unser spannendes Tagebuch 2007
Tagebuch 2006

Januar 2007

28. Januar: Tja, erstmal musste ich mir ein neues Tagebuch anlegen und irgendwie ging das immer wieder vergessen. Aber heute, heute war ein wunderbarer Tag! Ich habe mir den Luxus gegönnt und mir einen Gymnastikkurs mit Bahadur gebucht! Eine bessere neurologische Überprüfung gibt es kaum, das bestätigte mir sogar mein Tierarzt und was soll ich sagen? Lange schreiben oder kurz und prägnat?

Bahadur hat NICHTS vergessen!

Bahadur weiss noch alles!

Ich hatte zwar ziemliches Muffensausen und immer wieder holte mich die Nervosität ein, aber - wir sind gesprungen. Linien, im Trab, im Galopp und Bahadur lebte total auf, war hochmotiviert und glücklich. Ich hab uns immer wieder ausgebremst, lange Schrittreprisen eingelegt, damit er wieder bisschen ruhiger wurde, ausschnaufen konnte - aber am liebsten wäre er einfach durchgesprungen, durchgalopppiert, Seitengänge, alles machen los, bitte.

Herrlich - mir fehlen die Worte :-) ich war und bin einfach nur glücklich.

Und dann haben wir heute Nachmittag gemeinsam nach einem Ziel gesucht, dass ich mir vor Augen halten soll und Carin hatte eine hervorragende Idee: Das Jagdspringen ohne Sattel am CSI in Genf im Dezember!

Ich werde im Dezember schreiben was daraus wurde, ich finde es ein geniales Ziel!

 

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Februar 2007

18. Februar: Meinte Güte wie die Zeit schon wieder rast. Irgendwie düsen diese Tage an mir vorbei und wenn ich mir dann wieder mal Zeit nehme sind ja schon wieder soviele Tage vergangen. Wir waren am CSI in Zürich, eine erfolgreiche Ausstellung, an welcher wir viel zum Sattel erzählen konnten und den ersten Sattel verkaufen! das hat mich besonders gefreut und ich bin schon gespannt wie der neue Besitzer dann damit klar kommt.

Dann habe ich wieder ein Berittpferd, einen Youngster, Pinto, 3 Jahre alt. Sehr gut vorbereitet, so dass das arbeiten mit ihm grossen Spass macht. Ich konnte bereits die ersten Male draufsitzen, was er so selbstverständlich hinnahm, wie es eben eigentlich sein sollte.

Mit Bahadur ziehe ich meine Runde, auch wenn sie immer noch nicht so weit gehen wie ich gerne möchte. Ich merke und spüre, wie wir beide das reiten vermissen! Heute haben wir die Pferde eingeladen und sind zur Schafmatt hoch um mal in einer 'fremden' Gegend zu reiten. Herrlich diese Aussicht, auch wenn leider Nebel über dem Mittelland lag, sonst hätten wir die Alpen gesehen. Aber die Aussicht auf die Jurakette hat mich ebenfalls entschädigt. Wir hatten dann noch kurz einen Adrenalinschub, als wir einen vermeintlichen Berg hochgeritten sind und sich die Kuppe oben als Grat entpuppte, dem wir ziemlich schubmässig entgegenkamen. Dank Roger, der im letzten Moment noch Stop schreien konnte (weil er schon oben war), konnten wir abwenden, statt drüber auf der anderen Seite grad runter zu fliegen...das wäre fliegen gewesen, so steil wie es war, hups. Aber Badu ist ja ein guter und denkt auch gut nach, er hat super reagiert und so standen wir denn auf dem Grat :-)

Die ersten Stutenbesitzer waren da und haben sich Bahadur angeguckt, mal sehen was daraus wird. Ebenfalls haben sich bereits die ersten Stunden angemeldet und - wir haben einen Plan entworfen, wie unser Stall besser wird. Ich denke wenn alles klappt, lassen wir mal die LAG kommen, denn dann sind wir sicherlich LAG-mässig :-)

Und dann war ja noch dies - mein USA-Aufenthalt rückt unhaufhaltsam näher. Hui wie ich mich freue, wenn alles klappt, kann ich sogar einen kleinen Distanzritt drüben reiten. Ich bin ja schon soooooo gespannt!

 

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März 2007

4. März:
Kurzfassung: Vor Mittag losreiten auf die Schafmatt hoch, spontan entscheiden weiter nach Rohr zu reiten…Kenny arbeiten und wieder nach Hause reiten….tot auf der Couch liegen....

Langfassung: Tolles Wetter, also aufstehen und in den Stall. Mama und Papa haben gesagt, sie hüten David gerne damit wir lange ausreiten gehen können. Endlich hoch auf die Schafmatt. War das eine Traumstrecke, durch den Wald, rechts steil abfallend zu einem Bach runter, wilde Gegend mit Felsen und Bergen’. Oben auf der Schafmatt angekommen (ich schätze mal 1'000 m.ü.M) hatten wir eine sensationelle Aussicht auf die Alpen, den Jura und den Schwarzwald. Poah!!!!! Da oben hatte es ein nettes Beizli, also hat Roger uns eine Zwischenverpflegung geholt. Beide Pferde waren am grasen, auf einmal sieht Phöenix dass man da ja eigentlich sauweit sieht – und fertig war mit Ruhe! Der hat doch echt einen Knall J fing der an zu hypern, zu nervösen, hin und her und her und hin…..war nicht mehr ruhig zu kriegen. Und dann immer dieser total abwesende Blick in die Ferne. Lasst mich zu den Alpen rennen….. als wir fertig waren, sind wir wieder los, beim runterlaufen denk ich, also wenn wir schon hier sind, können wir doch gleich nach Rohr runter? Roger nur, ok. Also gut, Weg gesucht und dann sehr direkt nach Rohr runter, ich dachte grad bisschen mit Schaudern dass wir hier wieder hochreiten sollten?? DAS war ganz schön steil (Muskelkater in den Beinen vom runterlaufen lässt jetzt schon grüssen, mir tut alles weh). Wir waren zackig da unten, Roger hat gewartet, Yvonne hat ein paar schicke Bilder gemacht von Badu und ich ging mit Kenny longieren.

Und dann das Ganze wieder hoch, das war ein Kletterweg der Extraklasse! Sowas, in dieser Länge hatten wir nicht mal drüben in Bennwil!! Holla ging das da aber hoch und dann eben so lange. Phöenix wie ein Irrer ab, der hatte wohl immer noch die Alpen vor seinem inneren Auge. Hab die dann ziehen lassen und bin mit Badu bequem hinterher. Oben wurde Phöenix dann doch etwas gelassener, kein Wunder, die Alpen waren hinter uns *grins*. Wieder denselben Weg zurück, ok fast, diesmal einen Parallelweg unten im Tälchen, war auch superschön. Jacken ausgezogen es war warm und wie!

Und irgendwo in Zeglingen hatte ich dann echt keine Lust mehr, weil ich langsam alles gespürt habe und ich will einen 3-Tagesritt machen????? Na auf jedenF all waren wir nach 4.5 Stunden wieder zuhause mit mindesten einem zufriedenen Pferd (Badu) und einem zufriedenen Reiter (ich), die beiden anderen waren bisschen durch den Wind

Ich hab die Fleecehose testgeritten, ui die ist klasse!!!! Ok, danach viel zu warm, aber heute morgen mit dem kalten Wind und oben auf der Schafmatt war die Hose echt absolut genial und sehr bequem zum reiten! Und Roger hat seine Ultimate ausprobiert und war auch hochzufrieden damit!

Tja und nun sitz ich hier und mir tut echt alles weh *prust* ich geh mal gleich Arnica einwerfen! Na das kann ja heiter werden……



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April 2007

20. April: Ich bin wieder da :-) das waren herrliche Ferien, ich habe viel geritten, junge Pferde eingeritten, ein tolles Reitgelände kennen gelernt und überhaupt. USA macht eben Spass. Eines der Pferde wurde dann noch verkauft nach Jordanien, ich bin ja schon sehr gespannt, ob man von ihm noch was hören wird. Ich hab ihn während der vier Wochen dressurmässig noch bisschen ausgebildet und ich mochte ihn wirklich sehr sehr gerne.....ich bin gespannt.

Hier noch eine Bilderauswahl

Ja und zuhause ist auch viel passiert. Unser Stall ist erweitert worden, ich kann nun endlich zuhause arbeiten und longieren. Der Stall wurde sozusagen zu einem Laufstall umfunktioniert, aber so, dass ich das abtrennen kann und fremde Pferde aufnehmen kann. Sei es Deckstuten, oder Berittpferde! Das ist sooooviel wert, ich bin total glücklich. Dann hab ich auch noch gleich zwei Pferde im Jura geholt. Sahira, eine junge Stute von Bahadur aus der Sissi, die ich einreiten werde. Schicke kleine Stute die mir sehr gut gefällt. Und den Shagir (den wir dringend umbenennen müssen, hihi, ich finde den Namen so doof), der bei uns bleiben kann, wenn er sich benimmt. Ist eine lange Geschichte, vielleicht erzähl ich die mal, wenn ich sehe, dass er wirklich bleiben kann. Er ist ebenfalls ein Shagya, von Saphir aus der Ubayan, ich bin sehr gespannt, was ich da vorholen kann. Wäre schade, wenn man den nicht mehr reiten könnte!

Und dann das heute morgen :-)

Heute morgen bin ich in den Stall, dauert nun ganz schön bis alles gemacht ist, aber ich wollte es ja so ?, na auf jeden Fall war David wirklich ganz toll und geduldig, hat mit seinen Sachen gespielt, gut aufgepasst wenn ich mit Sahira gearbeitet habe, geholfen wenn er konnte und auf einmal sagt er – so jetzte David auffen Badu reiten! Ich guck ihn an, hä? Wirklich? Ja Dadid möchte auffen Badu reiten, miten Sattel…… noch bisschen ungläubig hol ich Badu, putz ihn, den Trekker drauf (da kann er sich so toll festhalten), David kam fast angerannt und hoch mit dem David. Ihr hättet das Gesicht sehen sollen, der hat gestrahlt über alle Ecken und Kanten und fing sofort an Badu zu flattieren. Mama, spaziern gehen mitte Badu undem Dadid…..!!!! okeeee….wenn er das möchte, hab immer gesagt, dann darf er, ich werde ihn nie von mir aus aufs Pferd setzen. Ja und dann sind wir ca. 10 Minuten spazieren gegangen, Badu sozusagen alleine, weil ich David gehalten habe, er hat super auf mich gehört (Badu mein ich!) auf meine Körperzeichen und ist so was von brav gelaufen, wow – ich war begeistert von beiden! Und David hat sich wirklich super gefreut und gelacht immer und immer wieder, das war richtig schön!

Tja – das war so noch das Zückerchen dazu! Denn gestern Abend hat mich mein Pferd ebenfalls begeistert! Und mein Papa auch! Ist der doch gegangen und hat bei Roger während meiner Abwesenheit Reitstunden genommen! Und gestern Abend laufen wir in den Stall, kommt ein Pferd von unten her, denk ich, das ist doch Badu? Sag es noch laut, das ist doch Badu – aber wer soll den schon da reiten? Gedanke weg, das Paar kommt näher, ich denk mir, das ist doch Rogers Helm?!? Roger aber neben mir, Paar kommt noch näher, sitzt mein Papa auf Badu, hat ihn alleine gesattelt und gezäumt, alleine vier Hufschuhe angezogen, alleine vom Stall her losgeritten Richtung Dorf!

Könnt ihr ahnen wir stolz ich auf die beiden bin? Auf die drei eigentlich, Roger war ja auch mit von der Partie….toll!!!!!!

Hat Badu eine neue Aufgabe?



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Mai 2007 ENDLICH WIEDER ONLINE....

Unser Hosting-Server wurde gewechselt und wir hatten davon leider keine Kenntnis, darum solange keine Einträge, aber nun geht endlich alles wieder!

5. Mai: Horseathlon! Das war unsere Aufgabe an diesem Samstag. Ich wollte mit Bahadur was machen um gleichzeitig seine neurologischen Fähigkeiten zu testen und diese neue Prüfungsart schien mir sehr geeignet zu sein dafür. Die Aufgaben waren toll, überhaupt war alles sehr liebevoll auf dem grossen Springplatz arrangiert, auch wenn es aus Eimern schüttete (was unser Gras freute, aber musste das heute sein?). Bahadur hat alles ganz toll mitgemacht, sogar die Wippe war kein Problem, obwohl nie mehr geübt. Aber am besten fand er halt den Minisprung, danach war er kaum noch zu bremsen. Bei der GLP war ein Teddy ganz schrecklich :-) wie der soll an mich ran? Wusste grad nicht, dass mein Pferd so grosse Augen machen kann?!?

Habe soeben erfahren, dass wir den tollen 2. Rang belegt haben! Wow, bin ich erst Recht stolz auf mein Pferd.

8. Mai: Die ersten Deckstuten ein und wurden bereits gedeckt, auch hier scheint Bahadur wieder vollkommen genesen zu sein, deckt er die Stuten doch souverän und wie immer - was sind wir alle froh!

Und dann präsentiere ich doch gerne mal unseren Nachwuchs, denn so wie es aussieht bleibt er doch für immer bei uns!

Shagir, Shagya, 1998 geboren, Schimmel, von Saphir aus der Ubayan, gezogen von Regula Zwicky aus Goumois....


 

Wir arbeiten derzeit viel am Boden, Führarbeit und sanft wieder an den Sattel dran, leider wurde da beim einreiten vieles 'verbockt', er duldete leider keine Reiter mehr im Sattel, aber das ändert sich moment zum Glück. Er vertraut uns allen immer mehr und bald kann ich ihn sicher auch wieder reiten :-)

12. Mai: Ob das der kleine grundstein für unser Comeback war? Ich war heute an der Shagya-Schau mit Bahadur und Shagir (wer gibt dem endlich einen neuen Namen?). Nachdem meine Männer sehr lange (zu lange) gepennt haben, wir endlich im Stall waren (zu spät) kam glücklicherweise Yvonne schon an und hat mir beim waschen der Pferde geholfen. Interessanterweise fand Schimmel das gar nicht schlimm, der stand still und liess sich von oben bis unten waschen, bis er wirklich schneeweiss und blendend aussah. Dann wollte ich Badu eigentlich nur den sandigen Schweif waschen und fand, nö, mach ich alles, hihi und hab den auch runtergewaschen. Danach haben wir die beiden schon mal nebeneinander angebunden, die sollten ja zusammen im Hänger stehen. Noch alles eingepackt und dann endlich los. Naja, was soll ich sagen, unterwegs fing dann der eine oder andere (wahrscheinlich ja der Schimmel) im Hänger an zu hüpfen und zwar so, dass wir immer langsamer werden mussten. Und so kamen wir genau um 12.25 an!! Und um 12.30 fing die berittene Schauklasse an, hahahah. Hab Bescheid gesagt, dass ich gleich da bin. Ich glaube so schnell (nämlich in zehn Minuten!) hab ich noch nie mein Pferd eingeflochten, gesattelt, gezäumt und gleichzeitig mich in die Turnierkleider gestürzt…..

Dem sagt man Handicap oder? Die guten müssen ohne abreiten eine Prüfung reiten *grins*. Also rein, 5 Minuten Schritt und los geht’s! Ja was soll ich sagen, Badu lief toll. Dummerweise mussten wir hinter Kouhnama laufen (die wir vor zwei Tagen gedeckt haben und Hengst ist ja nicht doof, haha) und so lief Badu immer wieder mit 5 Beinen rum! Der wird heute abend auch blau angelaufen sein….das fünfte Bein mein ich..

Er war noch bisschen verspannt, wollte lieber der Stute hinterher, aber im Galopp dann *schmacht* lief er echt wie Butter. Wow, so toll ist der ja schon lange nicht mehr galoppiert (ich hab ja ab und an einen Galopp gemacht in letzter Zeit), so weich, so gesetzt, ohne dass ich gross was machen musste und interessanterweise fanden die Leute auch den Galopp super von Bahadur. Der eine oder andere sah wohl eine Unregelmässigkeit im Trab, denn in kleineren Wendungen läuft er mit seinem krummen Becken, das hoffentlich nicht mehr krumm ist schon bisschen komisch ABER NICHT LAHM! Juhui….und der Boden hat ihm wohl auch gut gepasst. Er lief dann auch immer flockiger und leichter, hach war das schön! Ich will da bitte weitermachen und aufbauen und aufbauen und starten und überhaupt…..jaja ich spinne. Aber das einfach mein Ding, und Bahadur seins auch. Turniere! Dressur, Springen, Vielseitigkeit…..ohja ich möchte wieder weitermachen….

Bei der Exterieurbeurteilung kam dann der eine Richter und hat mich ganz charmant angesprochen. Wie alt denn der Bahadur sei? Ja 16. Wie schon? Oooooh, dieser tolle Hengst wird immer älter, aber sie sehen immer gleich jung aus *lach* ooooh dankeeeeeee……und dann zack Typ 9, Körper 8, und was war noch? Auf jeden Fall auch eine 9……

Dann kam schon die Siegerehrung und er hat gewonnen, ex equo mit Amon (gezogen von Ursula Rahm), den ich vor 14 Jahren eingeritten habe!!!! Sowas…..

Dann schon raus, und Badu nach hinten, den Schimmel rausholen, nochmal bürsten, Zaum anziehn und nach vorne hechten. Wir waren zu dritt, zwei Wallache und ein Hengst. Shagil kam als erster dran und die haben diskutiert und diskutiert und geredet, ich dachte, die zerpflücken das Pferd in seine Einzelteile. Naja lange Rede kurzer Sinn, er hat ihnen sehr gut gefallen und er erhielt auch tolle Noten, Typ, Kopf je eine 8, Schritt 7 (weil er zu zapplig war), Trab 9 (wäre sogar eine 10 wert gewesen, so flog der), Fundament und Hals 6 (gebe ich Recht), also ich war zufrieden mit den Noten. Und eben, er gefiel ihnen sehr gut….ein Richter meinte sogar, er habe tolle Augen, einen tollen Ausdruck….

Ja – somit ein gelungener Tag, wir sind dann bald nach Hause gefahren, weil David ganz doof von einem Bänklein rückwärts runtergeflogen ist und kaum mehr zu beruhigen war. War auch besser für die Pferde denk ich. Das fahren ging übrigens auf dem Heimweg problemlos, bis auf einmal war es ganz still dahinten….

Ich fands toll und freue mich schon, was da noch auf uns zukommt und träume derweilen ein bisschen…

20. Mai: Wer mich heute hätte mit dem Schimmel arbeiten sehen, hätte wohl gedacht, dass ich nun den totalen Dachschaden habe :-). Da er ja immer noch sehr schreckhaft tut, mache ich Schrecktraining mit ihm. Kenner der Szene sagen heute dazu wohl Dual-Aktivierung. Damit ich weiss was ich mache *grins* hab ich mir mal das Buch ausgeliehen, muss sagen, sehr interessanter Aspekt und eine logische Erklärung. Nun hab ich die Erklärung warum ich das schon jahrelang mache und es funktioniert. Ok, meine Fahne ist eine rot/weisse Schweizerfahne und nicht gelb oder blau, aber es funktioniert auch. Na auf jeden Fall, hab ich ihn heute longiert, mit Longierpeitsche und mit Fahne, eben wegen der Aktivierung. Dann habe ich Roger und das Treppchen geholt und dann ging's los. Erst auf der Treppe neben Shagir rumhüpfen wie ein Derwisch, mit den Armen fuchteln, Pferd immer wieder anfassen und betatschen, von der Treppe runterhüpfen und damit es richtig arg wird - hat David auch noch immer Beifall geklatscht (DAS fand er gar nicht lustig). Irgendwann stand er dann da, und liess es sozusagen über sich ergehen und war auch endlich entspannt. Also eine Stufe weiter, erst Bein auf die Kruppe, mit dem Knie in den Bauch, an den Hals, Pferd immer wieder abklopfen. Drüberliegen, dabei gleichzeitig mit den Armen fuchteln und den Beinen auf der anderen Seite rumschwingen....auch das war irgendwann langweilig. Also, nochmal runter und dann von rechts aufsteigen (extra, denn, bisher verbindet er das schlimme reiten mit links!). Erst still sitzen, in den Bauch atmen und dann, Roger los. Shagir wurde noch kürzer (wer ihn kennt, weiss dass das schlich unmöglich ist, weil er schon sehr kurz ist) und war verspannt. Aber durch zureden konnte er dann doch entspannen. Soweit, dass ich mich dann wieder traute mit den Armen zu fuchteln, meine Beine zu schwenken, auch seinen Bauch berühren (was mit einem kurzer Hüpfer quittiert wurde) und dann immer mehr Bewegung in den Reiter bringen. Er hat das toll gemeistert und war wirklich entspannt - für seine Verhältnisse sogar sehr! Ich hab mich riesig gefreut und mache nun täglich weiter mit dem Fuchtelprogramm....

Danach war ich herrliche drei Stunden ausreiten, rauf auf den Wisenberg. Und ich frage mich schon wieder, wieso ich bloss sowenig auf diesen Berg reite? Das sind herrliche Kletterwege, die das Pferd so richtig zum atmen bringen und ein tolles Muskeltraining. Steil und sozusagen gerade hoch auf den Gipfel und dann in Schlangenlinien und gemässigt wieder runter. Und das bei dem tollen Wetter, hach ja....

Dann ist die Deckstute wieder nach Hause gefahren, jetzt gilt es dann Ernst, wenn wir Shagir in die Männertruppe eingliedern. Jolly und Floh sind schon mit ihm gemeinsam auf der Weide, damit Jolly gleich mal klarmachen kann, dass ER der unangefochtene Chef der Herde ist. Danach wird dann Phöenix dazukommen und nach der Decksaison Bahadur. Der hat immer noch das Gefühl, Shagir sei eine Stute :-) obwohl er schon mehrfach mit ihm schnobern konnte, am Seil und unter unserer Kontrolle. Irgendwie sind die Hormone wohl noch durcheinander.

25. - 28. Mai

es ging darum eine Strecke von 206 km in drei Tagen zurück zu legen. Der Start war bei Lindenau (das ist etwas nördlich von Ulm) und das Ziel war in Ellwangen (gehört zur Gemeinde Rot a.d. Rot in der Nähe von Bad Wurzach). Die Streckenführung war identisch der letztjährigen, bis auf die letzten Zehn Kilometer, da das Ziel nicht mehr am gleichen Ort war. Also sollte es kein so enormes Problem sein, den Weg zu finden. Der Ritt ist ja nicht markiert, jeder kann sich seinen eigenen Weg suchen, es müssen einfach alle Kontrollpunkte und Vet-Checks angeritten werden.

Wir sind also nach einer fünfstündigen Fahrt am Freitag nachmittag am Start angekommen, ich hatte uns diesesmal einen besseren Weg gesucht, damit wir alles auf Bundesstrassen fahren können. So machten wir uns daran den Paddock aufzustellen, damit sich Phöenix die Beine vertreten und grasen kann. Kaum hatten wir das geschafft, stellten wir Phöenix noch einmal in den Anhänger rein und blieben auch gleich selber drin stehen... da kam grad ein heftiges Gewitter runter. Ein Blitz hatte und alle erstarren lassen, denn dieser schlug unweit von uns irgendwo ein. Es dauerte nicht lange und denn war es auch schon vorbei. Phöenix stand im übrigen die ganze Fahrt super ruhig in seinen neuen Anhänger! Dann konnten wir Phöenix der Tierärztin vorstellen und alles war bestens.

Am nächsten Morgen war Start um acht Uhr auf die erste Etappe von 68 km. Erst gab es aber noch ein 'Cüpli', offeriert von der Schirmherrin. Da stand Phöenix zu meiner Überraschung absolut ruhig. Bevor es dann los ging, haben wir uns etwas von der Gruppe entfernt, damit wir dann in aller Ruhe hinterher starten konnten, auch da blieb er ganz ruhig. Ich habe ihn dann am Anfang ein bisschen gewähren lassen, damit er sich austoben kann, und habe die eine oder andere Alternative geritten, damit wir bald alleine waren, denn dann geht das mit Phöenix einfach besser. Beim ersten Stop waren wir dann auch nur knapp (zwei Minuten) hinter der führenden Vierergruppe. auf dem nächsten Teilstück habe ich diese Gruppe denn auch fast eingeholt, weil aber Phöenix dann mit Pullen anfing, hab ich mich auch entschieden eine Alternative zu reiten, damit wir die vier nicht dauernd sehen. in dieser Alternative haben wir dann wieder ein bisschen Zeit verloren, denn wir lagen beim Hauptstop drei Minuten zurück. Dafür war Phöenix ruhig geblieben. Dann führte die Strecke durch das brühmt-berüchtigte Vögeletal. die meisten reiten dort nicht der Strecke nach, weil das ein Umweg ist. Ich wollte aber alleine sein und vorallem wollte ich diesesmal den richtigen Eingang in das Tal finden, den hatte ich die beiden letzten Male nicht gefunden. So verlor ich mehr Zeit (etwa eine halbe Stunde) auf die jenigen, welche ausserhalb des Tales ritten. Also wurde ich von einem Duo und einer fünfergruppe überholt, allerdings konnten wir die fünfergruppe noch einholen um dann gemeinsam in die letzte Pause zu reiten. Phöenix lief gut, ausser dass er sein linkes Hinterbein nicht immer richtig hob. Das letzte Stück bestritten wir dann zu Beginn mit der Fünfergruppe, was aber nicht lange ging, denn Phöenix konnte einfach nicht in einer Gruppe laufen an diesem Wochenende, also ritt ich davon und holte das Duo noch kurz vor dem Ziel ein und wir ritten dann zu dritt ins Ziel! Bei der Schlusskontrolle sah man dann eben, dass Phöenix das Bein hängen lies, jedoch sagte die Tierärztin, dass er nicht lahm ginge sondern einfach erschöpft sei. Also 68km in der Wertung in Tempo 14.07 km/h! :-) Das Wetter an diesem Tag war sehr heiss (ca. 30°) und schwül.

Am nächsten Morgen wurde der Start um eine Stunde vorverlegt, da es wieder so heiss werden sollte und 80km auf dem Programm standen. Also um sieben los. Bevor wir jedoch starteten haben wir Phöenix noch einmal der Tierärztin vorgestellt um zu sehen wie er läuft. Er lief Prima! Wieder bin ich zuhinterst gestartet und hab denn mal alle anderen überholt, ausser der führenden Vierergruppe. Es hat mehrere Vorteile zuhinterst zu starten: Phöenix bleibt ruhiger und man sieht alle Konkurrenten mindestens einmal am Tag! :-) Ziemlich bald hatte ich die Vierergruppe denn eingeholt gehabt und eigentlich auch überholt, aber die wollten sich nicht abhängen lassen, so sind wir zu fünft weiter geritten, wobei ich meist die Führungsarbeit übernommen hatte, weil eben Phöenix nicht in der Gruppe laufen konnte, und so wenigstens einigermasse ruhig lief. wir ritten bis kurz nach dem Hauptstop (dem Zweiten an diesem Tag) zusammen, dann wollte und musste ich etwas ruhiger gehen. Beim Zweiten Stop hörten wir so Geschichten, dass nach uns eine riesige Lücke sei, und dann kämen schon bald die beiden Fyords, welche aber nicht wirklich zu den schnellsten gehören. Wir witzelten, dass sich die anderen wohl veritten hätten, und so war es dann auch. die Aussagen gehen auseinander: zwischen sechs und dreissig Kilometer wurden zuviel geritten von den Betroffenen. Zurück zu uns, da Phöenix nun wieder damit begann das Hinterbein hängen zu lassen, wollte ich eben ruhiger reiten, das ging aber nicht in der Gruppe. Nicht wegen der gruppe sondern wegen Phöenix, also zog ich die Notbremse und suchte kurzerhand eine alternativroute, damit ich die anderen 'verlor'. Das hat auch geklappt, aber die hatten dann kurz später Mühe den Weg zu finden und so traf man sich wieder... also musste ich noch mehr Notbremse machen, und das ausgerechnet an einer Stelle, wo Sabine und die Betreuer der anderen warteten und uns von weitem gesehen haben. Ich lies die vier ziehen und wartete einfach mit Phöenix, stieg dann ab und führte ihn zu fuss den Hügel hoch. Die vier hatten wohl gewettet, ob ich nun ruhiger reiten möchte (Stefan Zöller) oder eine Abkürzung nehme (Heike Blümel, Nicola Ohnemus). Stefan bekam dann Abends ein Weizen! Danach konnten wir dann endlich ruhiger reiten, was auch gut war. Im nächsten Stop bei 60km haben wir dann aufgehört, weil Phöenix eben das linke Hinterbein hängen liess, und es mir/uns wichtiger war am dritten Tag noch einmal reiten zu können. So haben wir an diesem Tag 60km in der Wertung in einem Tempo von 14.13 km/h gemacht. Total also 128km. Das Wetter war, wie erwartet, gleich wie am Vortag. Nachdem wir dann ins Ziel gefahren sind, den Paddock aufgestellt hatten und alles eingerichtet kamen dann die ersten vier.... und danach etwa zwei oder drei Stunden (wenn's reicht) keiner mehr... da hätte ich die restlichen zwanzig Kilometer auch zu Fuss machen können. Aber die Entscheidung war richtig!

am dritten Tag, nach dem es die ganze Nacht geregnet hatte, wurde ebenfalls um sieben gestartet, auch an diesem Tag zeigten wir Phöenix noch vor dem Start und auch hier lief er gut, ausser einer leichten Verspannung wegen der nassen Kälte. Die Tierärztin meinte, der müsse geritten werden. Mit der Vierergruppe hatten wir am Abend vorher vereinbart, dass sie mich ziehen lassen, da ich ja nun keine Konkurrenz mehr war, willigten sie ein. Einfach nur, damit Phöenix ruhiger blieb. Er lief sehr schön an jenem Tag. einzig, dass er ab und an zeigte, dass er keine Lust hat alleine bei dem Wetter, denn es schüttete ununterbrochen. Dennoch war es sehr schön mit ihm... am hängenden Zügel in aller Ruhe! Wir machten die ganzen 58km alleine. nach etwa 48km freute ich mich noch über den Umstand, dass mich ein Betreuer gesehen hatte als ich den Kontrollpunkt pasierte, denn dort war noch keiner. Wie ich dann später erfuhr wurde der auch nicht besetzt. Kurz vor dem Ziel (etwa drei Kilometer) ritt ich eine Strasse runter (wie eingezeichnet) und da kam eine fünfergruppe (die sich am Vortag so verritten hatte) von rechts auf einer Landstrasse auf der sie nicht sein konnten, wenn sie auch den Kontrollpunkt angeritten wären. Zudem hatten sie beim letzten Stop etwa eine halbe Stunde Rückstand auf mich. Ich ärgerte mich ein bisschen und dachte, das passiert wenn man die KPs nicht besetzt. Ich kam dann nach dieser fünfergruppe, aber noch vor der führenden vierergruppe ins Ziel. Ich war froh und überglücklich! Froh, weil ich einfach nur noch kalt hatte, und überglücklich, dass Phöenix das alles geschafft hatte! Durch einen Protest einer Betreuerin, welche lange Zeit am KP gewartet hatte, wurde ich dann doch noch Tagessieger. Den ganzen Ritt habe ich als 14. mit 186km in einem Tempo von 13.16 km/h in der Wertung beendet!

Somit haben nun Phöenix und ich 3388 km in der Wertung und Phöenix hat sich in die "Alltime Top Ten der Schweizer Distanzpferde" gelaufen (im Moment)!!!!

 

 

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Juni 2007

6. Juni: Wir kommen immer besser voran. Mittlerweilen sass ich schon dreimal auf unserem grossen Schimmel, zweimal davon ganz alleine. Er ist immer noch sehr unsicher und man merkt ihm an, dass der Gurt nicht wirklich das ist, was ihm am besten gefällt, aber er vertraut mir. Mehr oder weniger. Longieren lässt er sich mittlerweilen absolut klasse, auch über Stangen treten macht er toll. Plastiksachen und das ganze Schrecktraining zeigen auch immer mehr Erfolg, er kann das ganz cool über sich ergehen lassen. Mal sehn, Mitte Juni gehen wir mit beiden Grossen an einen weiteren Horseathlon. Ich werde Bahadur reiten und den Schimmel zu Fuss führen. Ich bin gespannt. Die ersten Stuten sind auch tragend, was mich natürlich besonders freut. Und die ersten Fohlen sind auch geboren worden. Ich habe bisher einige ganz tolle Rückmeldungen erhalten und freue mich immer wieder, wenn sich die Züchter über die tollen Fohlen freuen und sich Bahadur bereits für das kommende Jahr reservieren lassen, toll.

10. Juni: Gestern habe ich Bahadur ausgiebig Dressur gearbeitet und siehe da, er weiss noch viel, er bietet viel an und wir haben heute viel Muskelkater :-o. Dafür bin ich dann früh aufgestanden und wir haben eine wunderbare Tour durch die Berge gemacht. Immerhin vier Stunden waren wir unterwegs und ich finde immer schönere Reitwege, je weiter wir uns von unserer Heimat entfernen. Heute bin ich wieder zur Schafmatt hoch (leider keine Alpen zu sehen, nur Suppe) und dann weiter Richtung Anwil. Hab dann doch einen Weg zurück genommen, weil ich ja nicht übertreiben wollte mit unserem Muskelkater. Aber das nächste Mal reite ich weiter, da oben lässt es sich wunderbar reiten. Stellt euch vor, Wiesenwege! Und Wege mit Mittelstreifen aus Gras, wow. Bahadur war auch jeden Fall happy, und ich auch!

17. Mai: Ja, genau, heute bin ich Stolz! Stolz auf meinen Bahadur und eigentlich noch stolzer auf Shagir (wir gewöhnen uns langsam an den Namen, hihi). Wir waren heute mit Bahadur zum zweiten Mal am Horseathlon und mit Shagir zum ersten Mal. Badu war bei der Bodenarbeit nicht ganz so souverän wie das letzte Mal, allerdings waren es noch fordernde Aufgaben. Toll fand ich wie er auf das Podest ist, über die Brücken, in den Hänger rein (wenn wundert's - aber ich weiss was ich gestern gesehen habe! Ein Hänger in der Halle ist nicht unbedingt das was Pferde wohl mögen), oder durch den Stangensalat. Im L hatte er wahrhaft einen Beinsalat, egal wie ich es machen wollte, er wollte gar nicht geradeaus rückwärts gehen. Komischerweise kann man OHNE Begrenzung super geradeaus und um Ecken, aber das nutzt mir ja nichts. Und bei der Vorhandwendung hat er mir alles 'versaut' mit ich weiss was du willst :-) und statt der eine Wendung macht, piaffiert er :-o, beim zweiten Anlauf und nur mit Körperzeichen ging es ohne Piaffe :-). Ach ja, alles was in irgendeiner Form seitwärst ging hat er natürlich super gemacht.

Die Gelassenheitsprüfung fand ich genial! So tolle und interessante Aufgaben, dazu seht ihr die Bilder. Erst durch zwei Frösche über einen blauen Plastik, heja. Dann zwei Säcke zusammengebunden, gefüllt mit Raschelheu über den Rücken legen und um eine Pilone laufen. Knifflig wurde es bei No. 3 da wollte Badu zwar durchlaufen (war eine Plastikwanne) aber partout nicht stehen bleiben, dass ich dann auch noch um ihn rum sollte, fand er nicht lustig, hat es dann aber doch noch gemacht. Und der PET-Flaschen Vorhang ist auch eine Herausforderung :-) dafür fand er das Peitschenschlagen um den Kopf rum sowas von gähnend langweilig und durch den Ballonkanal war auch gäääääähn, hihi. Nägel einschlagen? Pff...und? Oder mit der Fackel rumlaufen? Und?

Dann gab es eine Geländeprüfung mit Wall hoch und runter, durch Wasser, dass ein riesiges Schlammloch war und über einen Graben! Was fand Badu dazu? Der ärmste ist wohl so auf Entzug, der zog alles an :-)))))))) und nach dem Graben kam das grosse Gebuckel und die Schuhe flogen :-))))))

Ausreiten war dann eher etwas hengstig *räusper* und dann gabs nochmal Geländeprüfung, einen Tiefsprung *hüstel* etwa 20 cm und einen Sprung *nochmehrhüstel* von etwa 20 cm - in seiner Verzweiflung ist Badu alles in bester Manier gesprungen!!!! Herzig...also, ab ins Springtraining!

Ach Jaaaaa.....Trail war ja noch :-). Das hat er eigentlich alles toll gemacht, ausser dass er schon wieder nicht stehenbleiben wollte, damit ich den Ast wieder aufhängen konnte und als ich die Mühle auf einem Teppich, natürlich auf dem Pferd, machen musste, ging es gut, bis ich beim letzten Dreher war, da ist er mir weggelaufen der Sepp. Aber über die Brücke dafür superschön. Durch die Pilonen sowieso, rückwärts auch gut....ich war sehr zufrieden.

Dann hab ich Shagir vorgezogen. Wir haben neben einer Eisenbahnstrecke geparkt und haben das nicht realisiert, der war total wuschig bis wir zurück gekommen sind. Hab ich also gebeten, dass ich vorher gehen kann. Auch wegen David, damit wir nicht solange dort sein mussten. Ich war ja gespannt wie ein Flitzebogen wie er sich anstellt!!!

Anfangs war er total rüpelig und ich musste ziemlich schroff sein, damit er mich wahrgenommen hat, aber dann war gut. In der Halle war er soooooo konzentriert und hat zweimal eine Herzbaracke :-). Da lag der Teppich vom Trail auf der anderen Seite, Gott konnte er den angucken *lach*. Aber - er ist mit mir um die Schirme getrabt, mit mir über die Brücke gelaufen, beim zweiten Anlauf, durch das Tor ohne mit der Wimper zu zucken (wo Jarni, für die, die ihn kennen, einen Flug genommen hat!), über die engen Stangen ganz toll. Rückwärst laufen in einem L war auch nicht sein Ding, aber wenigstens die eine Hälfte. Seitwärts war ganz super und Vorhandwendung auf und sogar auf das Podest ist er hoch!!!! Ohne dass wir das je geübt hätten! Ja und dann hat er mich echt erstaunt, der ist nach ganz kurzem Zögern in den Hänger rein, stillstehen ohne was und wieder raus - WOW!!!!! Super Pferd!!!

Und dann draussen bei der GLP, auch ganz toll. Über den Plastik ohne was, die Säcke rumgetragen DARAUF WAR ICH BESONDERS STOLZ!. In die Wanne rein und sofort stehengeblieben, allerdings hab ich zwei Anläufe gebraucht, bis er auch stehenblieb als ich um ihn laufen sollte :-o, durch die Pet durch und dann wieder Herzbaracke (Peitschen hat er super gemacht), huuuuuch die Ballone bewegen sich ja, waaaaas da durch? OK.....und lief mir hinterher. Alles andere war wieder ohne was! Problemlos....genial!!! Der wird immer besser.

Ja und die Geländehindernisse haben wir dann zu Fuss gemacht, was soll ich sagen? Wall hoch und runter, durch den Matsch ohne zu zögern und sogar über den Graben OHNE ZU GUCKEN! Den Wall hoch und runter ohne was und über das nette Hüpferchen gesprungen! Ohne einmal zu zögern....boah.... Wie gesagt ich bin stolz! Auf mich und auf die beiden Pferde...

Und nun geniesst die Bilder :-)

über das Brückchen



Podest

Ballon Zickzack

rauf mit den Säcken

Petflaschenvorhang...

26. Juni: Picasso ist tot - Überfahren….

Nachdem wir unseren Garten ausbruchsicher eingezäunt hatten, alle Schlupflöcher zugemacht, alle Katzen den Zaun respektiert UND akzeptiert hatten….wir dachten uns wirklich auf der sicheren Seite!

Findet dieser dumme Kater ein Schlupfloch… nicht mal unser Ausbrecherkönig, Spike, seines Namens Bauernkater hat Schlupflöcher gefunden!

Haut vorgestern Abend ab….

Gestern Abend reg ich mich so auf, weil er noch nicht wieder aufgetaucht ist, dass ich beschlossen hatte, heute mach ich einen Termin ab fürs kastrieren (wollte ich sowieso, er war in letzter Zeit einfach zu doll auf Hormone, zu unruhig, das gefiel mir nicht mehr, ausserdem wäre sowieso Pause gewesen bei den Damen bis in den Herbst) ironisch oder?

Fahr ich heute morgen ausnahmsweise mit dem Auto (sonst immer mit dem Fahrrad, da fahr ich einen anderen Weg) und seh ihn liegen. An einer sehr übersichtlichen Stelle, sozusagen mitten auf der Strasse! Im Dorf, eigentlich 50, aber frühmorgens kann ‚man’ ja Gas geben. Ich behaupte, wäre ‚man’ 50 gefahren, hätte ‚man’ Kater gesehen! Wäre ich früher aufgestanden und mit dem Auto gefahren, wäre er vielleicht noch am Leben, dann hätte der oder die Fahrerin langsamer fahren müssen wegen mir. Picasso war noch ganz warm, als ich ihn gefunden und aufgehoben habe! Nicht mal angehalten hat man, zum Kater auf die Seite zu legen, oder zu gucken ob er noch lebt. Totfahren und weiter fahren *schimpf*

Dieser dumme kleine Kater, so unter Hormone *seufz* und irgendwie ahnte ich gestern Abend schon fürchterliches. Normalerweise kam er IMMER nach Hause (ist uns ja ohne Zaun vorher schon einige Male abgehauen)! Und wenn sie so stromern, dann wird es gefährlich, egal ob Kater oder Kastrat! Das weiss ich leider aus Erfahrung…..

Nun hat Roger ihn in unserem Garten begraben, mit Sicht auf den Berg, damit er immer in die Weite gucken kann *heul* und als ich zur Arbeit fuhr, begleitete mich ein riesig, dicker Regenbogen!

*heul*

Dich vergessen wir nie Picasso, vor allem in deiner eigenen Art wie du mit David, unserem Sohn umgegangen bist. Das war einmalig und wird es immer sein. Auch als Deckkater warst du einmalig, ein Kater der mit den Zuchtkatzen und den Kastraten friedlich zusammenlebt - und nicht markiert! Einen grösseren Glücksfall gibt es schon gar nicht. Dazu warst du souverän in deiner Art und hast dich nie gross auf Streitigkeiten eingelassen..ach Picasso, was machen wir nur ohne dich?

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Juli 2007

8. Juli: Mensch was war ich nervös und fertig mit den Nerven am Freitag! Ich hatte wirklich grosse Angst vor der Voruntersuchung, lassen sie mich starten? Sehen sie, dass Bahadur wirklich keine Schmerzen hat? Sehen Sie dass er leicht ataktisch läuft? Viele Fragen und lange keine Antworten. Hab mich dann am Zoll noch geärgert ohne Ende, diese Dummbatzen haben uns nach hinten geschickt, in die LKW-Abfertigung!!!!!!!!!! Vorne nix los! Resultat? 50 (!!!!) Minuten anstehen, für zwei lächerliche Stempel. Im Vergleich dazu, heute die Rückreise = in 8 Minuten durch alles durch!!!

Dann wars noch turbulent auf der Hinreise, weil sie kurz vor dem Zielort Umleitung so schlecht ausgeschildert hatten, dass wir im Nirgendwo gelandet sind, war auch lustig, haha. Dann aber endlich da, Pferde auspacken, Paddock bauen und Pferde zeigen gehen. Erst Phöenix, hach a was soll man dazu sagen? Alles klar, alles A, alles top. Dann Bahadur, ich erzähl wegen Schädelbruch. Dann vortraben, ja man würde es sehen, er läuft schräg und mit dem rechten Hinterbein irgendwie nicht so wie er soll, kriegt ein B ich darf starten! Uff….viele Steine runter!

Am nächsten Morgen David übergeben, Christine hat sich freundlicherweise zur Verfügung gestellt und hat David mitgenommen, so toll. Dann haben wir uns Zeit gelassen und sind erstmal prompt in die falsche Richtung geritten, hihi, Roger hat den Start nicht wirklich gefunden, dann aber endlich los. Wir sind keinen Kilometer weit gekommen, zosch, der erste Schuh runter und zwar weil er sich drauf getreten ist, im locker leichten Trab, habs gehört. Hab Roger angeguckt, bin abgestiegen, hab den zweiten Schuh auch ausgezogen und gesagt, mal gucken wie weit wir kommen. Die Wegen waren und sind schlichtweg sensationell, man kann da wirklich barhuf reiten! Wiesenwege ohne Ende, kilometerweit, sandige Wege, nicht tief, sondern richtig toller, fester Sand. Dazwischen mal bisschen Schotter im Wald, mal Teer oder Beton aber nicht der Rede wert. Es war einfach nur unsagbar wunderschön, herrlich, nicht in Worte zu fassen so schön. Ich hätte immer wieder heulen können. Galoppieren! Ich mit Bahadur! Wow…..Gänsehautfeeling. 15 km lang! *prust* und dann guck ich Roger an und sag nur, ich hab mich nicht mehr erinnert wie anstrengend Distanzreiten ist *grins*. Roger war nur am grinsen, Frechdachs. Und von da an hab ich mich wirklich von Kilometer zu Kilometer 'geackert’. Konnten wir lange galoppieren ging es mir sensationell (vor allem mit dem Trekker, den Sattel geb ich nie wieder her!!!!! Soviel tausend Mal komfortabler als alles was ich bisher auf Badu an Distanzritten hatte!!), im Schritt sosolala, weil Badu nicht wirklich Schritt lief, im Trab gings auch, aber irgendwann sagten da meine Knie und Fussgelenke autsch….trotz der weichen Bügel…hab heute rausgefunden dass zumindest die Fussgelenkschmerzen von den Schuhen kamen. Mist, schon wieder neue Schuhe suchen….

Dann, endlich, nach 25 km die erste Pause. Ach ja, am Abend vorher hiess es, dass die Strecke um einiges länger ist, weil sie a) eine Autobahnbrücke abgebrochen hatten!!! Und wir einen Umweg reiten mussten und b) einige Wege durch den vielen Regen so verschlampt und versumpft waren auch da Umwege. Sprich statt 82 km waren es auf einmal 90 km! Aber eben, Pause, und oh Schreck, eine dritte Tierärztin! Ich also hin, wieder erklären (zum Glück stand das auch in der Karte), sie untersucht Badu, vortraben, sie guckt mich an und sagt nur – also der geht eindeutig klar und sauber, taktrein, einfach bisschen schräg (das hat er schon immer gemacht beim vortraben!). Wie? Ehrlich? Ja, der geht sauber und gut….hab ich während dem reiten ja gemerkt, dass er von Galopp zu Galopp durchlässiger und weicher und runder wurde und vor allem die Vorderbeine weiter nach vorne gegriffen haben. Also hatte ich Recht! Hab ja gesagt, der braucht Galopp und zwar kilometerlang. Na gut, Pause, danach ging es mir besser und ich war bereit für die nächsten 19 km aber ohweh, schon ziemlich früh haben uns die ersten und schneller 40 km Reiter überholt und da war dann vorbei mit lustig. Ich hatte ein Monster unter mir, dass sich rechts so hart machte, mir fällt heute noch mein rechter Arm ab. Aber nein, ich war sturer und hab gekämpft und gezogen und irgendwann, so 5 km vor der nächsten Pause hatte ich wieder den angenehmen Badu. Und verlier nochmal nen Schuh (hatte wieder alle angemacht). Diesmal kein umdrehen, ich wusste wo er lag und ins Ziel, bevor uns noch mehr überholten und ich wieder ein Monster hatte.

Bei 45 km dann Pause. Wieder untersuchen, Pulswerte waren immer toll und schnell unten (für Bahadurs Verhältnisse) und vortraben. Sie guckt und meint, hmm, hinten um 50% BESSER als gestern im Voruntersuch aber nun hält er sich vorne links bisschen in der Schulter fest. Aber ich soll nur weiter. Das tut ihm gut. Pause, bisschen sitzen, viel trinken (wir hatten einen super sonnigen Tag, mit immer wieder mal sehr heiss und glücklicherweise immer wieder mal Wolken). Dann wieder Schuhe anziehen (also den, den ich verloren hatte) und los. Ihr glaubt es nicht, keine 500 m schwups der erste Schuhe runter. Ich guck Roger an, ok, ich zieh den wieder an und dann machen wir folgendes, nur noch Schritt und Galopp! Kein Trab mehr, ich kann den traben wie ich will, er hat keine Chance, er ist zu kurz, der Trab zu gross, der tritt sich von hinten auf die Schuhe und die fliegen. Also gut. Das ging sogar hervorragend und siehe da – keine Schuhe mehr verloren es war der helle Wahnsinn!!! Und Badu mochte das irgendwie. Das war sowieso enorm erstaunlich, der lief und lief und lief und lief. Gar nicht so wie von 'früher’ gewohnt, dass er sagt, das stinkt mir, nein er wollte laufen! Dann aber, so gegen Ende, also kurz vor der dritten Pause stolperte er immer öfters und ich bin öfters Schritt gegangen, also Roger natürlich auch (brauch euch kaum zu sagen, dass Phöenix etwas angestinkert war, dass er so langsam gehen musste, hihi), Badu war müde….durfte er ja auch. Bin dann in die Pause reingelaufen und meinte zur Tierärztin, ich möchte mit ihr entscheiden ob weiter oder nicht. Er ist müde…aber wie sich das auswirkt?!? Es wirkte sich aus, er lief nun wieder deutlich schlechter und man sah das Hinterbein wieder komisch laufen. Also gleich zusammen beschlossen, aufhören, jetzt und vor allem IN DER WERTUNG! In der Nachuntersuchung, nach 20 Minuten lief er dann wieder deutlich besser. Fazit, er braucht langes laufen, aber wenn er dann müde wird, sieht man es wieder besser.

Ich war so stolz, ich mein, es waren 71 km!!!!! Nach zwei Jahren eher nichts tun und erst seit wie vielen Wochen wieder Konditionsaufbau????? Klar, wir waren viel am Berg (was wieder mal bestätigt, dass Berg, hoch und runter und klettern im Schritt super ist für den Konditionsaufbau!) und alles, aber trotzdem, das ist nicht selbstverständlich in meinen Augen. Als ich dann mit Badu am grasen war, kamen sie, die Tränen, Erleichterung, Glück, alles zusammen. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, man vergisst fast wie toll das ist!!!! Ja und dann durfte Phöenix endlich noch flitzen, 19 km über wieder tolle Graswege, an Deichen entlang und kleinen Bächlein, der sah richtig happy aus als er ins Ziel trabte. Wir sind zeitgleich angekommen, der liebe Klaus hat uns abgeholt. Hach da waren so viele nette Leute die uns geholfen haben, echt der Hammer…..

Ja und so ist Phöenix über 90 km gelaufen und Bahadur über 71 km. Wir waren beide die Schlusslichter im Klassement, aber das ist so was von egal….ich freu mich einfach nur….

In der Transportfreigabe donnerte Phöenix dann wieder los und Bahadur hat wohl Muskelkater wie ich auch und war bisschen steif, aber nicht so schlimm….

Wir machen weiter, wir geben nicht auf!

Wir werden aber Ende Juli nun sicher in Marbach starten, denn da sind wieder dieselben Tierärzte, ich denke es ist von Vorteil, wenn diese Bahadur kennen. Dann sieht man sicher auch die Fortschritte, die er hoffentlich machen wird.

Einziger Wermutstropfen…..David ist krank, wahrscheinlich Hitzschlag, hat Fieber, einen hochroten Kopf, klagt immer wieder über Bauchweh und schläft eigentlich seit gestern Abend 21 Uhr. Manchmal wacht er auf und weint, dann wieder schlafen. Nun hat er ein Zäpfchen gekriegt und schläft seelig.

21. Juli: Freitag im Stau anreisen, Paddocks aufbauen, wenig Platz, weil sie am bauen waren. Die ersten Meckerer waren schon fleissig am meckern. Wir konnten dann noch eine klasse neue Karte kaufen und haben einen weiteren, interessanten Weg gefunden und abends ALLE gefragt (inklusive optischem Zeigen des Weges), traut ihr euch da hoch zu reiten? Sehr steiler Weg! Ja klar, das machen wir!

Am nächsten Morgen also los, das war ein richtiger Alpweg, ausgetreten, sehr schmal, im Zickzack sozusagen gerade den Berg hoch (Roger ahnte, dass es um die 900 Höhenmeter auf 2 km seien!). Dann kam der erste Zaun, das war nicht wirklich lustig, acht Pferde im Berg anhalten, einer macht den Zaun auf. Weiter über eine Wiese, das ging ja noch alles, dann wurde der Pfad zusehends schmaler, abschüssiger, eine Seite Berg, eine Seite abschüssiges Tal!! Dann auf einmal wieder Zaun und dahinter kein Weiterkommen mehr mit den Pferden, wir haben also entschieden wieder umzudrehen und den 'normalen’ Weg zu reiten. Runter ging das viel einfacher (andere empfanden das nicht so, ich schon). Ich war superstolz auf mein Pferd und mich auch, hab ja echt eine Phobie bei solchen Wegen…. *schluck*

Der Weg nach Hospenthal war super, sehr eben, mal dem Fluss entlang, dann ganz schmal über viele kleine Brücken, dann Wiesenweg, hat mir super gefallen. Kurz vor Hospenthal, dann wieder phobischer Weg und dazu stolperte Badu dann noch 2 x *schluck*, dann eine supertolle Brücke, das hat mir gefallen. Auch das durchreiten des Dorfes war lässig.

Und dann ab auf die alte Strasse den Gotthard hoch. Rein von der Steigung her war das ja Pipifax, aber diese engen Pfade, diese Schlängelei, manchmal über Felsen, dicke Steine, Sumpflöcher usw. das war echt anspruchsvoll. Bei manchen Passagen hat es die Reiter allerdings mehr geschafft als die Pferde! Ich glaube allgemein, haben die Pferde das alles besser weggesteckt als die Reiter! Deren Nerven manchmal heftig flatterten, wie meine auch. Vor allem als mein Hengst 3 x Anfälle hatte vom Gröbsten! Hengstanfälle! Einmal dachte ich, nun ist es vorbei, nun stürzen wir da die Schlucht runter!!!!! Mitten im Hang, mitten in den Steinen fing der an abzudrücken, wollte den anderen hinterher (dabei waren wir MITTEN im Pulk) und liess sich nicht mehr halten, hat total durchgedreht, eben so hengstig!! Ich kann und will es nicht mehr beschreiben, aber es war SEHR lebensgefährlich! Beim dritten Anfall bin ich runter gehüpft und hab mein Pferd ziemlich 'verhauen'!!!! Danach war dann endlich Ruhe und er konnte den Rest des Tages genial laufen….ich weiss bis heute nicht, weswegen er ausgerechnet diesem einen Pferd nachrennen musste….ja es war eine Stute, aber er hatte noch eine andere Stute bei sich! Die war wohl anscheinend nicht die richtige…?!?

Na egal, optisch war der Ritt eine Augenweide und absolut beeindruckend! Was man alles mitkriegt, wenn man zu Pferde unterwegs ist, wow!! Phantastisch. So hatten wir ein Abenteuer mitten in der Schweiz und wenn ich den Aufstieg mit den Videos vom Tevis Cup, genauer dem Cougars Rock vergleiche - dann steht der Aufstieg dem in gar nichts nacht, wenn wir nicht sogar noch schwierigere Passagen hinter uns gebracht haben. Unsere Pferde haben das riesig gemeistert und wir dürfen mit Recht alle auf unsere Vierbeiner stolz sein!

22. Juli: Heute ist er eingezogen! Unser neuer Kater. Taiyoukai's Ju Shou, ein blue point Kater, gezüchtet von Caroline Skirl, aus Oranienburg, D. Danke Carolin für diesen genialen Kater. Er lebt sich sehr gut ein, spielt schon mit Mary-Lins Kitten und macht langsam Damenbekanntschaft :-). Er ist absolut menschenbezogen und so freundlich, ich hoffe sehr, dass er das behält. Wir sind schon super gespannt wie er sich dann mit unseren Damen vererbt.


28. Juli: Und er läuft und wird geritten und ist brav und läuft. Ja, die Rede ist von Shagir, ich staune nur. Nachdem wir nun sehr lange an der Longe gearbeitet haben, auf dem Platz geritten sind, habe ich mich in den letzten Tagen auf die Stoppelfelder gewagt. Erst nur im Schritt, viele Figuren, am zweiten Tag dann auch im Trab. War der erste Trab noch sehr unsicher und schwankend, war es am nächsten Tag schon deutlich besser und er zeigte, was für ein enormes Potential in ihm steckt. Wenn wir die Nerven in den Griff kriegen, dann geht es ab ins Viereck. Naja, immer ruhig mit den jungen Pferden :-) aber darauf freue ich mich schon. Desweiteren wird er immer öfter an der Hand mitgenommen. Da flegelt er zwar heftig rum - aber auch das wird immer besser. Ich bin ja gespannt wie das weitergeht.

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August 2007

4. August: Schutzengel ohne Ende hatten wir heute….

Das Schreckgespenst überhaupt, davor, wovor ich Angst ohne Ende hatte…ist uns heute passiert…

In Kürze das wirklich supergute (vielleicht morgen noch mehr, ich muss irgendwie meinen Schock per Mail verarbeiten, sorry). Roger und Phöenix sind heute in der Schweiz an einem 100 km Rennen gestartet und wurden tolle Dritte. Es waren sehr schwere Bedingungen, Strecke länger als vorgegeben (irgendwo zwischen 112 und 120 km), Wetterbedingungen sehr schwer – erst Nebel, dann Sonne, drückend schwül, in der Sonne bis zu 32 Grad (und die mussten viel in der Sonne reiten) und sehr harter Boden, obwohl es in der Nacht vorher viel geregnet hatte, dennoch war alles steinhart. Phöenix ist hervorragend wie eine kleine Uhr gelaufen. Darüber haben wir uns alle riesig gefreut.

Dann war noch die Transportfreigabe, auch da alles besten…

Roger hängt den Hänger an….

Ich biete Roger an zu fahren, weil er wirklich sehr müde war….

Wie fahren los…

Reden und unterhalten uns….

Kommen in Zürich an, sind also ca. 50 km….oder mehr, keine Ahnung….

Spür ich was am Auto und denk noch, Phöenix nein, nicht nun auch im neuen Hänger so spinnen….

Seh ich im Rückspiegel wie der Hänger nach rechts ausschert, immer weiter weg vom Auto ist, sich überschlägt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Bin ich schon nur noch am Kreischen, abbremsen, anhalten, wir sind beide aus dem Auto rausgesprungen, Hänger bleibt seitlich liegen, Dach weggeschleudert und nur noch hinten dran….mir schiessen Tränen in die Augen und ich schreie wie doof….. Komm ich an, versucht Roger Phöenix loszumachen, ist wohl ebenso unter Schock wie ich, ich kann das Seil lösen, hol mir einen riesigen Schnitt am Finger….egal Phöenix steht!!! Phöenix lebt!!!!! Er hat eine Schramme über dem Auge die blutet und zwei, drei Schrammen am Körper. UND SONST NICHTS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Also nichts offensichtliches…….

Wenn ich das so schreibe wird mir grad wieder schlecht und ich könnte einfach nur kotzen……

Was war? Keine Ahnung! Polizei denkt, dass Roger den Hänger nicht richtig angehängt haben. Heja, wir fahren mehr als 50 km mit nicht korrekt angehängtem Hänger und da fällt ihm ein, er könnte von der Kupplung springen???????????????????? Nun geht er zum CSI Zürich und wird untersucht mitsamt unserer Kupplung, um sozusagen zu beweisen, dass WIR die fehlerhaften sind. Die Polizisten meinten alle nur, ja wissen sie wie oft wir das sehen? Wie oft deswegen Unfälle passieren? Worauf wir beide gesagt haben, wozu ist dann der Sicherheitsriegel, der einschnappen MUSS damit man fahren kann? Man sieht es sofort, dass die Kupplung nicht richtig dran ist, wenn das Ding nicht runtergeht UND DAS WAR ZU!!!!!! Wäre das nur oben auf der Kupplung gelegen, wäre der spätestens in Winterthur vom Auto weg gewesen, bei der steilen Steigung….. nein das kann nicht sein…..

Ja und wer sich nun fragt wie wir denn heimgekommen sind? In meiner Panik fiel mir Brigit grad ein, ich ruf an, kann vor lauter heulen aber nicht reden und überge Roger das Telefon. Ja klar kein Problem wir kommen. Also hat Brigit wieder angehängt (obwohl sie auch seit vier Uhr auf war und erst heimgekommen ist, sie war ebenfalls als Groom unterwegs gewesen in Frauenfeld), und ist mit Dani zur Unfallstelle gekommen. Wir überlegten noch alle, wie kriegen wir Phöenix in den Hänger, aber da gab es nichts zu überlegen, der ist eingestiegen als wäre nichts gewesen, so ein braves Pferd. Und dann haben sich Dani und Brigit für uns sozusagen die Nacht um die Ohren geschlagen, weil sie uns begleiten mussten, da unsere Anhängerkupplung eingezogen wurde von der Polizei!!!

HIER EIN RIESIGES DANKESCHON AN UNSERE BESTEN FREUNDE BRIGIT UND DANI! DANKE, DASS IHR UNS GEHOLFEN HABT, DAS VERGESSEN WIR EUCH NIE!

Fazit? Hänger kaputt, Totalschaden, Versicherungsfall und die Ferien mit unseren Pferden? Mal gucken, erzwungen wird nun nichts!

Aber Hauptsache Phöenix ist gesund, mein Gott ich darf nicht denken. Und wisst ihr was das schlimmste war? Das ist auf einer Brücke passiert! Als der Hänger so rausscherte hab ich nur noch Panik geschoben, dass der von der Brücke fliegt………..

Oh Mann….

Was das nur wieder soll??????????????????????????

12. August: Schon wieder ein kleiner Horseathlon, diesmal sozusagen im Nachbardorf. Ich habe beschlossen, dass ich mit Bahadur und Shagir als Handpferd rüberreite, wenn es schon so nah ist. Der direkte Weg wäre auch einfach gewesen, wäre da nicht der Monsun gewesen. Wir hatten sozusagen auf den Weg dahin schon Horseathlon! Erst über eine Brücke, einzeln, dann schmale Wege, dann viele Baumstämme (durch den Regen umgefallen) und irgenwann waren es soviele Baumstämme, dass ich auf dem schmalen Pfad nicht mit Handpferd weiterreiten wollte. Also umdrehen und alles aussen rum, über Tecknau nach Oltingen. Als dann in Tecknau auch noch so böse Alpacas daher kamen war es mit den Nerven von Shagir vorbei :-/ oh mein Gott was ist denn das????? Der konnte sich bis nach Oltingen nicht mehr beruhigen, tssss. Wir sind dann gleich in die GLHP, Roger hat derweilen Bahadur gehalten und versucht gleichzeitig auf David aufzupassen. Shagir war sehr abgelenkt, es war alles im Freien und gleich auf drei Plätzen rundherum war Action angesagt, Trail und Bodenarbeit. Naja, er hat seine Sache nicht schlecht gemacht, aber eben, wäre er etwas mehr bei mir gewesen, hätte er vieles besser machen können. Danach haben wir Bodenarbeit gemacht und da hat er mich dann ein bisschen erfreut, weil er verschiedene Aufgaben sehr gut gelöst hat, obwohl noch nie geübt. Bsp. das L, die Stange zwischen Vorder- und Hinterbeine und dann seitwärts treten, etwas was Bahadur auch mit grossem üben heute immer noch nicht wirklich macht, hat er gleich gemacht, als hätten wir nie was anderes gemacht. Und seine zwei Vorderhufe hat er auch relativ schnell in die Reifen gepackt. Er konnte sogar bei Pylone B stehen bleiben und warten bis ich gerufen habe, und dann zu mir und Pylone A laufen, wow....

Bahadur war auch etwas neben der Rolle, sein fünftes Bein war ziemlich in Fahrt und vieles vom Gehirn war eher triebgesteuert :-o. Aber ich glaube er war eines der einzigen Pferde, der durch den Wassergraben gelaufen ist mit Ballons und weissen Flocken drinnen :-)). Und einmal hatte ich auch einen Vorteil, dass ich einen Hengst habe. Ins Viereck stellen, stehenbleiben und mit einer klingenden Kuhglocke runderhum laufen. Was ein Glück lag da ein frischer Pferdehaufen *lach* so wurde da geschnuppert und man stand wie angewachsen :-))). Bodenarbeit hat er auch prima gemacht, bis eben auf das Stangen-L und Hufe in die Reifen, das mag man auch nicht so. Aber das alleine neben einem laufen, stehenbleiben und auf Zuruf kommen, das hat er genial gemacht - da hab sogar ich gestaunt!

Der 'Geländeritt' wurde dann von uns nur auf der Spazierroute gemacht. Es war elend heiss, wir hatten enorm Verspätung, viele Stechviecher und die Organisatoren waren dankbar, dass wir die kurze Runde gemacht haben.

Letztlich wurden wir dann also 5te mit Bahadur und 8te mit Shagir (diesmal nicht mehr letzte, hihi). Und dann wurde ich freundlicherweise nach Hause gefahren (Danke Marcel!) und musste nicht noch durch diese Hitze nach Hause reiten.

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September 2007

16. September: Wo fliegt nur die Zeit hin? Jetzt waren wir schon zwei Wochen in Ferien und sind auch schon wieder eine Woche zuhause. Irgenwie komm ich gar nicht mehr dazu hier ausführlich zu schreiben, dabei gibt es doch sovieles zu erzählen. Aber die Arbeit, der Shop (der super läuft, was uns sehr freut), David, die Pferde, einen Mann hab ich auch noch, die Vorbereitungen für die Schweizer Meisterschaft, es ist einfach viel los. Daneben möchte der Haushalt geführt werden und der Garten ist ja auch noch. Den haben wir gestern wieder auf Vordermann gebracht, ächz war das eine Schufterei. Und als Belohnung gab es heute einen fast 5-Stündigen Ausritt mit einem topfitten Bahadur. Dem haben die Stadumer Ferien mehr als gut getan. Nichts als Sandwege, viele Galoppaden, kilometerland, dann der Inselritt, es war einfach nur herrlich. Das Wetter war nicht gerade optimal, aber man kann ja nun mal nicht alles haben - oder?

Da Bilder mehr sagen als Worte, hier eine Auswahl unserer Ferienbilder: Stadum 2007

Ich hab in etwa 500 Bilder gemacht, dauert also ein Momentchen bis die alle drauf sind :-( macht sich ja leider nicht von alleine...

28./29. September: SCHWEIZER MEISTERSCHAFT IN HÜNTWANGEN

Aus der Sicht des Grooms :-)

Freitag Abend bei richtig ätzend kaltem Wind war das offizielle vortraben vor den Richtern und den Tierärzten. Die Crew rund um Gabi und Ueli hatten eine tolle Anlage hergerichtet, die der Schweizer Meisterschaft mehr als gerecht wurde. Das Ambiente stimmte von Anfang an :-) nur dieses Wetter am Freitag nicht. Phöenix lief leicht verkrampft, da er ja so kälteempfindlich ist. Ausserdem sah er nun gar nicht ein, weswegen er ruhig traben sollte beim vortraben. Der ist so losgestiefelt, dass Roger sich sputen musste. Aber wir erhielten grünes Licht, alles klar. Die metabolischen Werte wurden zuvor in den Boxen genommen, was für Phöenix absolut klasse war, denn er war noch am schlafen und entsprechend die Werte :-)

Wir hatten alles auf diese Meisterschaft vorbereitet. Phöenix sehr dosiert eingesetzt dies Jahr, viel trainiert, alles optimiert in Sachen Fütterung und Beschlag, somit waren wir sehr gut in Schuss - wir haben uns riesig gefreut, als wir das go von den Tierärzten erhielten.

Am nächsten Morgen waren wir um sechs im Stall, haben Phöenix gesattelt (er hatte nachts super gefressen, keine Spur von einer Nervosität) und ich ging mit ihm laufen, oder eher er mit mir? Na egal, Hauptsache uns wurde warm dabei. Um 6.45 ist Roger dann aufgestiegen, hat Phöenix noch etwas getrabt und kurz galoppiert, um sich dann hinter dem Zelt zu 'verstecken'. Es hat sich nun einfach bewährt, dass er hinter dem Feld wegstartet. Er musste noch kurz abwarten, da noch jemand hinten weg startete und dann machten sich die beiden auch auf den Weg. Glücklicherweise konnte ich David bei einer Freundin lassen, denn, wie sich bald herausstellen würde, war es doch sehr stressig. Die Organisatoren hatten sich viele Groompunkte ausgedacht, sozusagen alle 8-10 km einen, da musste man sich als Autofahrer schon ziemlich sputen. Anfangs konnte ich noch Brigit und Stefan hinterher fahren...aber...dazu kommen wir später.

Am ersten GP angekommen, hatte sich bereits ein Spitzenduo gebildet, bestehend aus Urs und Astrid. Bald dahinter kamen Rafael und Vroni. Es folgten Elisabeth und Tanja und dahinter dann Roger mit einer Maschine, er wollte den anderen hinterher und wie. Eine Flasche Wasser, das wars und schon ging es weiter. Wir fuhren der Strecke entlang und ich war nur am staunen, wunderschöne Wege wurden da ausgesucht, der Grasweg der Thur entlang war absolute spitze. Beim zweiten GP angekommen, warteten wir und warteten, kommt auf einmal Roger angaloppiert! Wie? Roger? Und wo sind die anderen? Grosses Rätselraten und bei mir aufkommende Verzweiflung, das heisst ja, ich muss alleine weiterfahren? Brigit meinte nur, benutz das Road Book, es ist super gemacht! ok, Buch vorgeholt, gelesen und in der Tat, grosses Kompliment, es war wirklich sensationell! Für jemanden der alleine fährt, gleichzeitig Karte lesen muss, war dieses Road Book einfach nur sensationell! Also ab zum nächsten GP, auch hier Roger alleine und zwar mit gutem Abstand. Die anderen hatten sich verritten. Irgendein Witzbold hatte die Streckenfahnen umgesteckt, Roger hatte dies noch realisiert, die anderen nicht.

So kam Roger als erster ins erste Vetgate, dicht gefolgt von Urs und Astrid. Urs zeigte dann auch schneller. Aber es war ja auch erst das erste Vetgate. Phöenix zeigte sich hier superlocker und die Tierärzte bemerkten dies wohlwollend, er sehe deutlich besser aus als gestern Abend! Uff, da fiel der erste Stein, denn ein wenig hatte mich das schon beschäftigt. In der Pause knabberte Phöenix mal da und mal dort, aber so richtig abspannen konnte noch nicht, ja kein Wunder, nach grad mal knapp 30 km :-) da ist man doch erst warm :-)

Auf der zweiten Runde sollte das Feld etwas ausgebremst werden, es gab zwei gute Anstiege, aber die Pferde liefen diese Runde sehr regelmässig und in gutem Tempo durch, so sah die Reihenfolge nach der kurzen 18 km Runde bei Ankunft wieder fast so aus, wie zuvor. Urs, Astrid, danach Rafi mit Vroni und dann Roger. Er wollte die anderen ein bisschen ziehen lassen, damit Phöenix seinen Rythmus finden kann. Auch hier zeigte sich Phöenix wieder superlocker und erhielt sehr gute Noten, hatte auch sehr gute Werte :-)

Dann ging es auf der längsten Runde (35 km) wieder zurück nach Hüntwangen. Phöenix hat wieder gut Tempo gemacht, aber dann, kam er nicht an der gewohnten Stelle? Was war? Und da fing das Nervenflattern dann schon an *lach*. Nach bangem warten kam er angetrabt, die Kinnkette des Hackamores war aufgegangen! Bis er das Pferd sozusagen ohne was gebremst hatte UND die Kette wieder zugekriegt hatte, mit zittrigen Fingern, wurde er von einigen überholt (mittlerweilen waren auch Pferde der kürzeren Rennen auf der Strecke) und so habe das eben gedauert. Diese kostbaren Minuten (fast 10) wurden danach noch kostbarer...er konnte dennoch gut weiterreiten und wir erreichten das Vetgate. Phöenix absatteln, kühlen, pulsen, alles in Ordnung, rein und zeigen. Beim vortraben war wieder alles in Ordnung und auch die metabolischen Werte sogar sehr gut. Er hatte fleissig getrunken, die Darmmotorik war schon fast unheimlich normal, was will man mehr? Diesmal konnte man schon etwas ruhiger fressen, mal da ein Hälmchen und dort ein Körnchen und Äpfel, meine Güte was wollte das Pferd Äpfel fressen.... dann sind Vroni und Rafi auf die Strecke und ich wunderte mich schon, aha, hatten sie Astrid und Urs überholt? Kurz drauf ging Astrid auf die Strecke, aber Urs? Wir erkundigten uns, er wurde leider eliminiert im Vetgate - schade - ich mochte diese Stute gut leiden, sie ist wirklich schön gelaufen.

Bald war auch für uns wieder Zeit und so wurde gesattelt und Roger machte sich auf den Weg, die zweitletzte Runde, 28 km. Anfangs sah alles gut aus, aber dann ging das grosse Warten los und das Loch zwischen den ersten drei und Roger wurde grösser und grösser....ja und weil er ja eigentlich so gut im Rennen lag, da fängt man ja so an zu träumen, rechnet aus und ich dachte immer nur, komm, nun komm doch. Aber irgendwie hatten auch alle hinter Roger mit dieser Runde zu 'kämpfen' denn der eine Anstieg ging den Pferden mehr in die Knochen als sich wohl alle erahnten! Kenner dieser einen Runde meinten dann nur, das hätten sie erwartet! Denn nach fast 100 km so eine Runde, das gehe an die Substanz. So war es denn auch bei Phöenix UND Roger...bei ca. km 100 hatten die beiden ein Loch, das schlimmste daran war, dass beide nicht mehr so mochten. Wir haben sie angefeuert wie wir es konnten :-) und Phöenix mit Futter vollgestopft, denn auf einmal hatte er Hunger und wie. Einmal liessen wir ihn mehrere Minuten pausieren, weil er einfach nur fressen wollte. Sollte er eben, das war wichtiger! So ging auch diese nervenaufreibende Runde zu Ende und die beiden waren wieder in Hüntwangen. Schnell runterkühlen, zeigen, alles in Ordnung. Diesmal gab es einen Re-Check nach 40 Minuten. Endlich konnte Phöenix abspannen und sich erholen, er hat gut gefressen, was da so rumlag (waren ja nur fünf verschiedene Futtersorten *lach*) und liess es sich gut gehen. Wir haben ihn dann für den Re-Check gesattel, weil ich dachte, ist sicher besser für die Psyche, sonst denkt er noch, jetzt ist fertig. Gamaschen angezogen wie immer, da fiel mir auf, dass das rechte Vorderbein etwas 'schwammig' war, hmmm, komisch. Naja, nicht dran denken, weiter, vortraben, angucken. Meinte die TA, hmmm, vorne rechts, ganz wenig....ich nur erschreckt - kann das von den Gamaschen sein? Phöenix hat so Schalen, vornedurch mit einem Gummizug und hatte die noch nie auf so einem langen Ritt an...ja könnte schon reizen...also ausziehn, aber sofort. Die hinteren sind die wichtigen. Nicht dass da was reizt.

Wieder auf die Strecke, wieder banges warten (der erste GP war erst nach 14 km!), aber dann kamen die beiden an, in Begleitung von Angi, die ihn eingeholt hatte. Zu zweit reitet es sich eben doch besser. Phöenix lief super und das Bein war nicht mehr schwammig, sehr guter Entscheid, hatten wir die Gamaschen ausgezogen! Er hat getrunken, gefressen und weiter ging es. Beim nächsten Punk durften wir uns wieder länger gedulden, oder sagen wir so, nicht länger, aber in so einem Moment denkt man, man steht ewig da! Andere Pferde kamen vorbei, aber weder Angi noch Roger. Dann, der erlösende Ruf, sie kommen. Ja, aber nur Angi....doch, uff, gleich dahinter Roger. Phöenix wollte wieder kurz was fressen und dann waren die beiden wieder weg. Bei Phöenix war wieder Feuer in den Augen, die da vorne, die will ich noch. Tja, und dann ab ins Ziel fahren, alles vorbereiten, ans Ziel und was war? Angi kam ins Ziel, dicht gefolgt von Roger, knappe xx (muss ich noch nachgucken, hihi) Sekunden hier ihr. Ich dachte innerlich, och schade, aber egal, Hauptsache durch und gesund und vor allem SO MUNTER! Und nun noch die Schlussuntersuchung bestehen, die gehört ja dazu. Wir haben und diesmal ein bisschen mehr Zeit gelassen, aber nicht zuviel, damit Phöenix noch bisschen Adrenalin hat :-)

Tja und dann kam er, der Krimi, der, der einem weisse Haare wachsen lässt, denn.....Phöenix wird untersucht, metabolisch, dann vortraben, dann getuschel und es werden Zettel verteilt! Wie Zettel verteilt? War da was nicht in Ordnung? Ach du Scheisse, nicht jetzt, nein bitte nicht, Panik, nasse Augen...denn, was ich NICHT WUSSTE!!!!!!! Das ist nun normal bei internationalen Ritten, dass drei Richter abstimmen, von vornherein schon!!!!! Hätte ich das gewusst, wäre ich sicher nicht in so ein Loch geflogen. Das schlimme war dann aber, er musste nochmal traben (also doch irgendwas nicht....ich wollte gar nicht dran denken) und dann ENDLICH das erlösende Wort von Juliette PASSED!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

*kreisch* ich bin weinen und jubelnd zu Roger gerannt und hab die beiden umarmt, was für ein tolles Pferd (ja klar der Reiter auch *grins* aber das Pferd ist alles gerannt), die beiden hatten die Bronzemedaille gewonnen in der Schweizer Meisterschaft und waren fünfte im Open.....

Wir sind raus, haben uns gegenseitig beglückwünscht, von den Rängen wurde lange applaudiert, ich lief mit Phöenix noch rum und denk auf einmal, seltsam, es ist so still! Denn das Pferd von Angi ist nach uns in die Kontrolle. Ich lauf zu Roger, hast du Applaus gehört? Nein, die anderen auch nicht. Also drück ich Roger Phöenix in die Hand und sag ihm, ich gehe mal fragen. Lauf zu Angi hoch und seh sie schon mit nassen Augen, och nein....eliminiert, lahm...

Wie heisst es? Des einen Leid, des anderen Freud - denn das hiess hiermit, dass Roger und Phöenix VIZE Schweizer Meister wurden, also die Silbermedaille geholt hatten!!!!!!!!!!! Und vierte im Open wurden. Der kleine Schimmel mit dem grossen Kämpferherz, der alles gibt wenn er kann!

JUHUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!

Und heute morgen erhielt er viel Lob, weil er wieder so locker lief und einer der Tierärzte sagte nur, dass würde er an Phöenix so schätzen, dass er immer laufen will, dass er 'angreift' sozusagen und sich nicht hinterher ziehen lässt.... ein tolles Lob. Solche Pferde wären wahre Werbung für diesen Sport, da fehlen mir die Worte, was für ein schöneres Kompliment kann man erhalten?

Es gäbe noch sovieles zu erzählen. Es war eine sehr tolle Veranstaltung, in einer wirklich angenehmen Atmosphäre, mit tollen Reitern und noch tolleren Pferden. Das ganze hatte enorm internationales Flair, vor allem der letzte Check bei bereits eingeschaltenem Flutlicht war einfach nur super und erinnerte mich an meine internationalen Starts. Ich genoss den Erfolg genau so wie Roger, denn ich weiss, dass ich viel dazu beigetragen habe - das ist fast so gut wie selber reiten :-)

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Aus der Sicht des Reiters: am Freitag sind wir angekommen und die ganze Zeit über dachte ich: hoffentlich fühlt sich Phöenix im Stallzelt wohl, denn zu oft haben wir schon das Gegenteil erlebt, und dann war alles umsonst. Als wir ihn in seine Box gestellt hatten, zeigte sich sofort, dass er sich tatsächlich wohlfühlte. Dies wurde auch bei der metabolischen Untersuchung in der Box bestätigt, denn Phöenix hatte noch äusserst selten einen Pulswert von 38 Schlägen. Beim Vortraben waren die Tierärtze nicht ganz zu frieden, weil Phöenix etwas steif gelaufen war, am Samstag zeigte sich dann, dass er sich wohl verkrampft hatte wegen des sehr kühlen Windes am Abend der Voruntersuchung. Am Freitagabend war dann noch Vorbesprechung, in der Gabi immer wieder darauf hingewiesen hat, dass es eine schnelle Strecke sei. Danach fuhren wir zu Daniela, wo wir freundlicherweise die beiden Nächte schlafen durften.

Am Samstagmorgen ging es dann also los: der Start geschah in aller Ruhe, dennoch liess ich sie alle gewähren und startete wieder am Schluss des Feldes, damit auch wir in Ruhe starten können. Schon ziemlich bald hatte ich fünf meiner Konkurrenten ein- bzw. überholt, noch bevor das wohl schönste Stück der ganzen Strecke (auf dem Grasufer des Rheins) zu absolvieren war. Dann geschah es, irgendjemand hat zwei Markierungen umgestellt, so dass ich erst den falschen Weg gewählt hatte. Jedoch nur so lange bis ich wieder auf den nächsten Weg kam, wo ich der Meinung war, dass da eine Markierung fehlen würde, also habe ich umgedreht und bin noch einmal zurück, schaute mir die ganze Sache noch einmal an und nam dann den richtigen Weg. Beim nächsten Betreuerpunkt, wurde ich gefragt ob ich mich denn nicht veritten hätte, worauf ich sagte doch, und Andy meinte dass sei halt schon gut, wenn man die Symbole lesen kann. Ich fragte mich noch was diese Bemerkungen sollen, ritt aber unbeirrt weiter bis ins erste Vetgate. Als ich dort angekommen war merkte ich dann was passiert war: alle die vor mir geritten waren, hatten sich wohl etwas mehr Zeit gelassen, bis sie merkten, dass sie falsch waren, so dass ich als erster im Gate angekommen bin. Weil ich dann aber weniger hektisch bin als andere benötigten wir dann länger bis zum Tierarzt als diese. So lag ich also auf dem dritten Platz im ersten Vetgate.

Nun kam die "taktische Schlaufe", diese war sehr anspruchsvoll, immer wieder hoch und runter, genau das was ich mag. Wir ritten hinter den Führenden. Phöenix wäre zwar lieber etwas zügiger den Berg hoch, ich hielt es aber für besser, wenn wir dahinter bleiben, denn sonst würden sich alle drei Pferde überanstrengen. Immer wieder liess ich die beiden etwas davon ziehen und holte sie dann wieder ein, als sie an einem Brunnen die Pferde saufen liessen. Leider konnten sie dann jeweils nicht solange warten bis auch Phöenix gesoffen hätte sondern galoppierten sofort davon, als sie fertig waren. Zum Glück konnte ich Phöenix doch noch dazu bringen Wasser zu tanken. Als es dann wieder abwärts ging bin ich abgestiegen und gejoggt, dass war dann der Zeitpunkt als ich den Anschluss entgültig verloren hatte. Trotzdem waren wir auch diesmal als dritte im Vetgate, welches im übrigen sehr schön war. Die nächsten beiden Reitenden war aber ganz knapp hinter uns, so dass sie vor mir beim Tierarzt vorstellig wurden. In dieser Pause hatten wir die Zäumung auf Hackamore gewechselt.

Zu Beginn der dritten Etappe ritten wir zusammen mit beiden oben erwähnten bis sich (kurz nach den ersten Groompunkt) die Kinnkette des Hackamores ausklinkte, so dass ich diese erst wieder einmal reparieren musste. Dies zu tun, wenn Phöenix voren Pferde weglaufen und hinten Pferde (EVG) näher kommen sieht, ist nicht wirklich einfach und so verbrauchte ich viel Zeit dafür. Da diese Etappe wieder eine schnellere war, hatte ich auch kaum Chancen den dadurch entstandenen Rückstand wieder aufzuholen. Somit war ich als fünfter in der nächsten Pause, jedoch mit guten fünf Minuten Rückstand.

Nun galt es zweimal die gleiche Etappe noch zu überstehen. Da nun kein Pferd mehr vor uns lief und diese Etappe einen äusserst kräfteraubenden Anstieg beinhaltete, fiel Phöenix in ein Loch (Kräftemässig) und da ich dann keinen Weg fand ihn noch einmal zu motivieren, hatte ich schon beinahe aufgegeben und dachte das war's. Die einzige Hoffnung die ich noch hatte, war dass er wieder motivierter läuft, sobald wir auf das Stück (die letzten zehn Kilometer) kommen, das wir auf der letzten Runde schon einmal geritten sind. So war das dann auch, sodass wir die letzten zehn Kilometer wieder mit mehr Schwung hinter uns bringen konnten. In der letzten Pause lagen wir dann auf Rang vier, da einer der Führenden ausgefallen war. In dieser Pause gab es einen obligatorischen Recheck, sprich zehn Minuten vor dem Abreiten muss das Pferd noch einmal vorgeführt werden und kann auch dann noch aus dem Rennen genommen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde am Gang von Phöenix nichts bemängelt, aber beim Recheck hatten ihn wohl die vorderen Gamaschen gestört, woraufhin Sabine diese ausgezogen hat um nichts zu riskieren.

Der Beginn der letzten Etappe lief Phöenix wie beim erstenmal, bis zu dem Anstieg, nach etwa einem drittel bin ich abgestiegen und zu Fuss hoch gelaufen, denn Phöenix konnte nicht mehr, bis wir von einer Konkurrentin eingeholt wurden, dann ging es wieder besser, ich habe sie gefragt ob wir den beiden Pferden helfen möchten und zusammen reiten, worauf sie einwilligte und noch meinte, sie wolle einfach keinen Finish reiten. So sind wir dann etwa fünfzehn kilometer zusammen geritten ehe es dann wieder einmal abwärts ging, ich abgestiegen bin und sie davon ritt. Nungut, wir werden es dennoch ins Ziel schaffen. Phöenix war weiterhin motiviert und lief fantastisch. Auf der Zielgeraden kamen wir ihr dann doch wieder ziemlich nahe, sodass am Schluss vielleicht eine halbe Minute fehlte um als vierter im Ziel zu sein.

Jetzt noch einmal sauber durch die Tierarztkontrolle! Die metabolischen Werte waren okay, es besammelten sich drei Tierärzte und wir trabten. Einer der Tierärzte wünschte sich jedoch noch ein weiteres Vortraben, ich dachte nur: Ohje! Wir sind also noch einmal vorgetrabt, die Tierärzte haben ihr Votum auf Zettel geschrieben und der Jurypräsidentin gegeben, sie schaute es sich an und dann kam das erlösende: OKAY! Ich fiel Phöenix um den Hals und Sabine uns beiden! Wir sind durch! in der Wertung! und auf dem fünften Platz in der Open-Wertung, sprich dem Bronze-Platz in der Schweizer Meisterschaft.

Kurz darauf ging die Konkurrentin, welche uns begleitet hat, mit ihrem Pferd zur Kontrolle, sie kam wieder raus, da war kein Applaus, was denn nun? Leider wurde sie wegen einer Lahmheit in der Hinterhand aus der Wertung genommen. Ohne jetzt schadenfreudig zu wirken, haben wir uns dann natürlich über den vierten Rang in der Open-Wertung und die Silbermedaille in der Schweizer Meisterschaft gefreut!

Es war ein Tag an dem nun einfach alles passte!

Nun bleibt mir nur noch allen zu danken, die uns diesen Erfolg ermöglicht haben, also meinen Grooms, den Veranstaltern, den Helfern, den Konkurrenten, den Offiziellen und am meisten meinem Phöenix... die Gefühle, die ich im Moment ihm gegenüber empfinde sind einfach nicht zu beschreiben!

Es gibt da noch zwei Fakten, die Phöenix' Leistung noch ein bisschen (oder sogar viel) grösser machen: Er war der kleinste (vom Stockmass her) und der älteste Teilnehmer an dieser offenen Schweizer Meisterschaft! Dafür hat er aber die längste Erfahrung mit bald 4000 Wettkampfkilometer in der Wertung!

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Oktober 2007

13. Oktober: Also eines vorneweg, das war der genialste Ritt meines Lebens, bzw. meiner bisherigen über 1'000 Wettkampflkilometer-Distanzkarriere...

Ich weiss nun, weswegen gewisse Leute total vernarrt sind ins Distanzreiten! Und – irgendwie habe ich Blut geleckt, mal gucken wie lange es anhält, hihi.

Die Strecke in Viernheim wurde geändert, man reitet sie nun in entgegen gesetzter Richtung, was den Ritt noch schneller macht (bei gutem Wetter) und noch schöner, keiner weiss so Recht wieso, aber es ist so (für mich war es klar, das Teer war nun am Anfang und nicht am Ende des Rittes und die Wege steigerten sich an Schönheit bis ans Ende!). Ich hatte mir vorgenommen, dass ich Bahadur einfach laufen lasse und dann gucke was passiert. Mag unvernünftig tönen, aber ich hatte keine Lust auf Streitereien mit Bahadur und wollte, dass er sich austoben konnte (er fing bereits wieder an, dass wir ihn nicht einfangen konnten auf der Weide! Trotz gutem Training). Ausserdem hatte ich ihn konditionell ja nun sehr gut vorbereitet, also sollte das gehen. Wir sind ziemlich am Anfang gestartet, nachdem er ein A im Gang bei der Tierärztin erhalten hat – sie hatte ihn Anfang Jahr gesehen und fand, er habe tolle Fortschritte gemacht. Und Roger durfte das Tempo bestimmen. Ich hab einfach mein Hirn ausgeschaltet, weil für mein Hirn war das ja schon schnell J aber Badu fand das toooolllllll…… so liefen die beiden recht harmonisch, beim ersten Pulsmessen musste Badu gut gekühlt werden, weil er eben noch nicht so profimässig abschalten kann – wir sind davor gut Schritt gelaufen, aber eben. Und wurden da von einigen überholt, was Badu gar nicht lustig fand. Als wir dann weiter sind, kam von hinten ein schwarzer Traber an (hab heute gesehen es war ein WALLACH!!!!!!!) und da ist mein Hengst ausgetickt. Dieser einer, dieser schwarze, der musste eingeholt werden! Die anderen liess er anstandslos vorbei, auch wenn er gemosert hat, aber ich konnte ihn jeweils gut zurücknehmen. Aber nachdem der Traber an uns vorbei lief, wollte der mich erst runterbocken, dann hat er sich voll reingelegt, riss mir die Trense aus den Händen, zickte rum, aber Hallo (darum hab ich heute Muskelkater und wie!), bis in die Pause rein konnte der sich nicht erholen und ich hab geflucht auf dem Pferd wie ein Dachdecker, boah hat mich dieser Hengst aufgeregt. Entsprechen kam er dann nur langsam im Puls runter, hat nur nach dem Traber Ausschau gehalten – bis dahin dachte ich ja noch, es sei eine Stute, hahahahaha…..

Vetkontrolle war dann alles prima, ausser dass er mit fünf Beinen lief und die TA meinte, sie würde ihn ja gerne mal nur mit vier Beinen laufen sehen, aber sei alles i.O.

Dann weiter, ein Traumstück von Strecke, 14 km zurück zum Start, durch Heidelandschaft, sandige Wege, kringelige Wege, und endlich wieder ein entspannter Badu. Egal ob wir überholt haben, egal ob welche an uns vorbeiritten (im Trab sind wir halt 'langsamer’), er war einfach cool…..und wir waren schnell, wir konnten fast alles galoppieren, hach herrlich *träum* da bin ich echt mit Gänsehaut geritten und erahnte, was man davon haben kann. Aber so galoppieren, solche Strecken, ein Pferd das läuft wie am Schnürchen, boah, toll….und – ich hatte wirklich den Eindruck, dass sogar Badu sehr viel Spass daran hatte!!!

Als wir ankamen meinte Roger nur, also so fühlt sich ein 20er an, guck ich ihn doof an und dachte der macht einen Scherz…..hat er aber nicht *räusper* wir sind diese 14 km mit 19 km/h geritten…huch…. Aber auch hier kamen wir anstandslos durch die Kontrolle und der Puls war sogar schneller unten als gewohnt (dank dem Schlauch der da lag, fliessendes Wasser ist immer gut an Badu).

Dann kamen 45 Minuten Pause, in welcher sich Phöenix ohne Ende wälzte, wir waren im Paddock Pause machen….und Badu graste friedlich. Dann wieder satteln und nochmal los, gleiche, tolle Runde. Badu lief noch besser, noch ruhiger, ich durfte mich immer wieder setzen, er schaukelte mich einfach mit und ich war noch glücklicher, Mönsch war das toll! Richtung Pause bemerkte ich dann, wie Badu langsamer wurde, vermehrt stolperte….aber immer noch Vorwärtsdrang hatte und ahnte schon, dass hier wohl Schluss sein würde. Das Tempo fordert seinen Tribut….ich wollte es ja nicht anders, also nicht schimpfen! Wir sind dann vor dem Ziel gut Schritt gelaufen, ich bin abgestiegen und innerlich sagte mir mein Bauch bereits, hör hier auf, in der Wertung! Lieber in der Wertung als rausfliegen. Hab noch weggehört…ich wollte nochmals diese 14 km erleben! Dieses Hochgefühl….bin dann rein, wässern, trinken lassen, pulsen und dachte nein Sabine, du musst aufhören, guck ihn an, er ist müde….ich wollte es dennoch mit der Tierärztin gemeinsam angucken und hab sie gebeten zu gucken. Sie war dann meiner Meinung und sagte nur, ja hör hier auf, er läuft schlechter als bei der ersten Runde….und wenn wir Glück haben, ist es nur, weil er müde ist und dann würde er in zwei Stunden zur Nachkontrolle besser laufen….och neeeee…….war ich doch zu übereifrig? Zu 'ehrgeizig’?

Lange Rede kurzer Sinn…..nach zwei Stunden hab ich Badu gezeigt, hab ihn davor gut massiert, Energie gezogen und vorgetrabt. Beim ersten Mal hörte ich eine leichte Unregelmässigkeit, musste dann nochmals, hab ihn dann total motiviert, kommt jetzt hopp hopp und geschnalzt und als er dann fleissiger lief, lief er viel besser. Sie meinte dann auch, als ob er sich einlaufen muss…..püh….sind durchgekommen mit einem B…. er sah aber ansonsten wirklich gut aus, bisschen müde, aber eben, die Augen, der hatte richtig Spass gestern, wie ich auch!!! Ich hab ihn so zum ersten Mal gesehen…

Die TA meinte dann noch, ich solle ihn doch mal einen Moment hinten beschlagen lassen und am linken Huf Keile einlegen lassen. Mit den Eisen sieht man es nun sehr extrem, dass der linke Hufe massiv flacher ist als der rechte. Sie meinte, könnte durchaus ein Grund für sein schräg laufen sein, für das extreme, denn er lief am Samstag am Ende extrem schräg! Und – ich hab beim massieren einen komischen Bollen oberhalb der Hüfte gefunden, hab ihr das auch gezeigt, meinte sie, soll ich röntgen lassen (was ich auch mache) es könnte sein, dass sie da ein Knochensplitter verkapselt habe und je nachdem stört ihn das. Sie kann sich durchaus vorstellen, dass das ebenfalls vom Unfall kam…..mal schaun….

Gestern hatten wir beide guten Muskelkater und waren beide sehr müde. Aber er sah abends toll aus. Der Rücken war auch nicht mehr empfindlich wie am Samstag (darüber war ich sehr froh) und er strahlte richtig……zufrieden….

Ich auch…..das war der genialste Distanzritt!!!! Meines Lebens bisher….

Ach ja, Roger und Phöenix sind danach ja alleine weiter und haben das Tempo fleissig weiter durchgezogen und sind dann noch siebte geworden. Lustigerweise war er dies Jahr deutlich schneller als letztes Jahr, als er als Sieger durchs Ziel geritten ist, so kann es gehen. Wir waren beide durchschnittlich mit 16.5 km/h unterwegs, ich hab in meiner Statistik nachgesehen, so schnell waren wir noch an keinem Distanzritt, also Bahadur und ich....

15. Oktober: Der Muskelkater hat uns voll im Griff, hihi, aber wir laufen beide heute bereits besser als gestern. Bahadur ist schon wieder voller Elan, auch wenn er noch bisschen müde trabt. Wird auch besser, von Tag zu Tag :-)

20. Oktober: Das geht aber derzeit hier ab! Ich habe eine Fuchsjagd ausgeguckt und reite da heute mit. Bei schönstem Herbstwetter haben wir uns auf die Pirsch gemacht :-). Es war ein herrlicher Tag, wenn auch bitterkalt bei 5 Grad C, brrr. Und ich war wohl im richtigen Feld, da wurde das 'echte' Jagdfeeling noch gross geschrieben *flüster* auch wenn viel gekippt wurde, hihi und wir sogar Sonderschlaufen einlegten, damit sie noch eine Runde Rotwein geniessen konnten. Aber die Jagd selber war super, tolle Hindernisse, super und vor allem robust gebaut! Nicht nur Dachlatten, sondern dicke Stämme! Und auf genialen Feldern. Und dann das höchste, der Finish fand auf einer langen Graswiese statt, wow. Tja, und dann, einmal mehr, wurde mir meine Ehrlichkeit zum Verhängnis :-(. Das Startkommando wurde vorgesagt, Achtung, fertig, los und auf los sollten wir los.....wenn dann aber einer schon auf Achtung losknattert und ich Depp meinen Bahadur festhalte und dann hinterher knattere.....dann reicht es nur knapp. Wir waren zu zweit mit x Längen vor den anderen, aber eben, knapp geschlagen. Wäre das Feld länger gewesen oder der andere Reiter korrekter, dann wären wir die Sieger gewesen! Wie sagte mir danach ein Mitreiter, der braucht das eben....drum geht er 'immer' vorher los. Ja bravo und danke...pffff. Schade. Aber eben, kann nix dafür dass mich das dann dennoch ärgert :-o so bin ich eben..... danach gab es noch ein lecker Nudelessen und dann sind wir alle müde aber sehr zufrieden nach Hause. Badu kam richtig glücklich daheim an, man sah es ihm an. Und ich hab zu Roger gesagt, dass eine Jagd das beste mentale Training für mich überhaupt sei! In der Gruppe, vorwärts und springen. Zeitweise sind wir auf Wunsch des Fuchses sogar zu zweit, nebeneinander über die breiten Sprünge! Und Badu hat das sensationell gemacht. Ok, ein- oder zweimal wollte er absauen und durchknattern, aber er liess sich dann doch aufnehmen, hihi. Und als er gemerkt hat, dass wir so nicht springen wurde er brav *kicher* oder er wäre sowieso brav geworden...wie gesagt, tolles Erlebnis. Und das allerbeste, wir haben Gutscheine für die Schneejagd in St. Moritz erhalten! Gratisstart! Wow.....ohja, noch so gerne, darauf freue ich mich aber.

Ach ja, das absolut unbeschreibliche war, dort waren sagenhafte 159 Reiter am Start!!!!!!

 

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November 2007

10. bis 17. November: Eine unvergessliche Reise nach Jordanien!

Es war unglaublich, wie aus 1001 Nacht! Ich weiss nicht wie anfangen, es wird wohl so oder so sehr lange. Angekommen sind wir am Flughafen, mitten in der Nacht. Wir wurden dort bereits erwartet (Ursula Rahm war im selben Flieger wie Mama und ich), sofort unsere Pässe eingesammelt, zackzack Visa geholt und dann wurden wir durch Schleichwege, hintenrum, an allem vorbei, in ein sehr vornehmes Wartezimmer geführt! Würde mir immer gefallen, so was, hihi. Kaum waren wir da, bisschen Smalltalk und da kam schon Wendy (meine amerikanische Freundin) hereingeschneit, ihr Fahrer (huch??) hatte sie gebracht. Wieder ein Gewusel, diesmal wurden unsere Koffertickets geholt und weg waren sie. Wir nach draussen geführt, da warteten bereits zwei Fahrer mir Auto (SUV) und dann kam das Gepäck und schwupps rein ins Auto und weg waren wir. Ja, es ging wirklich so schnell wie ich das geschrieben habe, hihi. Wie heisst es doch? I’ts nice to be a king, or the friend of a princess…. Im Hotel angekommen, wurde eingecheckt, alles erklärt und der nächste Satz war: your room, your meals and all soft drinks are payed by the royal palace!!!! Ich dachte ich höre nicht richtig, musste nochmals nachfragen, guck Wendy an und sie nickt nur! Huch! Äh, nicht meckern, danke sagen, freundlich nicken und fast geschockt weiterlaufen (es war ein 4-Sterne Hotel SEHR NOBEL). Das Zimmer war sehr schick, wie Hotelzimmer eben sind. Dann noch was essen mit Wendy und ins Bett kippen. Am nächsten Morgen war früh aufstehen angesagt, frühstücken und dann fuhren wir nach Jerash – eine der grössten noch erhaltenen römischen Ruine! Genau römisch! Mit Hippodrom, mit Amphitheater, mit Säulen, mit, mit, mit, einfach nur sagenhaft. Und – man kann da überall drinnen rumlaufen, alles anfassen! Keine Zäune, niemand der angerannt kommt. Das beste aber, wir erhielten eine private Tour mit Guide (die sogenannte Tourist Police) der sagenhaft viel wusste und uns alles haargenau erklärte und erzählte, WOW! Danach haben wir unseren wohl kommenden, besten Freund besucht. Den Colonel der berittenen Polizei. Ein absolutes Unikat! Mit sehr viel Humor gesegnet, der ist mit mir voll auf seine Kosten gekommen. Wendy war etwas 'schüchtern’ sie meinte dann immer, ein Colonel das sei schon was, da ich aber mit der Armee und deren Bezeichnung nicht viel am Hut habe, hab ich ihn eben als Menschen gesehen und ich glaube, das hat ihm prima gefallen. Tja, da war seine Klingel, praktisch so ein Teil. Man klingelt und erhält eigentlich was man will. Wasser, Kaffee, Tee, gesattelte Pferde werden einem vor die Türe gestellt. Jaja, ich 'musste’ mit ihm reiten gehen (an dem Tag hatte ich später meine Lektion gelernt, leider etwas spät, man sagt eigentlich nicht nein wenn einem etwas angeboten wird, schwerer Fehler!). Erst kritische Blicke von überall, weil, Stadtschuhe und Jeans – auch von seinen Polizisten, als wir dann aber trabten und flott galoppierten, guckten sie schon anders, hihi. Ich hab eine richtig tolle Schimmelstute geritten *schwärm*. Danach haben sie uns gezeigt was sie so alles drauf haben an Tricks. Der Hammer, aber echt! Fetzgalopp und ein kleines Trommelchen mit dem Spiess aufspiessen, einmal lag es sogar zwischen den Beinen eines Mannes! Pferd hinlegen, Stunmenshow und vieles mehr, atemberaubend, wirklich. (Bilder folgen morgen!). Danach wurde der Colonel hungrig, also rein in sein Büro, klingel und zack wurde uns ein *hüstel* kleines Mittagessen serviert…..der Tisch war randvoll! Und wir hatten Spass dazu und lecker war es auch, jammi! Dann dachte ich mir, jetzt könnten wir eigentlich gehen, aber nein, weiter reden (Draussen tolles Wetter und ich Hummeln im Hintern), dann gabs Kaffee, dann Kanafel (falls man das so schreibt) ein superleckeres süsses Gericht mit was ähnlichem wie Mozarella innen, hmmmmmmmmmmmmmmm. Und dann? So jetzt fahren wir in die Stadt und gucken die pferde in der Stadt an – zack und weg. Wendy meinte danach nur leise zu mir, er bestimmt, wir folgen. Er sagt auch, wenn wir gehen dürfen, nicht wir dürfen einfach gehen….andere Länder, andere Sitten. Ach ja, so nebenbei wurde mir noch ein Originalgemälde eines bekannten Malers von dort geschenkt!!!! Ja und dann im Stall die Pferde, ich sag nur eines, traurig. Bis dahin habe ich nur sehr schöne, vor allem gut genährte Pferde gesehen, dort waren die Polizeipferde noch in Orndung aber der Rest???? Schlimm. Koppend und webend standen die armen Pferde auf einer Spaneinstreu! Kein Stroh, wenig Heu, Langeweile ohne Ende! Fenster so weit oben dass niemand rausgucken kann und nachst werden die Boxen komplett verriegelt! Super *seufz*…..

Naja und dann seh ich an der Wand ein Gemälde mit einem VA und mein so zu Wendy, dass ich eben so ein Zaumzeug suche (eben das typische arabische Halfter) und begehe fast Selbstmord. Colonel hört das und weist seine Leute an, ich seh das und mein nur, danke danke, aber nein…er meinte nur, ja ich wolle doch so eines, ähm, ähm, ja, aber er habe mich schon so beschenkt und nein danke, wie wir halt eben so sind und schwups, war er beleidigt, er war sehr beherrscht. Aber hui wurde ich nachher von Wendy und Mama zusammengestaucht deswegen. Ok, ab sofort werde ich versuchen nur ja zu sagen, wozu auch immer….das ist hart ich kanns euch sagen!!!!!!

Am nächsten Morgen sind wir nach Petra gefahren. Dazu fehlen mir echt die Worte! So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Wir waren sechs Stunden da unterwegs, sind Treppen hoch und runter, das müsst ihr in echt sehen – das kann man kaum beschreiben! Spät am Abend sind wir dann weiter nach Aqaba – damit wir für das Rennen bereits vor Ort sind….

Das Rennen:

Oder Wadi Rum, eine unglaubliche Wüste. Dieses kleine Land bietet mehr Attraktionen als andere, da folgt ein Kracher nach dem anderen, naturmässig gesehen! Ich habe versucht die Bilder so auszusuchen, dass ihr einen kleinen Eindruck vom ganzen gewinnt. Möchte da einige Sachen dazu sagen. Es war staubig! Im Wadi Rum leben 5000 Beduinen (!) sehr viele mit Auto! Die haben ebenfalls an dem Tag ein Autotreff gemacht (sozusagen) und sind in den Dünen rund ums Gate rumgedüst, mit den Autos wohlgemerkt! Das Buffet war für die Prinzessin und ihre Gäste, also auch uns, hmmmmm, war das lecker! Und die Bedienung das genialste was ich je erlebt habe!!!!!!!

Also, wir sind um 3.30 aufgestanden *ächz* damit wir um 4 Uhr losfahren konnten. Erst sollte um 5 Uhr Start sein, war dann aber erst um 5.30. Am Start waren die Pferde alle erstaunlich ruhig, entweder man stand rum, oder lief gelassen im Schritt. Überhaupt haben die ihre Pferde erst spät an den Start gebracht, für mich fast etwas zu spät! In Jordanien ist die Sonne so eine Sache, vor allem der Aufgang und der Untergang! Sie geht so schnell unter wie sie aufgeht! Zack, da bin ich, oder zack weg! Sowas hab ich noch selten gesehen. Entsprechend war es um 5.30 schon dämmrig und um sechs Uhr sozusagen schon hell. Start und los, alle ins Auto und der Meute hinterher. Die haben ein Höllentempo vorgelegt und ich dachte mir schon, au Backe, das geht niemals gut. Vor allem haben sich die Pferde natürlich regelmässig aufgepusht, dazu die Autos. Ich dachte mir noch, was für ein Chaos, aber dafür ging es dennoch sehr gesittet zu. Autos zwischen Pferde, Pferde zwischen Autos, da ist den ganzen Tag NICHTS passiert! Es war staubig und viele meiner ersten Bilder sind entsprechend nur voller Staub, hihi. Meine Kamera hatte da etwas Lichtprobleme. Wir sind immer wieder neben Reitern her und wer mir jetzt noch einmal behauptet dass die Franzosen den Distanzsitz erfunden haben, dem geb ich eigenhändig einen Tritt in den Hintern!!! Ich mein, da sind sehr viele Beduinen gestartet, die mit Training, Fütterung, Konzepten etc. NICHTS am Hut haben! Die sassen alle im englischen Sattel und klebten förmlich am Pferd. Wir sahen sehr harmonische Reiter und sehr wenig nicht so harmonische. Alle, wirklich alle sassen im Sattel, kein einziger leichter Sitz!!!! Von wegen die Franzosen oder Dubaianer, hahahaha..... Die Beduinen waren es!

Ich hab total einen Torsion und einen Podium gesehen, sonst nur englische Sättel in allen möglichen und unmöglichen Variationen, aber die Pferde liefen und wie!

Ich behaupte mal die erste Runde locker durchschnittlich 25 kmh!!!!!!!!!!!!!!!

Eindeutig zu hoch, zu schnell. Denn, der Ritt war sehr schwierig, wegen dem Terrain. Von wegen Wüste ist flach, diese nicht. Der Boden wechselte von Betonhart, zu knöcheltief, zu elastischem Boden und zurück zu tiefem Sand. Von leichten Bodenwellen, bis hin zu wirklich steilen Dünen (und ihr wisst, dass ich nicht so schnell was von steil rede!). Es war ein ewiges hoch und runter und das zollte imt dem Tempo seinen Tribut. Von anfänglichen 65 Startern (eher wenig wegen der bevorstehenden Panarabians in Kairo) sind knapp 15 durchgekommen. Ich weiss es eben nicht sicher, ich weiss von sicher 10 und dann waren noch wenige danach die reingekommen sind.

Übrigens, die Prinzessin hat bis zum Ende gewartet! Bis auch der letzte Reiter sein Pferd dem TA gezeigt hat und das ok erhalten hat!!!!! Was für eine Geste, riesiger Respekt vor dem was Pferd und Reiter geleistet hatten!

Ja das Feld wurde sehr auseinandergezogen nach der zweiten Runde und danach fielen sie dann leider reihenweise raus. Wie gesagt, das Tempo forderte seinen Tribut. Manchmal auch metabolische Probleme, aber eher wenig. Denn obwohl es frühmorgens wirklich a....kalt war, ich hatte Shirt, Fleece und Daunenjacke an und fror... Wurde es danach angenehm warm, nicht zu heiss, auch gefährlich, es ging immer ein sehr kühler Wind. Und kein Pferd, wirklich kein einziges hatte am Morgen eine Nierendecke an, oder in den Pausen *arghl*, da hab ich fast die Krise gemacht. Die schütten den überhitzten Pferde eimerweise Wasser über den Körper, laufen dann durch den kalten Wind, bleiben stehen OHNE DECKE. Und wundern sich, wenn das steife Pferd dann rausfällt *augenverdreh*. Sogar die sogenannten Profis (ausländische Trainer) haben das gemacht. Oder nasses Handtuch übers Genick *kopfschüttel*, echt rudimentäres Zeugs. Bei den Profis wohlgemerkt, bei den anderen hätte ich das ja noch verstanden.

Und Skeeter? ja das war doch sehr schade. Erst hiess es, Stallorder sei LANGSAM. Dann kam er nach der zweiten Runde als dritter rein (!!) und als er zum Zelt lief (die hatten so Schattenzelte aufgebaut, echt genial) schleppte er die Hinterhand an, ich hab nur zu Wendy gesagt, wenn der jetzt kein Tying Up macht, haben sie aber mehr Glück als Verstand!!!! Er hat ihn echt zu schnell laufen lassen, sie haben die 20 Minuten voll ausgebraucht und danach wurde er dann dennoch eliminiert, lahm. Wirklich sehr schade, wäre er mal nur langsamer geritten...

Dann gab es noch die herzigen Beduinenponys, wuschelig, eher so wie Phöenix, die sind super gelaufen, aber meist auch raus, weil sie im Winterfell ankamen :-( ja auch das gabs....die hatten dann metabolische Probleme, leider.

Unterwegs gab es sehr viel Wasser, die haben sicher alle 10 km Wassertonnenhingestellt, aber wenn die Pferde nicht wirklich trinken, nutzt es eben nichts.

Es war ein geniales Erlebnis und ja, ich möchte da gerne reiten. Und ich schwöre ich würde hinten weg reiten, damit es mein Pferd nicht mitzieht am Anfang und dann von hinten aufrollen versuchen. Aber eben, ich kann ja viel schreiben wenn der Tag lang ist *lach*. Erstmal wirklich besser machen :-o.

Sollte ich endlich mal genügend Ruhe und Geduld finden, dann lade ich mal ein paar der mehr als 400 Bilder hoch die wir gemacht haben. Es war ein absolut geniales Erlebnis, die ganzen Ferien ein Highlight nach dem anderen, ich bin froh habe ich das gemacht. So ein wunderschönes Land, soviele Dinge die es da zu sehen gibt und einen lebendigeren Geschichtsunterricht habe ich noch in keinem anderen Land gesehen. Vor allem wie einheitlich es neben einander her leben kann, beeindruckend, sehr beeindruckend. Prinzessin Alia hat mir ihr Land gezeigt, auf eine Art und Weise....ich kann kaum Worte dafür finden, bin mir aber fast sicher, dass ich nicht das letzte Mal in Jordanien war!

20.November: Falls es jemanden interessiert, ich reite Shagir täglich, manchmal alle zwei Tage und er läuft immer besser und ruhiger. Neue Wege verunsichern ihn immer noch, aber er beherrscht sich. Vor allem seit wir auch nachts reiten, denn bis ich heimkomme, ist es ja dunkel. Ist halt so wenn man 100% arbeitet. Hoffentlich hat das bald ein Ende. Der Job ist super, aber meine Tage werden einfach extrem lange. Mal schaun wie das Training weitergeht. Mein Dressursattel kommt diese Woche *endlich* und dann schaun wir mal ob wir 1 x die Woche auf den Platz kommen. Mit beiden grossen und dann arbeiten.

 

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DEZEMBER 2007