1992
irgendwann in diesem Jahr wird irgendwo in Frankreich ein kleines
Hengstfohlen geboren. Wer seine Eltern sind? Das wissen wir leider
nicht, einzig soll er ein Araber – Andalusier Bastard sein.
Aber auch diese Angabe (welche uns vom Händler gemacht wurde)
stellen wir mittlerweile in Frage, denn woher kommt der Kötenbehang?
Für uns ist er einfach Phöenix und wird bei der Nennung
als Araber bezeichnet, da wir sicher sind, dass sein Auge von
einem Araber stammt. Ebenfalls in diesem Jahr lerne ich Sabine
kennen.
1993
Am gleichen Ort wird sein Freund, ein kleiner Shetlandpony Hengst
geboren. In diesem Jahr finden Sabine und ich endgültig zusammen
und ich beginne langsam damit das reiten zu entdecken und zu lernen.
Mein Lehrmeister Jolly kommt in diesem Jahr zu uns.
1994
Die beiden leben auf einer Weide in Frankreich. Sie werden beide
kastriert. Ich starte mit Jolly die ersten Turniere: Gymkhanas...
wir sind richtig gut! Schon beim ersten Wettkampf werden wir zweite.
1995
Durch ein Inserat in der Zeitung werden wir auf die beiden aufmerksam.
Wir fahren also in den Jura um uns die beiden anzuschauen. Sabine
verliebt sich sofort in den kleinen schwarzen Shetiwallach und
ich in den grauen Araberwallach. Die beiden werden im Doppelpack
gekauft. Nun galt es den beiden passende Namen zu geben!? Der
kleine Schwarze erhielt, auf Grund seiner Körpergrösse,
den Namen Floh. Der graue, welcher offensichtlich aus der Asche
kam (und in den folgenden Jahren immer schöner wurde) wurde
auf den Namen Phöenix getauft. Im Laufe des Jahres ziehen
wir mit unseren Pferden um, da uns die Kosten für die Unterbringung
im jetzigen Stall zu hoch erscheinen. Im neuen Stall beginnen
wir die beiden Neuzugänge einzureiten. Mit Jolly starte ich
an weiteren Gymkhanas.
1996
In diesem Winter mussten wir erneut den Stall wechseln, da der
Pächter der Anlage unseren Bahadur mit einer kleinen Ponystute
gemeinsam auf die Weide gelassen hatte. Bahadur erlitt dabei eine
grobe Verletzung an einem seiner Beine. Glücklicherweise
hat im gleichen Ort gerade ein Bauer seinen Stall umfunktioniert,
da er sich eine tragende Freibergerstute gekauft hat. Er hatte
Platz für zwei Pferde. Unsere Ponies wurden in einem ausgedienten
Rinderstall auf der anderen Strassenseite untergebracht. Jolly
und ich haben auch in diesem Jahr unsere Turniererfahrung weiter
vertieft.
1997
Evelyne trat in unser Leben. Sie hatte ein eigenes relativ schwieriges
Pony, mit welchem sie daran ging das Reiterbrevet zu absolvieren.
Doch machte er ihr mehr Probleme als ihr lieb war. Es drohte das
Unternehmen Brevet zu scheitern. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt
nicht so toll mit Phöenix verstanden habe, machten wir Ihr
den Vorschlag mit ihm das Brevet zu machen. Das hat denn auch
geklappt. Sie kam sehr gut zurecht mit ihm, so hatten wir die
Idee ihn bei ihr zu lassen, ja vielleicht möchte sie ihn
ja sogar behalten. Er wollte dies aber scheinbar nicht, denn er
wurde sehr aggressiv gegen die anderen Pferde auf dem Hof. So
kam er denn wieder nach Hause und von da an fühlte er sich
auch zu Hause! Ich begann auch mit ihm an Gymkhanas zu starten
und er machte das eigentlich sehr gut. Jolly habe auch immer noch
gestartet.
1998
Wie auch in Jahren davor war vor allem dieses Jahr geprägt
von der Turnierbetreuung für Sabine und Bahadur. Mit Jolly
und Phöenix habe ich gelegentlich ein Gymkhana bestritten.
1999
Anfang des Jahres nehme ich mit Phöenix an einem Gymkhana
an der Rhône teil. Sabine nimmt an einem Geländetraining
am gleichen Ort teil. Unsere Prüfung geht über etwa
vier Kilometer und beinhaltet 13 Aufgaben, welche wir super gelöst
haben. Das machte riesigen Spass. Mit dieser Prüfung wurde
eigentlich der Grundstein zur Distanzreiterei gelegt. Im Laufe
des Jahres absolvierte ich mit Jolly und Phöenix auch weitere
Gymkhanas. Im Herbst dann startete ich mit Phöenix meine
ersten Distanzritte. Es waren zwei KLPs. Eine KLP besteht aus
einem Geschicklichkeitsparcours, eine Distanzstrecke (es waren
beide Male 30 km) und einer Konditionsstrecke. Nun sind wir infiziert.
2000
Die grössten Erfolge gleich zu Beginn: Mit Jolly wurde ich
Gymkhana Champion des PNW! Und mit Phöenix schaffte ich alle
drei Qualifikationsstufen in einer Saison. In der Schweiz muss
man sich zur Teilnahme an Distanzrennen qualifizieren. Die drei
Stufen sind wie folgt festgelegt: 1. Stufe 50 bis 60 km, 2. Stufe
70 bis 80 km und die 3. Stufe 90 bis 100 km. Alle Stufen sind
mit einem Tempo zwischen 10 und 15 km/h (Ausnahme Faido: hier
wurde das geforderte Tempo auf 8 km/h runter gesetzt, da dies
ein sehr schwerer Ritt ist) zu absolvieren. Über den Jahreswechsel
absolvierten wir dann das Reiterbrevet, welches mittlerweile Pflicht
für alle Turniere wurde.
2001
Nun waren Starts auf längere Distanzen angesagt. Wir begannen
mit 70-er Ritten und Mitte Jahr dann folgte unser erstes Distanzrennen
in Faido über 91 km. Wir wurden dritte!! Gegen ende des Jahres
sind wir in Kreuth (Deutschland) auf unseren ersten 120 km Rennen
gestartet. Leider konnten wir dieses Rennen nicht in der Wertung
beenden, denn Phöenix hatte metabolische Probleme. Es war
einfach noch zu früh, für uns beide. Aber das machen
wir im nächsten Jahr besser! Die Starts mit Jolly an den
offiziellen Gymkhanas habe ich aufgegeben. Erstens ist der einstige
Spass an der Sache übertriebenem Ehrgeiz gewichen... und
zudem darf man nicht mehr ohne Sattel starten. Dafür habe
ich auf unserem Hof das erste Stallgymkhana organisiert. Es war
ein grosser Erfolg!
2002
Das bisher erfolgreichste Jahr in unserer Distanzkarriere! Phöenix
und ich legten in diesem Jahr 590 km in der Wertung zurück,
470 davon mit Hufschuhen (einzig für die 120 km in Stuhr
haben wir Phöenix beschlagen lassen). Wir begannen in diesem
Jahr wieder mit 70-er Distanzen und Anfang Herbst krönten
wir die Saison mit dem 6. Rang in Kreuth (80 km). Aber der Saisonabschluss
sollte dies noch toppen: 120 km in Stuhr, wir erreichten den vierten
Rang und erhielten sogar einen Pokal! Wir begleiteten Sabine auf
ihren Qualifikationsritten. Auch in diesem Jahr organisierte ich
ein Stallgymkhana. Es ist zwar ein Unglück geschehen, jedoch
hat es trotzdem allen Spass gemacht. Nach Abschluss der Saison
begann ich mir der Organisation des Bölcheritt 2003.
2003
Es sollte eine Steigerung zum letzten Jahr werden. Das Ziel war
der erste 160-er in der Wertung. Wir starteten also mit 90-er
Ritten (den ersten Ritt beendeten wir auf dem zweiten Rang) um
uns langsam auf die Aufgabe vorzubereiten. In Tanneneck starteten
wir auf unser erstes internationales Rennen in diesem Jahr. 120
km war die Länge der Strecke. Phöenix fühlte sich
in seiner Box irgendwie nicht wohl. Das Rennen haben wir nach
30 km beenden müssen, da sich Phöenix nicht zügeln
lies, er schien einem imaginären Pferd nachzurennen. Im Juli
dann nach unseren Ferien an der Nordsee nahmen wir unser erstes
160-er Rennen unter die Hufe. Phöenix lief genial: ruhig,
gelassen, gehorsam und dennoch schwungvoll und mit Biss. Sabine
hat Phöenix nach 125 km beim Recheck aus dem Rennen genommen,
da er leicht gelahmt hat. Er hatte sich wohl vertreten, meinte
der Tierarzt. Wir sind heute der Meinung, dass es der Beschlag
war, denn nach einem halben Jahr sieht man, dass Phöenix
an beiden Vorderhufen hohle Wände hat. Nach einer längeren
Pause bestritten wir noch zwei kurze Ritte um zu sehen ob er noch
Lust hat. Er hat! Im Juli fand denn auch der Bölcheritt statt.
Es starteten 89 Reiter/-innen aus 14 Kantonen und Deutschland.
Auch wenn es noch Mängel gab in der Organisation, so bin
ich dennoch überzeugt, dass es ein gelungener Anlass war.
Der Bölcheritt 2004 ist bereits in den Startlöchern!
2004
'Cauda Equina Syndrom' - das ist der Begriff, mit dem ich dieses
Jahr zusammenfassen könnte. Aber beginnen wir doch am Anfang...
Wir starteten unsere Saison im Tessin mit einem 70 km Ritt. Am
Ende ging Phöenix lahm, da sich seine Schuhe unterwegs in
diverse Stücke teilten (ohne dass ich es gemerkt hätte).
Der nächste Start war in Deutschland, zusammen mit Sabine
und Bahadur starteten wir einen 68 km Ritt... in der Pause (34
km) ging Phöenix lahm (?????) An Himmelfahrt fuhren wir nach
Stuck, ein zweitägiger Ritt war angesagt und wir haben es
geschafft. Wir haben wohl am ersten Tag früher aufgehört,
auch weil Phöenix schon wieder etwas seltsam lief. Am zweiten
Tag lief er dann aber sowas von Einwandfrei(!), dass wir die ganze
Strecke unter Hufe nahmen. Dann fuhren wir erneut nach Tanneneck,
aber auch dieses Mal sollte es nichts werden, denn nach 60 km
war wieder Schluss... wieder lahm. Nächster Versuch über
160 km, in der Heide. Wir haben Phöenix geklebt, weil das
Nageln in seinen Hufen einfach Probleme machte. Auf den ersten
80 km haben wir dann auch schon drei Klebeschuhe verloren und
in der Kontrollle riet uns der Tierarzt aufzuhören, was wir
auch taten. Ich startete dann noch einen 70-er am Limmattaler,
aber auch da war er lahm in der Pause... so nun reichte es! Alle
diese Lahmheiten waren sehr diffus, keiner konnte wirklich sagen,
woher sie kamen und weshalb sie nach kurzer Zeit wieder weg waren
(manchmal innerhalb von 30 Minuten, sprich, in der Nachkontrolle
lief Phöenix wieder sauber!) bis wir zum Chiropraktiker fuhren
(der sich eben auch neurologisch auskennt)... nun sind wir wieder
am Anfang dieses Abschnitts. Nachdem er diese Diagnose stellen
konnte, aber auch nicht sofort, er musste doch lange nachdenken
:-) und wir eine passende Behandlung einleiten konnten, starteten
wir noch in Kaiseraugst unter der 'Aufsicht' unserer Tierärzte,
damit wir unter Wettkampf Bedingungen testen konnten, ob wir den
richtigen Weg gefunden hatten.....wir hatten! Endlich! Auf in
die neue Saison! Aber erstmal den Winter geniessen....
2005
Unser Spitzenjahr! wir legten in diesem Jahr gemeinsam 965 km
in der Wertung zurück! Hundertprozentige Durchkommensrate
und jede Menge Spass. Wir starteten an verschiedenen Mehrtagesritten
(Trabweg West, die schwäbische Alb) und wir bzw. ich lernte
mich nach Karte im Gelände zu orientieren! Das ist eine ganz
andere aber umso interessantere Art diesen Sport zu betreiben!
Auch haben wir in diesem Jahr einmal den "Best Condition"
erhalten und zwar in Stuck. Ebenfalls haben wir unseren ersten
Hundertmeiler (durch die Heide) in der Wertung beendet.
2006
Eigentlich wollte ich in diesem Jahr mit Phöenix in die "Alltime
Top Ten Distanzpferde der Schweiz" reiten, aber da dieses
Jahr nur zwei Varianten kannte: Siegen oder rausfallen, hatte
es dann nicht gereicht. Wir sind fünf mal gestartet, haben
drei mal gewonnen und leider zweimal ausgeschieden, das erste
mal hat sich Phöenix unterwegs vertreten und das zweite mal
hat er einen Ast ans linke Vorderfusswurzelgelenk gehauen. Daraus
ergab sich dann eine handflächengrosse Knochenhautentzündung
und die Saison war vorzeitig beendet. Bis Ende Jahr durften wir
dann nur leicht arbeiten. Im nächsten Jahr werden wir den
Sprung in die Top Ten aber schaffen, es fehlten ja lediglich noch
95 km!