mit Gänsehaut geritten und erahnte, was man davon
haben kann. Aber so galoppieren, solche Strecken, ein Pferd das
läuft wie am Schnürchen, boah, toll….und –
ich hatte wirklich den Eindruck, dass sogar Badu sehr viel Spass
daran hatte!!!
Als wir ankamen meinte Roger nur, also so fühlt
sich ein 20er an, guck ich ihn doof an und dachte der macht einen
Scherz…..hat er aber nicht *räusper* wir sind diese 14
km mit 19 km/h geritten…huch…. Aber auch hier kamen
wir anstandslos durch die Kontrolle und der Puls war sogar schneller
unten als gewohnt (dank dem Schlauch der da lag, fliessendes Wasser
ist immer gut an Badu).
Dann kamen 45 Minuten Pause, in welcher sich Phöenix
ohne Ende wälzte, wir waren im Paddock Pause machen….und
Badu graste friedlich. Dann wieder satteln und nochmal los, gleiche,
tolle Runde. Badu lief noch besser, noch ruhiger, ich durfte mich
immer wieder setzen, er schaukelte mich einfach mit und ich war
noch glücklicher, Mönsch war das toll! Richtung Pause
bemerkte ich dann, wie Badu langsamer wurde, vermehrt stolperte….aber
immer noch Vorwärtsdrang hatte und ahnte schon, dass hier wohl
Schluss sein würde. Das Tempo fordert seinen Tribut….ich
wollte es ja nicht anders, also nicht schimpfen! Wir sind dann vor
dem Ziel gut Schritt gelaufen, ich bin abgestiegen und innerlich
sagte mir mein Bauch bereits, hör hier auf, in der Wertung!
Lieber in der Wertung als rausfliegen. Hab noch weggehört…ich
wollte nochmals diese 14 km erleben! Dieses Hochgefühl….bin
dann rein, wässern, trinken lassen, pulsen und dachte nein
Sabine, du musst aufhören, guck ihn an, er ist müde….ich
wollte es dennoch mit der Tierärztin gemeinsam angucken und
hab sie gebeten zu gucken. Sie war dann meiner Meinung und sagte
nur, ja hör hier auf, er läuft schlechter als bei der
ersten Runde….und wenn wir Glück haben, ist es nur, weil
er müde ist und dann würde er in zwei Stunden zur Nachkontrolle
besser laufen….och neeeee…….war ich doch zu übereifrig?
Zu 'ehrgeizig’?
Lange Rede kurzer Sinn…..nach zwei Stunden
hab ich Badu gezeigt, hab ihn davor gut massiert, Energie gezogen
und vorgetrabt. Beim ersten Mal hörte ich eine leichte Unregelmässigkeit,
musste dann nochmals, hab ihn dann total motiviert, kommt jetzt
hopp hopp und geschnalzt und als er dann fleissiger lief, lief er
viel besser. Sie meinte dann auch, als ob er sich einlaufen muss…..püh….sind
durchgekommen mit einem B…. er sah aber ansonsten wirklich
gut aus, bisschen müde, aber eben, die Augen, der hatte richtig
Spass gestern, wie ich auch!!! Ich hab ihn so zum ersten Mal gesehen…
Die TA meinte dann noch, ich solle ihn doch mal
einen Moment hinten beschlagen lassen und am linken Huf Keile einlegen
lassen. Mit den Eisen sieht man es nun sehr extrem, dass der linke
Hufe massiv flacher ist als der rechte. Sie meinte, könnte
durchaus ein Grund für sein schräg laufen sein, für
das extreme, denn er lief am Samstag am Ende extrem schräg!
Und – ich hab beim massieren einen komischen Bollen oberhalb
der Hüfte gefunden, hab ihr das auch gezeigt, meinte sie, soll
ich röntgen lassen (was ich auch mache) es könnte sein,
dass sie da ein Knochensplitter verkapselt habe und je nachdem stört
ihn das. Sie kann sich durchaus vorstellen, dass das ebenfalls vom
Unfall kam…..mal schaun….
Gestern hatten wir beide guten Muskelkater und
waren beide sehr müde. Aber er sah abends toll aus. Der Rücken
war auch nicht mehr empfindlich wie am Samstag (darüber war
ich sehr froh) und er strahlte richtig……zufrieden….
Ich auch…..das war der genialste Distanzritt!!!!
Meines Lebens bisher….
Ach ja, Roger und Phöenix sind danach ja alleine weiter und
haben das Tempo fleissig weiter durchgezogen und sind dann noch
siebte geworden. Lustigerweise war er dies Jahr deutlich schneller
als letztes Jahr, als er als Sieger durchs Ziel geritten ist, so
kann es gehen. Wir waren beide durchschnittlich mit 16.5 km/h unterwegs,
ich hab in meiner Statistik nachgesehen, so schnell waren wir noch
an keinem Distanzritt, also Bahadur und ich....
15. Oktober: Der Muskelkater hat uns voll im Griff, hihi, aber wir
laufen beide heute bereits besser als gestern. Bahadur ist schon
wieder voller Elan, auch wenn er noch bisschen müde trabt.
Wird auch besser, von Tag zu Tag :-)
20. Oktober: Das geht aber derzeit hier ab! Ich habe eine Fuchsjagd
ausgeguckt und reite da heute mit. Bei schönstem Herbstwetter
haben wir uns auf die Pirsch gemacht :-). Es war ein herrlicher
Tag, wenn auch bitterkalt bei 5 Grad C, brrr. Und ich war wohl im
richtigen Feld, da wurde das 'echte' Jagdfeeling noch gross geschrieben
*flüster* auch wenn viel gekippt wurde, hihi und wir sogar
Sonderschlaufen einlegten, damit sie noch eine Runde Rotwein geniessen
konnten. Aber die Jagd selber war super, tolle Hindernisse, super
und vor allem robust gebaut! Nicht nur Dachlatten, sondern dicke
Stämme! Und auf genialen Feldern. Und dann das höchste,
der Finish fand auf einer langen Graswiese statt, wow. Tja, und
dann, einmal mehr, wurde mir meine Ehrlichkeit zum Verhängnis
:-(. Das Startkommando wurde vorgesagt, Achtung, fertig, los und
auf los sollten wir los.....wenn dann aber einer schon auf Achtung
losknattert und ich Depp meinen Bahadur festhalte und dann hinterher
knattere.....dann reicht es nur knapp. Wir waren zu zweit mit x
Längen vor den anderen, aber eben, knapp geschlagen. Wäre
das Feld länger gewesen oder der andere Reiter korrekter, dann
wären wir die Sieger gewesen! Wie sagte mir danach ein Mitreiter,
der braucht das eben....drum geht er 'immer' vorher los. Ja bravo
und danke...pffff. Schade. Aber eben, kann nix dafür dass mich
das dann dennoch ärgert :-o so bin ich eben..... danach gab
es noch ein lecker Nudelessen und dann sind wir alle müde aber
sehr zufrieden nach Hause. Badu kam richtig glücklich daheim
an, man sah es ihm an. Und ich hab zu Roger gesagt, dass eine Jagd
das beste mentale Training für mich überhaupt sei! In
der Gruppe, vorwärts und springen. Zeitweise sind wir auf Wunsch
des Fuchses sogar zu zweit, nebeneinander über die breiten
Sprünge! Und Badu hat das sensationell gemacht. Ok, ein- oder
zweimal wollte er absauen und durchknattern, aber er liess sich
dann doch aufnehmen, hihi. Und als er gemerkt hat, dass wir so nicht
springen wurde er brav *kicher* oder er wäre sowieso brav geworden...wie
gesagt, tolles Erlebnis. Und das allerbeste, wir haben Gutscheine
für die Schneejagd in St. Moritz erhalten! Gratisstart! Wow.....ohja,
noch so gerne, darauf freue ich mich aber.
Ach ja, das absolut unbeschreibliche war, dort waren sagenhafte
159 Reiter am Start!!!!!!
zurück zur Monatsauswahl!
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November 2007
10. bis 17. November: Eine unvergessliche Reise nach Jordanien!
Es war unglaublich, wie aus 1001 Nacht! Ich weiss nicht wie anfangen,
es wird wohl so oder so sehr lange. Angekommen sind wir am Flughafen,
mitten in der Nacht. Wir wurden dort bereits erwartet (Ursula Rahm
war im selben Flieger wie Mama und ich), sofort unsere Pässe
eingesammelt, zackzack Visa geholt und dann wurden wir durch Schleichwege,
hintenrum, an allem vorbei, in ein sehr vornehmes Wartezimmer geführt!
Würde mir immer gefallen, so was, hihi. Kaum waren wir da,
bisschen Smalltalk und da kam schon Wendy (meine amerikanische Freundin)
hereingeschneit, ihr Fahrer (huch??) hatte sie gebracht. Wieder
ein Gewusel, diesmal wurden unsere Koffertickets geholt und weg
waren sie. Wir nach draussen geführt, da warteten bereits zwei
Fahrer mir Auto (SUV) und dann kam das Gepäck und schwupps
rein ins Auto und weg waren wir. Ja, es ging wirklich so schnell
wie ich das geschrieben habe, hihi. Wie heisst es doch? I’ts
nice to be a king, or the friend of a princess…. Im Hotel
angekommen, wurde eingecheckt, alles erklärt und der nächste
Satz war: your room, your meals and all soft drinks are payed by
the royal palace!!!! Ich dachte ich höre nicht richtig, musste
nochmals nachfragen, guck Wendy an und sie nickt nur! Huch! Äh,
nicht meckern, danke sagen, freundlich nicken und fast geschockt
weiterlaufen (es war ein 4-Sterne Hotel SEHR NOBEL). Das Zimmer
war sehr schick, wie Hotelzimmer eben sind. Dann noch was essen
mit Wendy und ins Bett kippen. Am nächsten Morgen war früh
aufstehen angesagt, frühstücken und dann fuhren wir nach
Jerash – eine der grössten noch erhaltenen römischen
Ruine! Genau römisch! Mit Hippodrom, mit Amphitheater, mit
Säulen, mit, mit, mit, einfach nur sagenhaft. Und – man
kann da überall drinnen rumlaufen, alles anfassen! Keine Zäune,
niemand der angerannt kommt. Das beste aber, wir erhielten eine
private Tour mit Guide (die sogenannte Tourist Police) der sagenhaft
viel wusste und uns alles haargenau erklärte und erzählte,
WOW! Danach haben wir unseren wohl kommenden, besten Freund besucht.
Den Colonel der berittenen Polizei. Ein absolutes Unikat! Mit sehr
viel Humor gesegnet, der ist mit mir voll auf seine Kosten gekommen.
Wendy war etwas 'schüchtern’ sie meinte dann immer, ein
Colonel das sei schon was, da ich aber mit der Armee und deren Bezeichnung
nicht viel am Hut habe, hab ich ihn eben als Menschen gesehen und
ich glaube, das hat ihm prima gefallen. Tja, da war seine Klingel,
praktisch so ein Teil. Man klingelt und erhält eigentlich was
man will. Wasser, Kaffee, Tee, gesattelte Pferde werden einem vor
die Türe gestellt. Jaja, ich 'musste’ mit ihm reiten
gehen (an dem Tag hatte ich später meine Lektion gelernt, leider
etwas spät, man sagt eigentlich nicht nein wenn einem etwas
angeboten wird, schwerer Fehler!). Erst kritische Blicke von überall,
weil, Stadtschuhe und Jeans – auch von seinen Polizisten,
als wir dann aber trabten und flott galoppierten, guckten sie schon
anders, hihi. Ich hab eine richtig tolle Schimmelstute geritten
*schwärm*. Danach haben sie uns gezeigt was sie so alles drauf
haben an Tricks. Der Hammer, aber echt! Fetzgalopp und ein kleines
Trommelchen mit dem Spiess aufspiessen, einmal lag es sogar zwischen
den Beinen eines Mannes! Pferd hinlegen, Stunmenshow und vieles
mehr, atemberaubend, wirklich. (Bilder folgen morgen!). Danach wurde
der Colonel hungrig, also rein in sein Büro, klingel und zack
wurde uns ein *hüstel* kleines Mittagessen serviert…..der
Tisch war randvoll! Und wir hatten Spass dazu und lecker war es
auch, jammi! Dann dachte ich mir, jetzt könnten wir eigentlich
gehen, aber nein, weiter reden (Draussen tolles Wetter und ich Hummeln
im Hintern), dann gabs Kaffee, dann Kanafel (falls man das so schreibt)
ein superleckeres süsses Gericht mit was ähnlichem wie
Mozarella innen, hmmmmmmmmmmmmmmm. Und dann? So jetzt fahren wir
in die Stadt und gucken die pferde in der Stadt an – zack
und weg. Wendy meinte danach nur leise zu mir, er bestimmt, wir
folgen. Er sagt auch, wenn wir gehen dürfen, nicht wir dürfen
einfach gehen….andere Länder, andere Sitten. Ach ja,
so nebenbei wurde mir noch ein Originalgemälde eines bekannten
Malers von dort geschenkt!!!! Ja und dann im Stall die Pferde, ich
sag nur eines, traurig. Bis dahin habe ich nur sehr schöne,
vor allem gut genährte Pferde gesehen, dort waren die Polizeipferde
noch in Orndung aber der Rest???? Schlimm. Koppend und webend standen
die armen Pferde auf einer Spaneinstreu! Kein Stroh, wenig Heu,
Langeweile ohne Ende! Fenster so weit oben dass niemand rausgucken
kann und nachst werden die Boxen komplett verriegelt! Super *seufz*…..
Naja und dann seh ich an der Wand ein Gemälde
mit einem VA und mein so zu Wendy, dass ich eben so ein Zaumzeug
suche (eben das typische arabische Halfter) und begehe fast Selbstmord.
Colonel hört das und weist seine Leute an, ich seh das und
mein nur, danke danke, aber nein…er meinte nur, ja ich wolle
doch so eines, ähm, ähm, ja, aber er habe mich schon so
beschenkt und nein danke, wie wir halt eben so sind und schwups,
war er beleidigt, er war sehr beherrscht. Aber hui wurde ich nachher
von Wendy und Mama zusammengestaucht deswegen. Ok, ab sofort werde
ich versuchen nur ja zu sagen, wozu auch immer….das ist hart
ich kanns euch sagen!!!!!!
Am nächsten Morgen sind wir nach Petra gefahren.
Dazu fehlen mir echt die Worte! So etwas habe ich in meinem Leben
noch nie gesehen. Wir waren sechs Stunden da unterwegs, sind Treppen
hoch und runter, das müsst ihr in echt sehen – das kann
man kaum beschreiben! Spät am Abend sind wir dann weiter nach
Aqaba – damit wir für das Rennen bereits vor Ort sind….
Das Rennen:
Oder Wadi Rum, eine unglaubliche Wüste. Dieses kleine Land
bietet mehr Attraktionen als andere, da folgt ein Kracher nach dem
anderen, naturmässig gesehen! Ich habe versucht die Bilder
so auszusuchen, dass ihr einen kleinen Eindruck vom ganzen gewinnt.
Möchte da einige Sachen dazu sagen. Es war staubig! Im Wadi
Rum leben 5000 Beduinen (!) sehr viele mit Auto! Die haben ebenfalls
an dem Tag ein Autotreff gemacht (sozusagen) und sind in den Dünen
rund ums Gate rumgedüst, mit den Autos wohlgemerkt! Das Buffet
war für die Prinzessin und ihre Gäste, also auch uns,
hmmmmm, war das lecker! Und die Bedienung das genialste was ich
je erlebt habe!!!!!!!
Also, wir sind um 3.30 aufgestanden *ächz*
damit wir um 4 Uhr losfahren konnten. Erst sollte um 5 Uhr Start
sein, war dann aber erst um 5.30. Am Start waren die Pferde alle
erstaunlich ruhig, entweder man stand rum, oder lief gelassen im
Schritt. Überhaupt haben die ihre Pferde erst spät an
den Start gebracht, für mich fast etwas zu spät! In Jordanien
ist die Sonne so eine Sache, vor allem der Aufgang und der Untergang!
Sie geht so schnell unter wie sie aufgeht! Zack, da bin ich, oder
zack weg! Sowas hab ich noch selten gesehen. Entsprechend war es
um 5.30 schon dämmrig und um sechs Uhr sozusagen schon hell.
Start und los, alle ins Auto und der Meute hinterher. Die haben
ein Höllentempo vorgelegt und ich dachte mir schon, au Backe,
das geht niemals gut. Vor allem haben sich die Pferde natürlich
regelmässig aufgepusht, dazu die Autos. Ich dachte mir noch,
was für ein Chaos, aber dafür ging es dennoch sehr gesittet
zu. Autos zwischen Pferde, Pferde zwischen Autos, da ist den ganzen
Tag NICHTS passiert! Es war staubig und viele meiner ersten Bilder
sind entsprechend nur voller Staub, hihi. Meine Kamera hatte da
etwas Lichtprobleme. Wir sind immer wieder neben Reitern her und
wer mir jetzt noch einmal behauptet dass die Franzosen den Distanzsitz
erfunden haben, dem geb ich eigenhändig einen Tritt in den
Hintern!!! Ich mein, da sind sehr viele Beduinen gestartet, die
mit Training, Fütterung, Konzepten etc. NICHTS am Hut haben!
Die sassen alle im englischen Sattel und klebten förmlich am
Pferd. Wir sahen sehr harmonische Reiter und sehr wenig nicht so
harmonische. Alle, wirklich alle sassen im Sattel, kein einziger
leichter Sitz!!!! Von wegen die Franzosen oder Dubaianer, hahahaha.....
Die Beduinen waren es!
Ich hab total einen Torsion und einen Podium gesehen,
sonst nur englische Sättel in allen möglichen und unmöglichen
Variationen, aber die Pferde liefen und wie!
Ich behaupte mal die erste Runde locker durchschnittlich
25 kmh!!!!!!!!!!!!!!!
Eindeutig zu hoch, zu schnell. Denn, der Ritt war
sehr schwierig, wegen dem Terrain. Von wegen Wüste ist flach,
diese nicht. Der Boden wechselte von Betonhart, zu knöcheltief,
zu elastischem Boden und zurück zu tiefem Sand. Von leichten
Bodenwellen, bis hin zu wirklich steilen Dünen (und ihr wisst,
dass ich nicht so schnell was von steil rede!). Es war ein ewiges
hoch und runter und das zollte imt dem Tempo seinen Tribut. Von
anfänglichen 65 Startern (eher wenig wegen der bevorstehenden
Panarabians in Kairo) sind knapp 15 durchgekommen. Ich weiss es
eben nicht sicher, ich weiss von sicher 10 und dann waren noch wenige
danach die reingekommen sind.
Übrigens, die Prinzessin hat bis zum Ende
gewartet! Bis auch der letzte Reiter sein Pferd dem TA gezeigt hat
und das ok erhalten hat!!!!! Was für eine Geste, riesiger Respekt
vor dem was Pferd und Reiter geleistet hatten!
Ja das Feld wurde sehr auseinandergezogen nach
der zweiten Runde und danach fielen sie dann leider reihenweise
raus. Wie gesagt, das Tempo forderte seinen Tribut. Manchmal auch
metabolische Probleme, aber eher wenig. Denn obwohl es frühmorgens
wirklich a....kalt war, ich hatte Shirt, Fleece und Daunenjacke
an und fror... Wurde es danach angenehm warm, nicht zu heiss, auch
gefährlich, es ging immer ein sehr kühler Wind. Und kein
Pferd, wirklich kein einziges hatte am Morgen eine Nierendecke an,
oder in den Pausen *arghl*, da hab ich fast die Krise gemacht. Die
schütten den überhitzten Pferde eimerweise Wasser über
den Körper, laufen dann durch den kalten Wind, bleiben stehen
OHNE DECKE. Und wundern sich, wenn das steife Pferd dann rausfällt
*augenverdreh*. Sogar die sogenannten Profis (ausländische
Trainer) haben das gemacht. Oder nasses Handtuch übers Genick
*kopfschüttel*, echt rudimentäres Zeugs. Bei den Profis
wohlgemerkt, bei den anderen hätte ich das ja noch verstanden.
Und Skeeter? ja das war doch sehr schade. Erst
hiess es, Stallorder sei LANGSAM. Dann kam er nach der zweiten Runde
als dritter rein (!!) und als er zum Zelt lief (die hatten so Schattenzelte
aufgebaut, echt genial) schleppte er die Hinterhand an, ich hab
nur zu Wendy gesagt, wenn der jetzt kein Tying Up macht, haben sie
aber mehr Glück als Verstand!!!! Er hat ihn echt zu schnell
laufen lassen, sie haben die 20 Minuten voll ausgebraucht und danach
wurde er dann dennoch eliminiert, lahm. Wirklich sehr schade, wäre
er mal nur langsamer geritten...
Dann gab es noch die herzigen Beduinenponys, wuschelig,
eher so wie Phöenix, die sind super gelaufen, aber meist auch
raus, weil sie im Winterfell ankamen :-( ja auch das gabs....die
hatten dann metabolische Probleme, leider.
Unterwegs gab es sehr viel Wasser, die haben sicher
alle 10 km Wassertonnenhingestellt, aber wenn die Pferde nicht wirklich
trinken, nutzt es eben nichts.
Es war ein geniales Erlebnis und ja, ich möchte
da gerne reiten. Und ich schwöre ich würde hinten weg
reiten, damit es mein Pferd nicht mitzieht am Anfang und dann von
hinten aufrollen versuchen. Aber eben, ich kann ja viel schreiben
wenn der Tag lang ist *lach*. Erstmal wirklich besser machen :-o.
Sollte ich endlich mal genügend Ruhe und Geduld finden, dann
lade ich mal ein paar der mehr als 400 Bilder hoch die wir gemacht
haben. Es war ein absolut geniales Erlebnis, die ganzen Ferien ein
Highlight nach dem anderen, ich bin froh habe ich das gemacht. So
ein wunderschönes Land, soviele Dinge die es da zu sehen gibt
und einen lebendigeren Geschichtsunterricht habe ich noch in keinem
anderen Land gesehen. Vor allem wie einheitlich es neben einander
her leben kann, beeindruckend, sehr beeindruckend. Prinzessin Alia
hat mir ihr Land gezeigt, auf eine Art und Weise....ich kann kaum
Worte dafür finden, bin mir aber fast sicher, dass ich nicht
das letzte Mal in Jordanien war!
20.November: Falls es jemanden interessiert, ich reite Shagir täglich,
manchmal alle zwei Tage und er läuft immer besser und ruhiger.
Neue Wege verunsichern ihn immer noch, aber er beherrscht sich.
Vor allem seit wir auch nachts reiten, denn bis ich heimkomme, ist
es ja dunkel. Ist halt so wenn man 100% arbeitet. Hoffentlich hat
das bald ein Ende. Der Job ist super, aber meine Tage werden einfach
extrem lange. Mal schaun wie das Training weitergeht. Mein Dressursattel
kommt diese Woche *endlich* und dann schaun wir mal ob wir 1 x die
Woche auf den Platz kommen. Mit beiden grossen und dann arbeiten.
zurück zur Monatsauswahl!
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DEZEMBER 2007
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